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Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit - Begiffserklärung

Die beiden Begriffe Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit mögen zum Verwechseln ähnlich klingen, haben jedoch juristisch eine unterschiedliche Bedeutung. Erfahren Sie, wie sich das eine vom anderen abgrenzt und was dahintersteckt.

Berufsunfähigkeit bezieht sich im Gegensatz zur Erwerbsunfähigkeit auf den konkreten Beruf.
Berufsunfähigkeit bezieht sich im Gegensatz zur Erwerbsunfähigkeit auf den konkreten Beruf.

So können Sie die Berufsunfähigkeit von der Erwerbsunfähigkeit abgrenzen

  • Der Begriff der Berufsunfähigkeit bezeichnet die dauerhafte Unfähigkeit eines Menschen, seinem Beruf nachzugehen. Dies ist entweder die Folge von Krankheiten, eines Unfalls oder der Invalidität eines Menschen.
  • Ein Mensch ganz ganzheitlich oder lediglich teilweise unfähig sein, seinen Beruf auszuüben. Kann eine Person eine andere, weniger hohe Position ausüben oder einen Beruf ausüben, der geringer entlohnt wird, so ist er unfähig, seinen gelernten Beruf auszuüben. Krankheiten können sich auf den einen Beruf auswirken und auf den anderen nicht. So zum Beispiel, wenn jemand einen Bandscheibenschaden hat und daher nicht mehr als Dachdecker arbeiten kann, aber durchaus eine Bürotätigkeit im Sitzen ausüben könnte.
  • Die Erwerbsunfähigkeit kann teilweise oder ganz gegeben sein, wenn jemand wegen einer Krankheit oder Behinderung psychisch oder physisch nicht mehr in der Lage ist, für seinen eigenen Unterhalt aufzukommen. Dieser Begriff bezieht sich nicht auf einen konkreten Beruf, sondern auf die Fähigkeit zur Leistung im Berufsleben allgemein und ist nicht auf andere Lebensbereiche übertragbar.
  • Dieser Begriff ist eine Voraussetzung dafür, ob jemand Leistungen nach dem SGB II, d. h. Arbeitslosengeld, oder nach dem Sozialhilferecht aus dem SGB XII erhält. Diese Voraussetzung liegt immer dann vor, wenn ein Mensch keine vollen sechs Stunden pro Tag arbeiten kann. Sie ist dann teilweise vorhanden, wenn sie nur temporär besteht. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität kann diese Fähigkeiten einschränken. So zum Beispiel, wenn jemand noch sechs Stunden arbeiten kann, aber nicht mehr in der Lage ist, zu seinem Arbeitsplatz zu fahren.

Versicherung gegen die Berufsunfähigkeit kann vor finanziellen Einbußen schützen

  • Eine Berufsunfähigkeit kann jeden Arbeitnehmer unvorhergesehen treffen. Es kann immer passieren, dass Sie krank werden, invalid oder einen Unfall haben. Daher ist es wichtig, sich mit einer privaten Versicherung gegen die finanziellen Folgen abzusichern.
  • Schließen Sie, sobald Sie beginnen zu arbeiten, eine Versicherung ab. Je früher Sie dies tun, desto geringer sind die monatlichen Beiträge. Die Versicherung tritt dann ein, wenn Sie mit einem ärztlichen Attest den Versicherungsfall nachweisen können.
  • Versicherungen treten schon dann ein, wenn Sie zu mindestens 50 % unfähig sind, den Beruf auszuüben. Im Versicherungsschutz inbegriffen ist dann auch die Erwerbsunfähigkeit und Sie müssen keine weiteren Beiträge bezahlen, wenn der Schadensfall eintritt.
  • Beachten Sie, dass die gesetzliche Rentenversicherung seit dem 1.1.2001 den Schutz gegen dies einschließt. Dies wurde während der Agenda 2010 wieder gekippt und seitdem ist nur die Erwerbsunfähigkeit abgesichert. Für Personen, die vor dem 2. Januar 1961 zur Welt gekommen sind, gilt jedoch der Bestandsschutz. Gesetzlich normiert ist dies in § 240 SGB VI.
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