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Belastungsvollmacht - so nutzen Sie sie

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, werden Sie mit einer Belastungsvollmacht konfrontiert. Sie dient der Finanzierung des Kaufpreises und sichert Käufer und Verkäufer gegeneinander ab. Damit Sie im Notartermin wissen, wovon der Notar spricht, sollten Sie die Hintergründe kennen.

Die Immobilie richtig finanzieren.
Die Immobilie richtig finanzieren. © Thorben Wengert / Pixelio

Die Belastungsvollmacht ist ein Begriff aus dem Hypotheken- und Grundbuchrecht. Sie begegnet Ihnen, wenn Sie einen notariellen Kaufvertrag beurkunden und eine Immobilie kaufen. Zwar belehrt Sie der Notar über die Hintergründe einer Belastungsvollmacht. Dennoch sollten Sie wissen, was es damit auf sich hat und welche Rechte und welche Verpflichtungen Sie damit übernehmen.

Mit der Belastungsvollmacht den Kaufpreis finanzieren

  • Als Käufer einer Immobilie müssen Sie normalerweise den Kaufpreis über ein Bankdarlehen finanzieren. Ihre Bank verlangt eine Sicherheit. Das von Ihnen zu erwerbende Grundstück können Sie noch nicht belasten und nicht als Sicherheit zur Verfügung stellen, da Sie nicht Eigentümer des Grundstücks sind.
  • Der Verkäufer möchte sein Grundstück verkaufen, die Eigentumsumschreibung aber erst bewilligen, wenn er den Kaufpreis erhalten hat. Sein Grundstück möchte er noch nicht als Sicherheit für Ihr Bankdarlehen zur Verfügung stellen, weil er damit das Risiko einginge, dass Sie das Bankdarlehen vielleicht anderweitig verwenden und er mit seinem Grundstück von der Bank in Anspruch genommen würde.
  • Die Praxis behilft sich in diesem Fall mit einer Belastungsvollmacht. Der Verkäufer erklärt sich im Kaufvertrag bereit, dass sein Grundstück zum Zwecke der Finanzierung belastet werden darf. Er erteilt Ihnen als Käufer eine Belastungsvollmacht.

Über die Grundschuld die Bank absichern

  • Mit der Belastungsvollmacht werden Sie ermächtigt, das Grundstück des Verkäufers an Ihre Bank als Sicherheit zum Zwecke der Darlehensgewährung zu verpfänden. Sie dürfen dann zugunsten Ihrer Bank eine Grundschuld auf dem Grundstück des Verkäufers bestellen und im Grundbuch eintragen lassen. Der Verkäufer muss sich der sofortigen Zwangsvollstreckung aus der Grundschuld in sein Grundstück unterwerfen.
  • Gleichzeitig müssen Sie im Kaufvertrag erklären, dass Sie Ihren Auszahlungsanspruch auf das Darlehen an den Verkäufer abtreten und das Geld nur dazu verwendet werden kann, den Kaufpreis an den Verkäufer zu bezahlen.
  • Ihre Belastungsvollmacht wird seitens des Verkäufers dahin gehend beschränkt, dass von ihr nur vor dem amtierenden Notar Gebrauch gemacht werden darf.
  • Überlegen Sie, in welcher Höhe Sie von der Ihnen erteilten Belastungsvollmacht Gebrauch machen und die Grundschuld bestellen. Sie dürfen auf diesem Wege das Darlehen erhöhen, um die Kaufnebenkosten oder anstehende Renovierungen gleich mitzufinanzieren.
  • Die Belastungsvollmacht dient damit den Interessen beider Vertragsparteien, da sie die Finanzierung und sichere Zahlung des Kaufpreises ermöglicht.
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