Besser singen - so trainieren Sie die Stimme

Singen macht glücklich. Singen macht glücklich.
Egal ob Geburtstagsständchen, Weihnachtslied, Schlaflied oder Oratorium. Jeder Mensch wird irgendwann einmal, freiwillig oder nicht, singen. Jeder Mensch kann auch singen, aber nicht jeder Mensch kann schön singen. Aber Sie können an Ihrer Stimme, an Ihrem Gesang arbeiten und so besser singen, besser sprechen lernen. Am wichtigsten ist jedoch, einfach anzufangen.
Markus Köhler
17.11.2011 Markus Köhler
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  • Ausdauer

Besser singen beginnt mit Atmen

  • Ein Zeitzeuge der frühen Jahre des großen Louis Armstrong berichtete, dass es unter den jungen Leuten der Chicagoer Southside "cool" gewesen sei, sich im Regen aufzuhalten und sich Zugluft auszusetzen, um so der Reibeisenstimme des singenden Trompeters nahe zu kommen. Abgesehen davon, dass all diese Versuche erfolglos blieben, kann nicht die ganze Welt so singen wie Armstrong.
  • Wenn Sie auch von Armstrong keine sängerischen Wunderkonzepte abschauen können, so können Sie eines von ihm lernen. Singen lernt man, indem man singt. Der wichtigste Hinweis ist also immer: Fangen Sie an! Lockern Sie sich. Suchen Sie sich einen sicheren aber auch lockeren Stand, und dann kann es los gehen.
  • Kennen Sie den Film "The Kings Speech"? Dort geht es um den späteren englischen König George VI., der durch einen begnadeten Sprechtrainer sein Stottern überwindet. Interessant für Sie als (angehenden) Sänger ist der Film deswegen, weil er zeigt, wie eng Stimme, Atmung und der durch beides erzeugte Ton miteinander verknüpft sind. Es ging hier zunächst auch darum, den richtigen Ton zu erzeugen.
  • Der Ton ist ein Luftstrom, der fließen muss, um zu klingen. Atmen Sie ruhig und tief. Beginnen Sie zu meditieren. Das "Om", das Hindus, Jaina und Buddhisten heilig ist, bezeichnet in östlichen Traditionen den Urklang des Universums. Dies sei dahingestellt, aber die meditative Wirkung resultiert daher, dass das "Om" gewissermaßen durch lautes Ausatmen entsteht, die Luft aus dem Bauch heraus kommt und an den Stimmbändern Resonanz erzeugt. Dementsprechend kann auch "Om" nur dann richtig klingen, wenn die Atmung funktioniert.
  • Das Einatmen sollte zunächst in Brust und dann im Unterbauch spürbar sein. Üben Sie auf diese Weise zu atmen. Dann können Sie beginnen, die Luft mit Ton herausströmen zu lassen. Versuchen Sie dabei nicht gleich Melodien zu singen, sondern achten Sie darauf, was die Luft bewirkt. Lassen Sie Ihre Stimmbänder gewissermaßen im Wind mitwehen. Zu Beginn sollten Sie entweder versuchen ein Stück zu singen, oder richtig zu atmen. Die Aufmerksamkeit auf beide Komponenten zu lenken, kann Sie anfangs überfordern.
  • Das Atmen sollte für Sie allerdings Priorität haben. Eine Melodie motiviert, vor allem, wenn Sie sie sicher beherrschen. Aber Sie treffen Ihre Töne noch allenfalls durch Glück, solange Sie Ihre Stimme nicht kontrollieren können.

Singen bedeutet Kontrolle

  • Das bedeutet, dass auch Naturtalente nicht einfach eine Arie schmettern oder einen Hit vollkommen interpretieren können. Stimmlich mögen Sie ja begnadet sein, aber dennoch ist die Binse nicht unwahr, dass Talent erst durch Disziplin veredelt werden kann. Hierzu können Ihnen ein gestimmtes Klavier oder ein Keyboard verhelfen.
  • Ohne näher auf notwendige Kenntnisse wie Notenlesen und Harmonielehre einzugehen, soll an dieser Stelle gesagt werden, dass Sie nur anhand eines Klaviers korrekte Tonleitern aufbauen können. Aus ihnen sind die Songs aufgebaut. Wenn Sie später Harmoniekenntnisse haben, können Sie transponieren und so die Melodie in einzelnen Notenstufen herauf oder herab setzen und auf diese Weise Ihre Stimme flexibler machen.
  • Die Tonleitern - es wird in der Regel mit C-Dur angefangen (weiße Tasten) - ermöglichen es Ihnen, korrekte Intervalle zu singen. Sie bewegen sich in Tonschritten nach oben oder nach unten. Sie werden hierbei schnell an Ihre Grenzen stoßen. Die sichere Beherrschung von einer Oktave (von C - C') sollte Ihr erstes Ziel sein. Danach wird Ihnen sicher auffallen, dass es Ihnen dann leichter fällt, Ihren Stimmumfang auszudehnen. Ihre Stimmbänder sind geschmeidiger geworden.
  • Eine andere Schwierigkeit ist die Lautstärke. Viele Menschen meinen, es sei damit getan, einfach jeden Ton so laut wie möglich herauszuschreien. Leute, die es eigentlich besser wissen müssten, etwa die eigentlich stimmlich hervorragende Sängerin Mariah Carey, haben hier mit "ausdrucksvollen" Balladeninterpretationen einen kaum zu überblickenden und kaum zu überschätzenden Flurschaden angerichtet. Stellen Sie sich einmal "Stille Nacht, Heilige Nacht" auf diese Weise interpretiert vor. Das Lied wäre vernichtet ...
  • Besser ist es, hier der Atmosphäre Rechnung zu tragen und mit Bedacht, behutsam und vor allem sanft und leise zu interpretieren. Dazu müssen Sie Ihre Stimme auch kontrollieren können, um dabei die gleiche Präsenz zu haben, als wenn Sie in normaler Lautstärke singen. Vor allem müssen Sie dabei stets zu verstehen sein.
  • Laut singen bedeutet nicht brüllen, sonst könnte ein voll besetztes Fußballstadion jederzeit den Gefangenenchor aus Nabucco vollendeter präsentieren als ein beliebiges Opernensemble. Wichtig ist aber, jede Silbe deutlich zu intonieren. Hier schließt sich wieder der Bogen zur Atmung, denn Sie brauchen zum lauten Gesang einen starken Resonanzkörper. Das können nur Ihr Brustkorb und Ihr Zwerchfell sein. Kraft hilft beim lauten Gesang nicht, wenn es Gesang bleiben soll!

Zu guter Letzt sei Ihnen geraten zu singen, denn singen lernt man, indem man singt.

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