Das Freiwillige Soziale Jahr (kurz: FSJ) hat sich in den letzten Jahren von seinem einst angestaubten Image befreit und ist zu einer echten Chance für Jugendliche und junge Erwachsene geworden, sich einen Teil unserer vielfältigen Welt anzueignen. Egal ob es darum geht, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, Kontakte zu knüpfen, neue Einblicke zu gewinnen oder sich mit dem späteren Traumberuf auseinanderzusetzen: Es gibt zahlreiche gute Gründe, sich nach Erfüllen der Schulpflicht zwölf Monate in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Das Schönste daran: Das FSJ bietet eine Fülle von Tätigkeitsfeldern bei Gewährleistung sozialer Sicherheit und unbürokratischen Zugangswegen. Doch wie schreibt man eine Bewerbung für das FSJ?
- 20.09.2010 Simon Kolzuniak
Was Sie benötigen
Das schaffen Sie mit Links
- Jugend (Teilnehmer dürfen nicht älter als 27 Jahre sein)
- Abgeschlossene Schulausbildung
- Träger des FSJ (Listen gibt es online)
FSJ heute – mehr, als man(n) vermutet
- Galt das FSJ früher als freiwilliger Zivildienst für junge Frauen, hat er sich mittlerweile zu einem vielfältigen Programm entwickelt, das neben den klassischen sozialen Diensten auch Freiwilligendienste in der Ökologie, der Kultur sowie der Entwicklungszusammenarbeit einschließt.
- Und: Das FSJ ist mittlerweile geschlechterunabhängig – das heißt, auch junge Männer können es absolvieren und sogar anstelle des Zivildienstes ausüben.
Direkte Bewerbungen für das FSJ
- Für ein Freiwilliges Soziales Jahr bewerben Sie sich direkt bei einem zugelassenen Träger. Hierzu genügt zunächst ein formloses Anschreiben, in welchem Sie Informationsmaterialien und den Bewerbungsbogen für das FSJ anfordern.
- Eine Liste aller Träger, die das FSJ anbieten, finden Sie zum Beispiel im Internet auf den Seiten des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Jugend und Sport.
- Die Träger informieren auch über die jeweiligen Bewerbungsfristen sowie die spezifischen Konditionen einer Bewerbung. Im Regelfall werden Sie einen Bewerbungsbogen erhalten.
- Darüber hinaus empfehlen Experten aber auch, in einem kurzen gesonderten Anschreiben Ihre ganz individuellen Beweggründe für das Freiwillige Soziale Jahr darzulegen. Dieses Anschreiben sollte - wie eine Bewerbung auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz - in Kürze sowie korrekter Form insbesondere Ihre Motivation sowie Ihre besonderen Qualifikationen darlegen.
- Wie bei Bewerbungen auf Ausbildungs- oder Arbeitsplätze werden Sie im Regelfall von dem Träger zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wenn Ihre Bewerbung in das Suchprofil des Trägers passt. Ein Rechtsanspruch auf das Freiwillige Soziale Jahr in einer bestimmten Institution besteht nicht.
Damit das Freiwillige Soziale Jahr wirklich sozial ist
- Um Qualität und Sicherheit für Freiwillige und Träger zu gewährleisten, existieren detaillierte Regelungen (§ 10 des JFDG), an die sich beide Parteien bei Abschluss einer sogenannten Vereinbarung halten müssen. Diese Vereinbarung entspricht einem Arbeits- oder Praktikumsvertrag und regelt die Rechte und Pflichten beider Seiten.
- Für den Freiwilligen, der sein Soziales Jahr leistet, wird damit insbesondere die gesamte Sozialversicherung von dem Träger übernommen und ein sogenanntes „Taschengeld“ gewährt.
- Um die Qualität der Freiwilligenarbeit zu gewährleisten und dem Teilnehmer Möglichkeiten der (Weiter-)bildung zu ermöglichen, sind des Weiteren Seminartage verpflichtend vorgeschrieben.