Bildbeschreibung in der Kunst - so erklären Sie es Grundschulkindern

Beschreiben Sie nur, was Sie sehen. Beschreiben Sie nur, was Sie sehen.
Eine Bildbeschreibung übt das, was gesehen wird, zunächst nur sachlich zu beschreiben, um die Kunst bzw. die Kunstaussage, die sich dahinter verbirgt, zu erkennen. Wenn Sie z. B. versuchen, einen Sonnenuntergang zu beschreiben, werden Sie sich auf die vielen Zusammenhänge zwischen Sonne, Erde, Wiederspiegelung, Farbspiel und Schimmer gleichmäßig zu konzentrieren. Es geht also darum, ein Bild systematisch zu betrachten und in seinen Einzelheiten wiederzugeben. Das fällt nicht selten vielen Erwachsenen schwer und deshalb sollten Grundschulkinder langsam an das Thema herangeführt werden.
Meggi Erwig
22.12.2011 Meggi Erwig
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • ein einfaches Bild
  • ein Notizblatt mit plastischen Merkansätzen

Eine Bildbeschreibung kann umfangreich sein

  • Wem die grundlegenden Regeln einer Bildbeschreibung, bzw. Kunst bekannt sind, hat es sicherlich leichter, eine Bildbeschreibung vorzunehmen. Z. B. gilt grundsätzlich, dass der Maler und das Alter des Werkes genannt wird. Wichtig ist auch, dass Seitenbeschreibungen im Bezug auf links und rechts grundsätzlich aus der Perspektive des Betrachters geschrieben werden - der rechts stehende Baum, das Haus links. Es sei denn, man bezeichnet "den" rechten Arm der links stehenden Person.
  • Zur Orientierung wird ein Bild bzw. eine Kunst in drei Orte eingeteilt: Hintergrund, Mittelpunkt und Vordergrund. Die Bildbeschreibung beginnt dann mit den einfachen Details, wie z. B. Personen und Gegenständen, wie z. B. die Dame im Mittelpunkt, das Haus im Hintergrund oder der Baum im Vordergrund, seitlich links oder rechts. Befinden sich zwei Personen im Vordergrund, wird zunächst die auffälligere beschrieben: Zwei Damen im Vordergrund, von der sich die rechte mit dominanter Kleidung/Farbgebung abhebt.
  • Grundsätzlich gilt, dass zunächst die Personen und anschließend die Landschaft erläutert wird. Ein reines Landschaftsbild beginnt mit der Beschreibung des hervorstechendsten Details im Vordergrund. Bei einem Porträt fließen Darstellungsart und Beschreibung zu einer Charakterisierung zusammen. Es wird also beschrieben, ob es sich um eine Darstellung der gesamten Person oder einer "Teilperson" handelt, ob diese aus einer Seiten- oder Frontperspektive gemalt wurde.
  • Bei einem Stillleben z. B. beginnt man zunächst, den Gegenstand (Blumenstrauß) zu benennen, der sich auf einem (vielleicht dunklen) "nature morte", einer (evtl. dunklen) "toten Natur" befindet, um dann den Blumenstrauß aus seinem Mittelpunkt heraus in seiner Blumenanordnung und Farbgebung zu beschreiben. Jedes Bild wird also vom vorderen Mittelpunkt ausgehend, in jedem Detail genau benannt, beschrieben und in seiner Anordnung erläutert, bis eine Charakterisierung des Bildes vorliegt.

So erklären Sie die Kunst den Grundschulkindern

Eine Bildbeschreibung ist noch keine Bildanalyse, die verlangen würde, neben der Bildbeschreibung eine Bildanalyse mit nachfolgender Bildinterpretation zu erstellen. Dessen sollten Sie sich bewusst sein, denn eine Bildanalyse gestaltet sich neben der Bildbeschreibung sehr umfangreich, durch genaue Angaben zur Farbwahl, Farbführung, Maltechnik, Raum- und Flächenperspektive, Linienführung und einer ausführlichen Interpretation bzgl. Zeitbedeutung (geschichtlicher, moralischer, mythischer und Zeitgeist-Bedeutung), Künstlerbiografie, als auch einer subjektiven Bewertung.

  • Um Grundschülern die Aufgabe der Bildbeschreibung näherzubringen, sollten Sie sie langsam an das Thema "genaues Hinsehen" von "Kunst" mit einer Begriffserklärung heranführen. Klären Sie, das Kunst zunächst einmal jede dargestellte Tätigkeit ist, die sich auf Wahrnehmung, Vorstellung, Übung, Wissen und Intuition begründet.
  • Lenken Sie dann die Aufmerksamkeit der Kinder Schritt für Schritt auf das Bild, das sie beschreiben sollen, auf dessen Details und die Fragen: Wer ist der Maler, wann hat er gelebt? Ist es ein Aquarell oder ein Ölbild? Ist es ein großes oder ein kleines Bild?
  • D. h., führen Sie die Kinder von den zugehörigen, notwendigen Angaben zu den eigentlichen Details einer Bildbeschreibung. Erarbeiten Sie mit den Grundschülern ein Arbeitsblatt, auf dem diese sich selber Gedächtnisstützen einzeichnen können, z. B. kopieren Sie ein Blatt, dass in zwei Fächer unterteilt ist. Ein Fach bildet einen Rahmen ab, auf dem Perspektiven (Vorder-, Mittel-, Hintergrund) zu sehen sind und auf dem zweiten Fach befinden sich Linien für Notizen, die in Eckdaten, wie z. B. Vorder-, Hinter-, Mittelgrund, Farben, Formen usw. unterteilt sind.
  • Gehen Sie schrittweise anhand einer gemeinsamen Bildbeschreibung vor, sodass sich die Grundschüler auf den ihnen vorliegenden Kopien Notizen machen können, wie man ein Bild beschreibt. Kontrollieren Sie zwischenzeitlich den Informations- und Kenntnisstand der Kinder, indem Sie sie selber beschreiben lassen, was sie sehen. Und vor allem: Üben Sie es mit den Kindern immer und immer wieder und machen Sie auf Dinge, die sie noch nicht können, liebevoll aufmerksam, denn: Kein Kind will extra "versagen"!
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