Um blinden und sehbehinderten Menschen das Lesen zu ermöglichen, sind in den letzten Jahrhunderten verschiedene Schriftsysteme entwickelt worden. Dabei gibt es zwei Hauptprinzipien: Entweder werden die normalen, lateinischen Buchstaben so gedruckt, dass sie tastbar werden, oder Buchstaben werden in ein Punktsystem übersetzt, das ebenfalls ertastet wird. Wenn Sie vorhaben, Blindenschrift zu lernen, befassen Sie sich am besten mit der gängigsten Form, der Brailleschrift, die sich als Punktecode darstellt.

Die Blindenschrift nach Braille

  • Die Brailleschrift wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt und ist bis heute die gängigste Blindenschrift. Sie folgt einer nachvollziehbaren Systematik und ist deshalb leicht zu lernen.
  • Die Basis eines Buchstabenzeichens nach Braille bildet ein Rechteck aus zweimal drei Punkten. Auf dieses Raster können 64 mögliche Punktmuster gesetzt werden, die die verschiedenen Buchstaben darstellen.
  • Diese Blindenschrift unterscheidet keine Groß- und Kleinbuchstaben und gliedert sich in verschiedene Varianten, bei denen bestimmte Buchstabengruppen wie in der Stenografie zusammengefasst werden. So soll der Lesefluss beschleunigt werden, da ein Brailleleser normalerweise die doppelte bis dreifache Zeit für die Lektüre eines Textes benötigt wie ein sehender Leser.
  • Lehrbücher, mit denen Sie die Blindenschrift als Vollschrift oder Kurzschrift im Selbststudium lernen können, sind leicht zu recherchieren.
  • Wer mit der Aufgabe nicht allein gelassen werden möchte, kann sich an Vereine für Blinde und Sehbehinderte wenden und Blindenbibliotheken besuchen. Dort werden Sie erfahren, zu welchen Bedingungen Sie die Blindenschrift in einem Kurs in Ihrer Nähe lernen können.