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Bilanz - Definition und Aufbau

Ob im Berufsleben oder in den Wirtschaftsnachrichten, von Bilanzen haben Sie sicher schon gehört. Das Aufstellen einer Bilanz folgt rechtlich exakt geregelten Vorschriften. Eine Definition mithilfe grundlegender Merkmale hilft Ihnen, den Bilanzbegriff besser zu verstehen.

Die Bilanz spiegelt die Unternehmenssituation wider.
Die Bilanz spiegelt die Unternehmenssituation wider.

Definition des Begriffs

Aus der Bilanz eines Unternehmens ist ersichtlich, woher das Kapital dieses Unternehmens stammt und in welchen Vermögenswerten es gebunden ist. Gemäß dieser Definition besteht eine Bilanz aus zwei Seiten, deren zusammengefasste Positionen jeweils die gleiche Summe ergeben.

  • Zur Bilanzierung verpflichtete Unternehmen stellen mindestens zu Beginn der Geschäftstätigkeit und zum Abschluss eines jeden Geschäftsjahres eine Bilanz auf. Neben der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist die Bilanz der Hautbestandteil des Jahresabschlusses.
  • Die Bilanz ist stichtagsbezogen, stellt also immer eine Momentaufnahme dar. Im Gegensatz dazu bezieht sich die zeitraumbezogene Gewinn-und-Verlust-Rechnung jeweils auf die Erfolgsentwicklung des Unternehmens im gesamten Geschäftsjahr.
  • Die Jahresabschlussbilanz entsteht aus dem Abschluss der Buchführung des jeweiligen Geschäftsjahres und bildet wiederum die Basis für die Buchführung des folgenden Jahres.
  • Die Bilanzierung erfolgt nach gesetzlichen Regelungen und Richtlinien. Dabei gibt es Abweichungen zwischen der zur Veröffentlichung bestimmten Handelsbilanz und der Steuerbilanz, die das Unternehmen beim Finanzamt einreichen muss.
  • Neben der Jahresabschlussbilanz müssen mitunter auch Sonderbilanzen erstellt werden, zum Beispiel bei Fusionen, Insolvenzen oder Unternehmensumwandlungen.
  • Neben der Information externer Interessenten wie Finanzamt, Geschäftspartner oder Gläubiger, ist die Bilanz ein wichtiges Instrument der internen Unternehmenssteuerung. Deshalb stellen viele Unternehmen auch Monats- oder Halbjahresbilanzen auf oder arbeiten mit Planbilanzen. Die Entwicklung eines Unternehmens kann man mithilfe bestimmter Bilanzkennzahlen erkennen und steuern.

Aufbau der Bilanz

Der genaue Aufbau einer Handelsbilanz ist im § 266 des Handelsgesetzbuches geregelt.

  • In der Bilanz stehen die sogenannten Aktiva auf der linken und die Passiva auf der rechten Seite. An der Zusammensetzung der Passiva erkennt man die Herkunft des Unternehmenskapitals. Die Aktiva umfassen die Vermögenspositionen. Diese zeigen, wofür das Kapital verwendet wurde. Die Summe aller Aktivpositionen entspricht immer der Summe aller Passivpositionen.
  • Die Aktiva sind von oben nach unten nach dem Grad der Liquidität gegliedert. Die beiden wichtigsten Untergruppen innerhalb der Aktiva sind das Anlage- und das Umlaufvermögen. Das Anlagevermögen umfasst beispielsweise Rechte und Patente, Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Finanzanlagen. Zum Umlaufvermögen gehören unter anderem Vorräte, Forderungen, Wertpapiere, Bankguthaben und der Kassenbestand.
  • Die Passiva sind zunächst hauptsächlich in Eigenkapital und Verbindlichkeiten untergliedert und innerhalb dieser Gruppen nach Fristigkeit geordnet. Zum Eigenkapital gehören unter anderem die Unternehmensanteile der Anteilseigner, die Rücklagen und auch der Jahresüberschuss beziehungsweise -fehlbetrag. Die Verbindlichkeiten umfassen beispielsweise Bankdarlehen, aber auch kurzfristige Lieferantenkredite.
  • Die Position der Rückstellungen steht zwischen Eigenkapital und Verbindlichkeiten, da diese Mittel gemäß ihrer Definition für festgelegte Zwecke zurückgestellt werden und daher keinen Eigenkapitalcharakter haben. Ein typisches Beispiel sind Steuerrückstellungen.
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