Bilder zum Zeichnen - darauf sollten Sie beim Abzeichnen achten

Auch Sie können schöne Bilder zeichnen. Auch Sie können schöne Bilder zeichnen.
Schöne Bilder zu zeichnen erfordert etwas Übung. Denken Sie nicht, das können Sie nicht. Auch Geige spielt man erst nach fleißigem Üben. Zeichnen Sie, was Ihnen gefällt, und Sie werden merken, Sie werden immer besser.
Heike Dommnich
03.01.2012 Heike Dommnich
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Zeichenpapier
  • Bleistift oder auch Zeichenkohle
  • Motiv
  • evtl. Lampe zum Ausleuchten

Was sollen Sie zeichnen?  Die Auswahl an Motiven ist unbegrenzt. Suchen Sie Motive, die Ihnen gefallen. Und wenn Sie einige Regeln beachten, zeichnen auch Sie tolle Bilder.

Motive zum Zeichnen - die Auswahl ist riesig

  • Wenn Sie mit dem Zeichnen beginnen, dann fangen Sie mit Lockerungsübungen an. Kreise, Ellipsen, Linien und verschiedene Strukturen sind geeignet. Dann folgen einige Übungen, in denen es darum geht, einfache Gegenstände zu zeichnen und hier bereits Licht und Schatten durch helle und dunkle Tonwerte darzustellen. Ein Glas, eine Kanne oder Tasse bieten sich an.
  • Zeichnen Sie von Anfang an möglichst nach Originalen. Lassen Sie sich nicht auf Fotos ein oder Bilder von anderen Künstlern. Wenn Sie Ihre Motive im Original betrachten, sehen Sie Licht und Schatten anders, als wenn Sie die gleichen Bilder als Foto sehen. Ein Foto ist eine zweidimensionale Angelegenheit. Das Original sehen Sie dreidimensional. 
  • Stellen Sie sich Ihre Lieblingstasse zum Abzeichnen hin und nicht etwa ein Foto. Aus frischem Obst und Gemüse lassen sich herrliche Bilder gestalten. Auch Blumen können Sie direkt zeichnen, so wie diese in der Vase stehen. Schauen Sie sich in Ihrem Zimmer um. Gibt es Gegenstände, die Sie besonders mögen? Zeichnen Sie diese. Daraus entstehen Bilder, die Ihnen Freude machen.
  • Drapieren Sie Stoff über einen Stuhl, nehmen Sie ein altes Paar Schuhe, setzen Sie einen Teddy in den Sessel, betrachten Sie Ihre Malutensilien oder legen Sie sich Muscheln und Steine vom letzten Urlaub zurecht. Alle diese Dinge können Sie gut vom Original abzeichnen. Sie bewegen sich nicht, und Sie können Sie so lange hin- und herschieben, bis Ihnen das Motiv in Ihren Bildern gefällt. Selbst Licht und Schatten können Sie dabei beeinflussen. 
  • Schwieriger ist es, wenn Sie Tiere oder Menschen zeichnen wollen. Für ein Porträt können Sie die Person bitten, sich für Sie Zeit zu nehmen. Am Anfang fällt es Ihnen nach einem Foto zu zeichnen aber sicher einfacher. Bei Tieren müssen Sie entweder sehr schnell skizzieren, oder sich auch mit einem Foto behelfen. 
  • Beim Darstellen von Landschaften empfiehlt es sich ebenso, direkt im Freien zu zeichnen. Aber auch bei diesen Motiven greifen gerade Anfänger gerne auf ein Foto zurück.

So entstehen Bilder - fangen Sie an

  1. Wenn Sie ein Stillleben zeichnen wollen, ordnen Sie die Gegenstände so an, wie es Ihnen gefällt. Betrachten Sie die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln und verschieben diese, bis Sie es als harmonisch empfinden. Nehmen Sie  eine ungerade Zahl von Gegenständen oder verschieden hohe und breite. Bei einer Gruppe stellen Sie das Wichtigste nicht direkt in die Mitte. In Ihren Bildern spielen Licht und Schatten eine wesentliche Rolle. Achten Sie darauf.
  2. Nehmen Sie sich nun ausreichend Zeit, Ihr Objekt zu betrachten. Es besteht nicht nur aus Einzelteilen, betrachten Sie alles als ein Ganzes. Um sich nicht von den Details ablenken zu lassen, kneifen Sie die Augen zusammen, sodass Sie nur Umrisse wahrnehmen. Bestimmen Sie die gesamte Höhe und Breite Ihres Motivs. Erst dann können Sie Hilfslinien einzeichnen, die dieses in seinen äußeren Maßen eingrenzen. 
  3. Mit dünnen Linien skizzieren Sie das Motiv, wobei Sie noch nicht konkrete Umrisse zeichnen, sondern erst das Gerüst. Dabei kommt es immer auf den Vergleich der Größenverhältnisse an. Nutzen Sie horizontale, vertikale und diagonale Hilfslinien. Suchen Sie Punkte Ihres Motivs, die Sie bereits einzeichnen können. So nähern Sie sich der Form der Gegenstände, bis Sie die Umrisse auf dem Blatt haben. 
  4. Solange Sie nur Umrisse zeichnen, arbeiten Sie zweidimensional mit Linien. Sobald Sie beginnen, Licht, Schatten und Halbschatten anzudeuten, bringen Sie die dritte Dimension in Ihre Bilder und arbeiten mit Flächen.
  5. Beim Anlegen der Licht- und Schattenflächen fangen Sie nicht mit den hellsten und auch nicht mit den dunkelsten Bereichen an. Beginnen Sie mit einem mittleren Tonwert und lassen Sie bei der Anlage die hellsten Bereiche frei. Danach zeichnen Sie die dunkelsten Bereiche. 
  6. Als Letztes zeichnen Sie in Ihren Bildern die Übergänge vom intensivsten Schwarz bis zu verschiedenen Grautönungen und den lichtesten Stellen. Kneifen Sie dabei öfter die Augen zusammen. So nehmen Sie die Hell-dunkel-Unterschiede besser war.
  7. Zum Schluss noch eine Bitte: Lassen Sie sich nicht entmutigen. Zeichnen müssen Sie üben wie das Musizieren. Auch das richtige Beobachten will gelernt sein. Beim Zeichnen stehen die Dinge immer nur im Verhältnis zueinander. Fragen Sie sich, um wie viel breiter ist die Fläche als die daneben? Um wie viel höher liegt der höchste Punkt? Um wie viel dunkler ist der Schatten im Verhältnis zur hellsten Fläche? Lassen Sie sich Zeit beim Beobachten. Nur so entstehen gute Bilder.

Pablo Picasso äußerte einmal sinngemäß, in jedem Kind steckt ein Künstler. Es ist nur schwierig, diesen Künstler zu erhalten, wenn es erwachsen wird. Seien Sie also nicht ängstlich. Zeichnen Sie einfach Bilder, die Ihnen gefallen.

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