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Brust spannt - Ursachen, Symptome & Therapie

Fast jede Frau kennt das: Die Brust spannt, zieht oder schmerzt. Fühlt sich zudem das Gewebe beim Tasten auch noch knotig an, denken viele sofort an Brustkrebs. Doch keine Sorge: Die Ursachen sind in der Regel harmlos.

Wer seine Brust regelmäßig abtastet, kann ungewöhnliche Veränderungen erkennen – und rasch handeln
Wer seine Brust regelmäßig abtastet, kann ungewöhnliche Veränderungen erkennen – und rasch handeln

Die Brust spannt meist vor der Regel

Die Brust fühlt sich geschwollen und schwer an, schmerzt und spannt. Manchmal schmerzen die Brustwarzen und in vielen Fällen fühlt sich das Gewebe knotiger an als sonst. Diese Symptome treten bei vielen Frauen monatlich auf, vor allem vor der Menstruation. Was passiert dabei im Körper?

  • Während in der ersten Zyklusphase vor dem Eisprung das Hormon Östrogen dominiert, produziert der Körper in der zweiten Zyklusphase bis zur Menstruation vermehrt das Hormon Progesteron. Es bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
  • Eine Nebenwirkung des Progesterons ist, dass vermehrt Wasser eingelagert wird – auch in den Brüsten. Diese Wassereinlagerungen sind ein Grund für die Schmerzen. Bei vielen Frauen lagert sich zudem Wasser in den Händen, Füßen, Beinen und Augenlidern ein. Sie fühlen sich aufgedunsen und oft bestätigt die Waage diesen Eindruck.
  • Zusätzlich steigt der Spiegel des Hormons Prolaktin. Dieses bereitet die Drüsenzellen darauf vor, Milch zu bilden. Denn auch das Brustgewebe wird auf eine Schwangerschaft vorbereitet: Es ist stärker durchblutet, die Drüsenzellen wachsen und bilden verstärkt Sekret. Die Folge: Die Brüste schwellen an und spannen. Zudem fühlt sich das Gewebe meist knotiger an als in der ersten Zyklusphase. Solche gutartigen Veränderungen des Drüsengewebes bezeichnen Mediziner als Mastopathie.
  • Zyklusbedingte Brustschmerzen nennt man auch Mastodynie. Sie treten oft zusammen mit dem sogenannten Prämenstruellen Syndrom (PMS) auf, das vielen Frauen vor der Menstruation zu schaffen macht. Symptome sind zum Beispiel depressive Verstimmungen, Kopf- und Gelenkschmerzen, Kreislaufprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen.

Das können Sie bei zyklusbedingten Schmerzen tun

  • Führen sie einen Regel- oder PMS-Kalender. Notieren Sie, wie Ihr Zyklus und Ihre Regelblutung verlaufen sowie wann welche Beschwerden auftreten. Halten Sie zudem Informationen zu Alltagsaktivitäten, Schlafverhalten und Ernährung fest. So können Sie schnell erkennen, welche Maßnahmen Ihnen guttun.
  • Vielen Frauen hilft es, mehrmals pro Woche körperlich aktiv zu sein. Suchen Sie sich am besten eine Sportart, die Ihnen auch Spaß macht. Das tut Köper und Seele gut und hilft durchzuhalten.
  • Auch eine veränderte Ernährung kann die Beschwerden verringern. Ersetzen Sie beispielsweise tierische Fette durch wertvolle Pflanzenöle, wie Olivenöl, Leinsamenöl oder Nussöl. Manchmal ist ein Mangel an Vitamin B6 schuld, wenn die Brust spannt. Wichtige Lieferanten sind unter anderem Avocados, Wildreis, Grünkohl, Sojabohnen, Kichererbsen und Kartoffeln. Vermeiden Sie außerdem vor allem in der zweiten Zyklusphase Kaffee, Schokolade und koffeinhaltige Tees. Denn sie enthalten Methylxanthine. Diese können Brustschwellungen und somit auch das Spannungsgefühl verstärken.
  • Achten Sie vor allem in der zweiten Zyklusphase auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Ruhepausen. Hilfreich können dabei Entspannungstechniken wie Yoga, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Autogenes Training sein.
  • Sind die Beschwerden sehr stark oder tritt Flüssigkeit aus den Brustwarzen aus, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen. Dieser kann abklären, was dahinter steckt und bei Bedarf Medikamente verschreiben, die die Beschwerden lindern.

Zyklusunabhängige Brustschmerzen

Manchmal spannt die Brust auch unabhängig vom Zyklus. Dann sprechen Mediziner von einer Mastalgie. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Im Folgenden die häufigsten Ursachen:

  • Hormonelle Empfängnisverhütung: Bei nicht schwangeren Frauen vor den Wechseljahren sind oftmals hormonelle Verhütungsmittel, wie Pille, Hormonspirale oder Verhütungsstäbchen, schuld an Brustschmerzen. Das liegt unter anderem daran, dass hormonelle Verhütungsmittel dem Körper eine zweite Zyklusphase vorgaukeln. Daher können sie auch entsprechende Beschwerden, ähnlich den PMS-Symptomen, auslösen.
  • Hormonersatztherapie: In den Wechseljahren spannen die Brüste in der Regel seltener. Allerdings können Hormonpräparate, die Wechseljahresbeschwerden lindern sollen, Brustschmerzen auslösen – ähnlich wie hormonelle Verhütungsmittel.
  • In der Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kommt es häufig zu Brustschmerzen und -schwere. Das liegt daran, dass die Brustdrüsen vollständig ausreifen und die sogenannte Vormilch produzieren.
  • Brustentzündung: Bei stillenden Müttern kommt es manchmal zu einem Milchstau. Dieser kann zu einer schmerzhaften Brustentzündung führen. Die passende Stilltechnik, eine sorgfältige Hygiene, die richtige Ernährung und Anti-Stress-Strategien helfen, dies zu vermeiden. Hebammen und Stillberaterinnen können wertvolle Tipps geben. Achten Sie zudem auf Brustschmerzen und Verhärtungen, wie etwa schmerzhafte Knoten, und gehen Sie bei Beschwerden sofort zum Arzt.
  • Bakterielle Infektionen: Manchmal entwickelt sich eine Brustentzündung auch unabhängig vom Stillen. Dann ist häufig eine Infektion mit Bakterien schuld. Auch in diesem Fall sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Mit Brustschmerzen immer zum Arzt

Auch wenn hinter einem Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust in der Regel eine ganz harmlose Ursache steckt, sollten Sie bei Beschwerden stets einen Gynäkologen aufsuchen. Das gilt vor allem, wenn die Beschwerden zyklusunabhängig sind. Aber auch Schmerzen während der zweiten Zyklusphase sollten Sie ärztlich abklären lassen, wenn diese plötzlich neu auftreten oder sich verschlimmern. Der Arzt kann schwerwiegendere Beschwerden ausschließen und mit Ihnen eine passende Behandlung finden. Denn so vielfältig die Ursachen für spannende Brüste sind, so unterschiedlich sind auch die Therapiemöglichkeiten – von einem Wechsel des Verhütungsmittels über eine Umstellung des Lebensstils bis hin zur Behandlung mit Antibiotika.

Wichtiger Hinweis: Dieser Text soll einen Überblick über die Symptome und Ursachen von Brustspannen geben. Er kann keinesfalls ärztlichen Rat ersetzen.

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