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Blinde führen - Wissenswertes zur Ausbildung von Blindenhunden

Blindenhunde faszinieren die meisten Menschen. Während üblicherweise der Hund an der Leine geht, weil der Mensch Entscheidungen über ihn trifft und der Hund mit der Leine daran gehindert ist, etwas Falsches zu tun, ist es beim Führhund genau anders herum. Bis der Hund das kann, muss er viel lernen.

Nicht jeder kann ein Blindenhund werden.
Nicht jeder kann ein Blindenhund werden. © Heiko_Klasing / Pixelio

Anforderungen an Hunde für Blinde

  • Es gibt weder eine bestimmte Rasse noch eine bestimmte Größe, die für einen Führhund vorgeschrieben ist. Aber natürlich werden sehr kleine Hunde dafür kaum infrage kommen, einfach weil der Blinde nicht erkennen könnte, was der Hund anzeigt. Sehr große Hunde werden in der Regel auch nicht genommen, einfach weil diese kaum auf so engen Raum mit dem Menschen leben können, wie es für einen Führungshund notwendig ist. Die Erziehung zum Führhund beginnt sehr früh. Die Welpen werden in geeignete Pflegefamilien gegeben, damit diese den Alltag beim Menschen kennenlernen. In dieser Zeit bekommen die zukünftigen Blindenhunde auch schon Kommandos von Menschen beigebracht.
  • Führhunde müssen einen ausgeglichenen Charakter haben und dürfen keinen Jagdtrieb haben, denn es wäre für einen behinderten Menschen fatal, wenn er mit seinem Hund plötzlich auf die Jagd nach einer Katze geht. Daher werden Jagdhundrassen eher selten zu Führhunden ausgebildet. Aber wichtiger als die Rasse ist der tatsächliche Charakter des Hundes. Meistens werden Hunde, die zwischen 55 und 65 cm hoch sind, ausgebildet. Typische Rassen sind Labrador, Großpudel, Schäferhunde und Labradoodle.
  • Im Laufe des Jahres bei der Pflegefamilie wird also genau auf den Charakter des Hundes geachtet. Auch kann ein schwach vorhandener Jagdtrieb oder der Hang mancher Hunde den eigenen Kopf durchzusetzen in dieser Zeit aberzogen werden.

Ausbildung zum Führhund

  • Die meisten Blindenhunde leben dann bei einem Trainer zu Hause, eine Haltung im Zwinger kommt aber auch vor. In jedem Fall wird aber auf einen engen Kontakt zwischen dem Hund und dem Ausbilder geachtet.
  • Der Hund bekommt bei der Arbeit ein spezielles Geschirr angezogen. Das ist das Signal für den Hund, dass er nun nicht spielen darf, sondern für den Menschen, der das Geschirr anfasst, zuständig ist.
  • Einige Sachen lernen Hunde recht schnell, zum Beispiel vor einer Treppe oder einem Bordstein stehen zu bleiben, das können Sie auch Ihrem Hund ohne große Probleme beibringen, wenn Sie jedes Mal wenn Sie eine Straße überqueren zuerst Sitz von ihm verlangen.
  • Die Entscheidung zu treffen, wann Mensch und Hund gefahrlos über die Straße gehen können, ist für einen Hund schwer lernbar. Aber durch konsequentes Üben auf einem Trainingsgelände versteht der Hund bald, wann er über die Straße gehen kann und wann nicht.
  • Noch schwerer ist es, dem Hund beizubringen, dass er nicht seine eigenen Körperdimensionen als Maß nehmen muss, sondern die des Menschen. So muss der Hund lernen, dass ein Hindernis in 1 Meter Höhe für den Menschen nicht passierbar ist, während er selbst darunter durchgehen könnte, ohne anzustoßen. Meist bekommen die Hunde beigebracht, auf alles zu achten, das unterhalb von 2 m ist.
  • Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund ist relativ einfach geregelt. Der Mensch sagt einige Kommandos wie rechts oder links und der Hund lernt die Bedeutung der Wörter. Der Hund zeigt in der Regel durch Sitzen an, wenn es ein Hindernis gibt.

Blindenhunde und ihr Herrchen

  • Im ersten Schritt lernt dann der Mensch alles, was er über Hundehaltung und speziell über seinen Hund wissen muss. Selbst Menschen, die Erfahrung mit Hunden haben, müssen in der Hinsicht noch viel lernen.
  • Dann wird der Blindenhund mit seinem zukünftigen Herrn zusammengebracht. Der Hund lernt, dass er nun einen anderen Menschen führen muss und der Mensch muss nun lernen, einem Hund zu vertrauen. Auch werden die benötigten Kommandos eingeübt.
  • In der Regel erfolgt der letzte Ausbildungsschritt beim Blinden zu Hause. So kann der Trainer dafür sorgen, dass der Hund in der gewohnten Umgebung des Menschen alles richtig macht, bevor der Behinderte auf die Leistung des Hundes angewiesen ist. In dieser Phase kann dem Hund auch beigebracht werden, dass er bestimmte Wege auf ein Kommando hin gehen soll, zum Beispiel zur Post oder zum Bäcker.
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