Blauer Brief - so reagieren Sie als Eltern empathisch

Blauer Brief? - Seien Sie eine Hilfe. Blauer Brief? - Seien Sie eine Hilfe.
Wenn ein Blauer Brief im Briefkasten liegt, ist das weder für den Schüler noch für die Eltern eine angenehme Situation. Versuchen Sie, die Angelegenheit mit Ihrem Kind einfühlsam zu klären, damit es nicht zum Streit kommt.
Michaela Geiger
13.04.2011 Michaela Geiger

Wenn Ihnen die Schule einen sogenannten "Blauen Brief" schickt, dann ist das erst einmal kein Drama. Allerdings sollten Sie der Warnung der Schule durchaus Beachtung schenken, denn ein Blauer Brief weist auf mangelnde schulische Leistung Ihres Kindes hin, die die Versetzung in die nächste Klasse gefährden.

Blauer Brief - einfühlsam richtig reagieren und Lösungen finden

  • Brechen Sie keinen Streit vom Zaun. Noch ist nichts verloren. Die Blauen Briefe werden so rechtzeitig verschickt, dass Ihr Kind immer noch die Möglichkeit hat, seine Zensuren zu verbessern.
  • Vermeiden Sie eine vorwurfsvolle Haltung. Sprechen Sie Ihr Kind auf den Blauen Brief an und fragen Sie nach, warum es in den genannten Fächern Schwierigkeiten hat. Versuchen Sie, aus dem Verlauf des Gesprächs Rückschlüsse zu ziehen, ob Ihr Kind einfach nur keine Lust hat, zu lernen, oder ob es andere Schwierigkeiten hat.
  • Bieten Sie Ihrem Kind an, Nachhilfestunden zu organisieren, wenn es das Gefühl hat, die Defizite nicht selbstständig aufholen zu können.
  • Machen Sie Ihrem Kind in einem ruhigen, liebevollen Ton klar, dass Sie möchten, dass es gut in der Schule wird, weil Sie sich wünschen, dass es später im Leben alle Möglichkeiten hat, das zu tun, was es gerne möchte. Eine gute Schulbildung wird immer wichtiger für den späteren Berufsverlauf.
  • Ebenfalls sehr wichtig ist es, Ihrem Kind Konsequenzen aufzuzeigen, die es hinnehmen muss, wenn es nicht gewillt ist, an einer Verbesserung der schlechten Schulnoten zu arbeiten. Oft sind Kinder gerade in der Pubertät sehr trotzig und haben "null Bock" auf Schule. Hier sollten Sie als Eltern mit einer direkten Konsequenz einschreiten, z. B. in dem Sie die Freizeitaktivität Ihres Kindes ein wenig einschränken.
  • Versuchen Sie sich an Ihre eigene Schulzeit zu erinnern und sich in Ihr Kind hineinzuversetzen. Wo hatten Sie Schwierigkeiten? Wo lagen Ihre Schwächen? Wie haben Sie sie gelöst? Reden Sie mit Ihrem Kind darüber und zeigen Sie ihm so, dass auch Sie einmal ein ganz normaler Teenager waren, und dass Sie durchaus verstehen, dass Schule nicht gerade zu den spannendsten Dingen im Moment gehört. Das macht solidarisch und lässt Sie glaubwürdiger erscheinen.
  • Vermeiden Sie es unbedingt, Dinge, wie z. B. Nachhilfe, über den Kopf des Kindes hinweg allein zu entscheiden. Das geht meistens schief, denn der Schüler fühlt sich, vielleicht zu Recht, übergangen. Besser ist es, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich vorstellt, die schlechten Noten zu verbessern. Vielleicht hat es sich ja dazu schon genaue Gedanken gemacht.

Ein Blauer Brief ist durchaus ein Grund zur Besorgnis, aber noch kein Weltuntergang. Auf keinen Fall sollten Sie so reagieren, dass Ihr Kind beim nächsten Mal Angst haben muss, wenn es schlecht in der Schule läuft. Verständnis und Hilfestellungen sind immer besser als Bestrafungen.

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