Bild aufhellen - so geht´s bei Wasserfarbenbildern

Helle Partien beim Aquarell vorher planen. Helle Partien beim Aquarell vorher planen.
Wer ein mit Wasserfarben gemaltes Bild aufhellen möchte, hat nicht viele Möglichkeiten. Die Technik erlaubt im Grunde nur das Arbeiten von Hell nach Dunkel. Aber mit ein paar Tricks können Sie sich helfen.
Katharina Reissler
31.01.2012 Katharina Reissler
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Deckweiß
  • Pinsel

Um ein mit Wasserfarben angefertigtes Bild zu bearbeiten, kommt es darauf an, mit welcher Wasserfarb-Technik es gemalt ist. Bei Aquarellen müssen Sie eine andere Methode anwenden, wenn Sie das Bild aufhellen wollen, als bei der Malerei mit Deckfarben. Bei beiden Techniken werden die Farbpigmente mit Wasser gelöst, jedoch bleiben Aquarellfarben immer mehr oder weniger transparent, während mit Deckfarben (zum Beispiel den Farben aus dem Schulmalkasten) eine hohe Farbsättigung zu erreichen ist.

Ein mit Deckfarben gemaltes Bild aufhellen

Obwohl Deckfarben - wie es der Name sagt - eine ziemlich gut deckende Wirkung haben, ist es nicht möglich, über sehr dunkle Partien mit sehr hellen Farben deckend zu malen. Falls das aus kompositorischen Gründen doch einmal nötig sein sollte, dann haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Meist können Sie die betreffenden Stellen einfach mit dem oft schon dem Malkasten beiliegenden Tubendeckweiß übermalen. Nach dem Trocknen können Sie mit beliebigen Farbtönen darüber arbeiten.
  • Eine andere Möglichkeit ist es, das Deckweiß mit etwas Farbe anzurühren. So können Sie zum Beispiel ein helles Gelb oder Rosa oder auch andere Pastelltöne erzielen. Malen Sie mit diesen Farben dann direkt über die zu dunkel geratenen Stellen. Ein weiteres Überarbeiten ist dann meist nicht mehr nötig.
  • Wollen Sie ein Bild aufhellen, das mit einfachen Deckfarben gemalt ist, dann können Sie die wasserlöslichen Pigmente auch vorsichtig mit dem Pinsel und etwas Wasser wieder "auswaschen". Aber Achtung: Arbeiten Sie nicht zu nass, sonst könnte das Papier reißen.

Ein mit Aquarellfarben gemaltes Bild aufhellen

Bei der Aquarelltechnik ist es besonders wichtig, den Bildaufbau von Anfang an gut zu planen und die hellen Partien zuerst festzulegen. Darauf können Sie dann Schritt für Schritt immer dunklere Farben aufbringen. Ein Auswaschen der getrockneten Aquarellfarbe - so wie bei den einfachen Deckfarben - ist nicht mehr möglich. Wenn Sie die Komposition dennoch später verändern möchten:

  • Rühren Sie etwas Deckweiß aus der Tube mit so viel Wasser an, dass sich eine flüssige, aber noch deckende Konsistenz ergibt. Tragen Sie das Deckweiß mit dem Pinsel vorsichtig auf den infrage kommenden Partien auf.
  • Beachten Sie, dass das Deckweiß andere Bindemittel enthält als die Aquarellfarbe und eine andere Oberflächenwirkung erzielt. Damit Ihr Bild nicht „geflickt“ aussieht, sollten Sie das Deckweiß nicht nur an einzelnen kleinen Stellen auftragen, sondern besser ganze Partien damit übermalen.
  • Lassen Sie diese Schicht gut trocknen und malen Sie erst dann mit den gewünschten Aquarellfarben darüber.

Sie können das Deckweiß bei beiden Techniken aber auch benutzen, um einzelne „Lichter“ zu setzen. So erzielen Sie eine besonders plastische Wirkung - etwa wenn Sie die Lichtreflexe an den höchsten Partien von Rundungen mit Deckweiß nachahmen.

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