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Besatzfische - so gelingt die Aufzucht im Gartenteich

Ihr riesiger Teich ist Ihnen zu leer, es wird Zeit, dass sich da etwas rührt. Sie sind drauf und dran, Fische einzusetzen, doch nicht irgendwelche Fische: Sie wollen züchten. Aber wie gelingt Ihnen die Aufzucht von Besatzfischen und was sollten Sie unbedingt darüber wissen?

Besatzfische im Teich aufziehen ist machbar.
Besatzfische im Teich aufziehen ist machbar. © Klaus_Brüheim / Pixelio

Voraussetzungen für die Haltung von Besatzfischen

  • Zunächst ist für Sie als Fischzüchter vor allem eines relevant: Verwenden Sie bei der Zucht einzig Nachkommen aus Beständen, die sich bereits etabliert haben. Vor allem gentechnisch veränderte Tiere sind ein absolutes No-Go für den seriösen Fischzüchter, genauso ist es der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderung.
  • Die richtigen Wasserbedingungen sind ein wichtiger Punkt für jede Fischaufzucht. So müssen Sie auf jeden Fall für kühles, sauberes und sauerstoffreiches Wasser sorgen, wenn Sie Besatzfische aufziehen wollen. Die beliebtesten Besatzfische, so beispielsweise Forellen, sind kaltstenotherm und damit auf eine Temperatur zwischen 8 und 18 Grad Celsius angewiesen, zudem ist eine Wasserqualität der Gewässergütestufe 1 oder 2 erforderlich.
  • Um erfolgreich aufzuziehen, empfiehlt es sich dabei, einen Naturteich anzulegen, der mit kühlem Quellwasser versorgt wird. Ein solcher Zufluss ist deshalb nötig, weil er die Fische mit Sauerstoff versorgt. Für Forellen gelten hier bestimmte Rahmenbedingungen. So können Sie in einem Teich mit zufließendem Wasser von etwa einem Liter/Sekunde allerhöchstens 100 kg Forellen halten. Generell sollte das Teichwasser sich durch den Zufluss am Tag mindestens 4-mal selbst erneuern.
  • Sicherlich spielt neben der Wasserqualität auch das Futter für eine erfolgreiche Aufzucht eine Rolle. Die meisten Besatzfische ernähren sich zunächst von Insektenlarven, bis sie zum Verzehr kleinerer Fische übergehen. Durch diese fleischlastige Ernährung sollten Sie in regelmäßigen Abständen proteinreiches Futter füttern. Je nach Art des Besatzfischs gelten hier verschiedene Standards. Sie sollten sich also genau über das geeignete Futter und die richtigen Fütterungszeiten im konkreten Falle erkundigen. Fest steht immer, dass Sie alleine Futtermittel verwenden sollten, deren Zusammensetzung in strengen Kontrollen überprüft wurde.

Zucht und Aufzucht der Tiere

  • Sie sollten wissen, dass die Geschlechtsprodukte laichreifer Besatzfische von Ihnen als Züchter der Tiere abgestreift werden. Das heißt, das Ablaichen der Tiere erfolgt nicht auf natürlichem Wege - die Nachkommenschaft würde sonst in hohen Zahlen verspeist werden. Beim Abstreifen üben Sie leichten Druck an der Bauchseite der Fische aus, sodass sowohl Eier als auch Samen abfließen und sich beides vermischt. In den Behälter mit dem entsprechenden Produkt geben Sie als Züchter schließlich Wasser, sodass die Befruchtung erfolgen kann.
  • Sie warten ab, bis die Eier aufquellen und deutlich größer werden. Sobald sie ein wenig härten, geben Sie sie in Gitterboxen unter Wasser. Diese Boxen sollten sich in sogenannten Aufzuchtrinnen befinden. wobei eine Temperatur von etwa 8 Grad vorherrschen muss, um erfolgreich zu brüten. Bis die Fische schlüpfen, sollten nun etwa 1,5 Monate vergehen. Achten Sie bei der gesamten Prozedur darauf, dass die Eier zunächst lichtempfindlich sind und auch durch leichte Stöße zerstört werden können.
  • Schließlich sollten die Fischlarven schlüpfen, wobei diese erst nach etwa 3 Wochen ihre Schwimmblase füllen, ihren Dottersack aufgebraucht haben und auf aktive Nahrungssuche gehen. Die Larven müssen Sie möglichst in Langstrombecken halten; Sie sollten die Tiere erst nach 2 Monaten in einen Teich geben. Von da ab bleiben die Fische mit ihren Altersgenossen zusammen im entsprechenden Becken und sollten dabei regelmäßig fachtierärztlich betreut werden.

Zuletzt ist Ihnen zu empfehlen, sich noch einmal genauestens bei einer anerkannten Fischzucht oder dem Fischzüchterverband zu erkundigen. Auf Sonderregelungen und -ansprüche einzelner Arten kann hier nämlich leider nicht eingegangen werden.

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