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Bilder von Joan Miró - wie Sie die Stilmerkmale des Künstlers erkennen können

Die Bilder des spanischen Künstlers Joan Miró zählen - neben denen seiner Kollegen Salvador Dalí, René Magritte, Max Ernst und Meret Oppenheim - zu den Ikonen des Surrealismus. Sie sprechen das Unterbewusste, das tief Verborgene der Psyche an. Der Stil Mirós ist poetisch, seine Traumbilder durch immer wiederkehrende Symbole gekennzeichnet.

Miró ist ein Vertreter des Surrealismus.
Miró ist ein Vertreter des Surrealismus. © Ulrich_E._K._Schmidt / Pixelio

Joan Miró - seine künstlerische Entwicklung bis zum Surrealismus

  • Nach einer klassischen kaufmännischen Ausbildung begann Joan Miró sein Kunststudium 1912 in Barcelona. Sein frühes Werk stand unter dem Einfluss des Fauvismus und Kubismus. Diese Arbeiten setzten sich aus gegenständlichen Figuren zusammen, die Miró aus geometrischen Formen konstruiert hat.
  • Leuchtende Farben und unerwartete Formkombinationen dominieren die vorwiegend im Genre des Stilllebens und der Landschaft gemalten Bilder. 
  • Über Künstlerfreunde fand Miró 1924 zum Surrealismus und löste alles Gegenständliche sukzessive aus seinen Bildern. Die entstandenen Werke sind durch scheinbar willkürlich kombinierte Symbole gekennzeichnet.
  • Innerhalb von drei Jahren malte der Künstler über 100 Bilder, die traumhaft wirken und sein Unterbewusstes manifestieren. Er war ein poetischer Maler, der beide Bereiche - Kunst und Poesie - in seinen Werken zu verbinden suchte. Charakteristisch für diese Arbeiten ist die Integration von Wörtern und Sätzen.
  • Dennoch unterscheidet sich seine Arbeitsweise grundlegend von der seiner surrealistischen Kollegen: Joan Miró fertigte zu seinen Bildern viele Vorstudien an, um das Zusammenspiel der Farben und Formen auszuloten. Andere Surrealisten malten spontan und ohne Vorüberlegungen auf den Bilduntergrund.

Bilder des spanischen Künstlers - so deuten Sie wiederkehrende Stilelemente

  • Mirós Stil wirkt sehr einfach, fast kindlich geprägt. Einige Symbole sind bezeichnend für seine späteren Arbeiten und kehren in seinen Bildern immer wieder: rote Kreise, Mond und Sterne, Vogelfiguren. Miró bediente sich bei seiner Formsprache in den grundlegenden Bereichen Flora, Fauna, Kosmos und Mensch.
  • Diese Formen kristallisierten sich in der Spätphase, ab 1940, in seinen Bildern heraus.
  • Die von Miró verwendeten Symbole lassen sich oftmals als Zeichen von Sexualität und Begehren interpretieren. Weibliche und männliche Genitalien werden in seinen Bildern in Form von Spinnen und Augen integriert.
  • Der häufig abgebildete Vogel ist ebenfalls ein Symbol des Begehrens, welches Miró als die Triebfeder seines schöpferischen Potenzials ansah. Wird der Vogel in Zusammenhang mit einem Halbmond gemalt, kann er als Referenz auf Diana gelesen werden, der römischen Göttin der Geburt und des Mondes.
  • Am Beginn seiner surrealistischen Phase wirken die Formen unschuldig und heiter. Doch wie zahlreiche andere Künstler, wurde auch Joan Miró stark von seiner Umwelt und den politischen Ereignissen geprägt. Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges verloren seine Bilder ihre Leichtigkeit. Die Bildelemente werden düsterer und schweben organisch anmutend durch den Bildraum.
  • Der Reduktionsprozess wurde zum Ende seines Lebens immer stärker. Miró beschränkte sich auf einige wenige Bildelemente, sodass seine Arbeiten zunehmend monochromer wurden.
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