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Bosal - den Zaum kurz vorgestellt

Der Bosal gehört zu den gebisslosen Zäumungen, die besonders gerne bei Westernreiten verwendet werden. Jedoch gehört ein Bosal nur in die Hände eines erfahrenen Reiters, denn die Hebelwirkungen dieses Zaums können erheblich sein.

Sie können auch einen gebisslosen Zaum verwenden.
Sie können auch einen gebisslosen Zaum verwenden. © Verena_N. / Pixelio

Generelles über das Bosal

  • Das Bosal ist der Name und zugleich ein Bestandteil einer gebisslosen Zäumung, deren richtige Verwendung nicht ganz einfach ist.
  • Die über dem Nasenrücken liegende Schlaufe aus Rohleder ist das eigentliche Bosal. Diese Schlaufe ist mittig dick, um dem Pferd angenehm zu sein. An den Seiten ist diese Schlaufe deutlich dünner und flacher, denn hier wird verstärkt Druck ausgeübt, der umso intensiver wird, je dicker die Seitenstränge sind.
  • Zu diesem Zaum gehört auch die Mecate, das Zügelsein, welches unten am Bosal angeknotet ist. Die Mecate ist zu gleichen Teilen aus Hanf und Pferdehaar geflochten, sie stellt die Verbindung zwischen Reiterhand und Bosal her.
  • Ein noch neues, unbenutztes Bosal ist zunächst noch sehr steif und muss dem Umriss der Nasen-Kinn-Linie angepasst werden, um eine korrekte Wirkung zu ermöglichen. Ansonsten würde es nur an wenigen Stellen am Pferd anliegen, die wenigen Druckpunkte können scheuern und der punktuelle Druck kann schmerzhaft für das Tier werden.
  • Dieser Zaum kann Pferden eine Abwechslung bieten und das Pferdemaul entlasten, wenn es von erfahrenen Reitern benutzt wird.
  • Ungeübte Reiter sollten diesen Zaum nicht oder nur unter Aufsicht an trainierten Pferden einsetzen.

Gründe für das gebisslose Reiten

Ursprünglich wurde das gebisslose Reiten bei noch jungen Pferden angewendet, um sie auf die Verwendung eines später folgenden Gebisses vorzubereiten.

  • Junge Pferde können schonend angeritten werden, das Maul bleibt völlig unangetastet.
  • Pferde mit Zahnproblemen können unter der Verwendung eines Bosals weiter gearbeitet werden, wenn eine Zäumung mit Gebiss nicht möglich ist.
  • Manche Tiere ziehen sich Verletzungen an den Maulwinkeln zu, auch hier ist das gebisslose Reiten eine gute Alternative.
  • Es gibt auch Pferde, die im Maul durch falsche Zügelführung abgestumpft sind. Ein geschulter Ausbilder kann diesen Tieren helfen, indem er sie mit einem Bosal reitet und ihnen die Angst vor weiteren Schmerzen im Maul nimmt. Diese Tiere lernen, sensibel auf weitere körperliche Hilfen des Reiters zu reagieren.
  • Manchmal ist es aber auch einfach nur gut, Abwechslung in den Alltag zu bringen. Ein neuer Zaum weckt das Interesse eines Pferdes, es wird bei korrekter Anwendung mit Freuden seine Maulfreiheit genießen.
  • Freizeit- und Distanzreiter greifen gerne auf diesen gebisslosen Zaum zurück, weil ihre Tiere so jederzeit  grasen, fressen oder Wasser aufnehmen können, ohne zuvor abgetrenst werden zu müssen.

Wer einen Bosal verwenden darf

Dieser Zaum ist absolut kein Zaum für Anfänger oder Reiter mit unflexiblen Händen, denn dann besteht die Gefahr, durch die entstehenden Hebelwirkungen dem Pferd sehr weh zu tun, es schlimmstenfalls zu verletzen.

  • Reiter, die über eine sehr ruhige, vom Körper unabhängige Zügelführung verfügen, können die Verwendung eines Bosals in Erwägung ziehen. Sie müssen über einen lockeren, sicheren Sitz verfügen und sich absolut in jeder Gangart im Gleichgewicht befinden.
  • Wer lernen möchte, mit einem solchen Zaum zu reiten, sollte dies nur unter Aufsicht eines hierin kundigen Ausbilders tun. Das Pferd sollte an das Reiten mit diesem Zaum gewöhnt sein und ein ruhiges Temperament haben. Es ist hierbei besonders wichtig, niemals am Zügel bzw. der Mecate zu ziehen, denn die entstehende Hebelwirkung wäre fatal.

Durch einen Bosal können geübte Reiter eine natürliche Aufrichtung der Pferde erlangen, da diese versuchen, dem Druck des Zaums auszuweichen. Sie werden so animiert, das Genick nach oben zu nehmen, den Kopf fallen zu lassen, den Hals locker und entspannt zu wölben und von hinten an diese Anlehnung fleißig heranzutreten.

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