Alle Kategorien
Suche

Bekomme ich Arbeitslosengeld bei einer Abfindung? - Hinweise

Als nicht kündbarer Arbeitnehmer können Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf die Auszahlung einer Abfindung einigen. Dies kann dann erfolgen, wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Arbeitsvertrag gern beenden möchte. Sie können trotzdem Arbeitslosengeld bekommen.

Abfindungen werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt.
Abfindungen werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt.

Grundsätzliches zur Abfindung

  • Manchmal möchte ein Arbeitgeber einen nicht kündbaren Mitarbeiter gern ausstellen und bietet ihm dafür eine Abfindung an. Denn damit kann er sich ein teures Prozessieren vor dem Arbeitsgericht ersparen.
  • Aber auch Arbeitnehmer können auf diese Weise gut wegkommen. Denn mit einem Aufhebungsvertrag stehen Sie bei Ihren zukünftigen Bewerbungen besser da. Eine Kündigung macht in der Regel keinen guten Eindruck.

So bekommen Sie trotzdem Arbeitslosengeld

  • Wird die Abfindungssumme auf die Höhe des Arbeitslosengeldes angerechnet? Negative Auswirkungen hat die gezahlte Abfindung nur, wenn bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses die gesetzliche Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde. Ausschlaggebend ist dafür das Datum des tatsächlichen Endes Ihres Arbeitsverhältnisses. Sie können trotzdem Arbeitslosengeld bekommen.
  • Sie vermeiden die Anrechnung Ihrer Abfindungssumme auf das Arbeitslosengeld, indem Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Beurlaubung vereinbaren, die bis zum Ende Ihrer gesetzlichen Kündigungsfrist reicht. Sie bekommen dann während dieses Zeitraums Ihr normales Gehalt und bleiben so formal Mitarbeiter Ihres Unternehmens. So erbringen Sie in dieser Zeit keine Arbeitsleistung mehr.
  • Ihre Gehaltszahlungen, die Sie während der Beurlaubung weiter erhalten, werden Ihnen von der vereinbarten Abfindung abgezogen. In den meisten Fällen wird dies bei den Vorverhandlungen für die Abfindungssumme berücksichtigt. Als tatsächliche Abfindung schlägt nur jener Betrag zu Buche, der nach dem festgesetzten Vertragsende auch wirklich ausbezahlt wird.
  • Hinsichtlich der maßgeblichen Kündigungsfrist ist § 143a SGB III maßgeblich für die zu berücksichtigende Kündigungsfrist. Es kommt die gesetzliche Regelung zum Tragen, nicht eventuell längere Kündigungsfristen, die in einem Tarif- oder Arbeitsvertrag festgelegt wurden.

Die von Arbeitsämtern gern verhängten Sperrzeiten bei Zahlung einer Abfindung wurden vom Bundessozialgericht (Juli 2006) als unzulässig erklärt. Betroffene können sich dabei auf das Urteil mit dem Aktenzeichen B 11a AL 47/05 R berufen. Sie müssen daher nicht fürchten, dass sich Ihre Abfindung negativ auf das auszuzahlende Arbeitslosengeld auswirkt.

Teilen: