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Bio-CO2-Anlage im Aquarium - Aufbau und Reaktion

Eine Bio-CO2-Anlage beschreibt eine für ein Aquarium gedachte CO2-Zufuhr auf Basis einer einfachen chemischen Reaktion anstelle einer CO2-Druckgasflasche. Das so gewonnene CO2 ist günstiger in der Herstellung, kann aber schlechter dosiert werden.

Pflanzen benötigen CO2 für ihre Photosynthese.
Pflanzen benötigen CO2 für ihre Photosynthese.

Was Sie benötigen:

  • Reaktorgefäß (PET-Flasche, mindestens 1 l mit möglichst breitem Deckel)
  • Waschflasche (PET-Flasche, mindestens 500 ml mit möglichst breitem Deckel)
  • CO2-Schlauch
  • Silikonkleber
  • Rückschlagventil
  • Diffusor oder anderes Zugabegerät (Flipper, Paffrathschale o. ä.)
  • Werkzeug (Bohrer, Schleifpapier)
  • 200 g Zucker
  • 3 g Trockenhefe
  • Wasser

Aufbau einer Bio-CO2-Anlage für ein Aquarium

  • Bio-CO2 ist die kostengünstige Alternative zur CO2-Einspeisung über Druckgasflaschen. Eine Bio-CO2-Anlage lässt sich mit einigen wenigen Hilfsmitteln sehr leicht selber bauen. Eine einfache Anlage besteht dabei aus einem Reaktorgefäß (einer großen PET-Flasche, je nach Beckengröße gehen 1-l-Flaschen oder aber gleich 5-l-Kanister) einer Waschflasche (hier reicht eigentlich immer eine 500-ml-Flasche) und einem Eingabegerät. Das Eingabegerät ist das einzige Bauteil, das direkt im Aquarienhandel gekauft werden sollte. Hier gibt es verschiedenste Möglichkeiten: Keramikdiffusor, Flipper oder Paffrathschalen - je nach persönlicher Präferenz.
  • Bohren Sie in den Deckel des Reaktorgefäßes ein Loch, welches 1 mm kleiner im Durchmesser ist als der CO2-Schlauch, den Sie verwenden werden. In den Deckel der Waschflasche kommen zwei entsprechende Löcher. Schneiden Sie den Schlauch schräg an, dann lässt er sich leichter durch das (entgratete) Loch ziehen. Ziehen Sie den Schlauch am Reaktorgefäß nur etwa 1 cm weit durch das Loch. Jetzt verkleben Sie den Schlauch von oben und unten ausgiebig mit Silikonkleber. Es muss eine gasdichte Verklebung entstehen, damit kein CO2 ungewollt austreten kann. Achten Sie auf der Innenseite des Deckels darauf, dass kein Silikon an das Gewinde kommt, damit Sie den Deckel später noch gut aufschrauben können.
  • An der Waschlasche ziehen Sie jetzt den Schlauch von der Reaktorflasche so weit durch eines der Löcher, dass er fast bis auf den Boden der Waschflasche reicht. Durch das 2. Loch kommt wieder ein nur 1 cm tiefes Stück Schlauch. Auch hier beide Schläuche wieder gut verkleben.
  • Das jetzt noch freie Stück Schlauch führt von der Waschflasche zum Eingabegerät im Aquarium. Sie sollten außerdem in diesem Teilstück ein Rückschlagventil einbauen, damit kein Wasser aus dem Aquarium zurück in die Waschflasche laufen kann. Damit wäre der Aufbau der Anlage abgeschlossen.

Die Reaktion starten

  • Jetzt geht es daran, die Reaktion für die Bio-CO2-Produktion zu starten. Dazu nutzen Sie die Vergärung von Zuckerwasser mit Hefe zu Alkohol und CO2. Es gibt diverse Rezepte, wie diese Reaktion angestoßen werden kann, ein generelles Rezept kann nicht genannt werden. Sie müssen mit den Zutaten ein wenig experimentieren, um die richtige Mischung für Ihr Becken zu finden. Problematisch an einer Bio-CO2-Anlage ist nämlich, dass die CO2-Zugabe nicht gesteuert werden kann. Wenn die Reaktion einmal angelaufen ist, läuft sie ununterbrochen weiter, bis aller Zucker umgewandelt wurde. Sie lässt sich nicht anhalten oder steuern.
  • Bei einer 1-l-Flasche hat sich folgendes Rezept für den Anfang bewährt: Geben Sie den Zucker in die Flasche und füllen Sie diese dann zu 3/4 mit Wasser auf (nicht schütteln!). Jetzt geben Sie die Trockenhefe hinzu. Dann die Flasche wieder mit dem Deckel fest zuschrauben. Die Waschflasche füllen Sie jetzt ungefähr zur Hälfte mit Wasser. Hier geht es nur darum, dass das Schlauchstück von der Reaktorflasche unter Wasser steht, das Schlauchstück zum Eingabegerät aber nicht.
  • Der Start der Reaktion hängt von der Umgebungstemperatur ab und kann bis zu 48 h dauern. Spätestens dann sollten Sie aber erste Bläschen in der Waschflasche aufsteigen sehen und dann auch im Eingabegerät entdecken. Das CO2 aus der Reaktorflasche steigt durch den Schlauch in die Waschflasche. Dort steigt das CO2 durch das Wasser wieder auf und wird durch den 2. Schlauch zum Eingabegerät geleitet. Die Waschflasche dient dem Zweck, dass sie ein Überlaufen der Reaktion in das Aquarium verhindern soll. Bei zu viel Hefe kann die Reaktion im Reaktor anfangen, stark zu schäumen. Der Schaum wird dann in der Waschflasche abgefangen und gelangt nicht ins Aquarium. Gleichzeitig dient die Waschflasche als Blasenzähler.
  • Wie lange die Reaktion anhält und wie viel CO2 produziert wird, hängt von der Menge Zucker und Hefe ab. Mehr Hefe produziert mehr CO2, der Zucker wird aber schneller aufgebraucht. Mehr Zucker verlängert die Reaktionsdauer. Aus diesem Grund müssen Sie die Mengen Ihren Bedürfnissen anpassen und mit ihnen experimentieren.
  • Da die Reaktion über Nacht nicht abgeschaltet werden kann, sollten Sie, wenn die CO2-Konzentration in Ihrem Becken über Nacht nicht steigen soll (zu viel CO2 in der Nacht kann die Fische ersticken), das CO2 in die Raumluft ableiten. Entweder Sie ziehen dazu das Eingabegerät aus dem Aquarium oder Sie bauen vor dem Rückschlagventil noch ein T-Ventil ein, mit dem Sie die Zuleitung zum Eingabegerät abklemmen können und stattdessen das CO2 in den Raum entlassen. Klemmen Sie auf keinen Fall einfach den Zuleitungsschlauch ab, der hohe Druck in der Reaktorflasche kann die Flasche im schlimmsten Fall explodieren lassen.
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