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Beim Wohnmobil eine Solaranlage einbauen - so geht's

Die Solaranlage am Haus ist ja schon lange keine Zukunftsvision mehr, sondern wird viel mehr zum umweltfreundlichen Trend. Wie sieht es aber mit dem Solarstrom für Wohnwägen aus? Einem Camper garantiert der Solarstrom nämlich nicht nur Umweltschutz, sondern viel mehr auch einen gewissen Grad an Unabhängigkeit. Genau deswegen entscheiden sich immer mehr Wohnmobilfahrer für die eigene Solaranlage am Wohnwagen. Und wie diese schließlich eingebaut wird, lesen Sie hier.

Die Solaranlage garantiert Wohnmobilfahrern Unabhängigkeit.
Die Solaranlage garantiert Wohnmobilfahrern Unabhängigkeit.

Ins Wohnmobil Solarmodule einbauen

  1. Der erste Schritt für den richtigen Einbau der Solaranlage im Wohnmobil ist das Verbinden der Solarmodule mit dem Solarregler, der am Ende an die Bordbatterie angeschlossen werden muss. Bringen Sie die Solarmodule also zunächst auf dem Dach auf und achten Sie dabei genau darauf, dass Sie auch wirklich genug Platz haben. Es empfiehlt sich, die Einbausituation zunächst nur nachzustellen und nichts wirklich zu befestigen, bis Sie alle Teile ideal positioniert haben. Haben Sie die Idealpositionen gefunden, markieren Sie diese am besten mit Klebeband.
  2. Anschließend schrauben Sie die Solarhalter an die Module und kleben die Kanten fest. Auch hier lässt sich die spätere Position auf dem Wohnmobildach leicht mit Klebeband andeuten. Achten Sie dabei aber darauf, dass zwischen Solarhalter und Klebeband immer ein wenig Abstand besteht, genauso auch an den Kanten. Beim Fortschreiten des Einbaus und damit dem Abziehen des Bandes spielt das vor allem für eine saubere Klebenaht eine Rolle.
  3. Bohren Sie nun das Loch für die Dachdurchführung und schrauben Sie alle mitgelieferten Kabel an die Solarmodule an. Es empfiehlt sich, immer von innen nach außen zu bohren, um die Kabel schließlich innen führen und damit verstecken zu können. Die Kabeldurchführung kleben Sie mit Klebeband analog zum ersten Schritt ab.
  4. Bevor Sie mit dem Kleben der Teile beginnen, ist es wichtig, die einzelnen Flächen mit einem extra dafür hergestellten Mittel zu reinigen und anschließend rau zu machen und mit einem sogenannten Primer vorzubearbeiten. Stellen Sie sicher, dass die von Ihnen vorbehandelten Teile mindestens eine halbe Stunde durchgelüftet und getrocknet werden, bevor Sie mit dem tatsächlichen Klebeprozess weitermachen. Da dieser schließlich auf dem Dach stattfindet, ist es ratsam, weiche Schuhe zu tragen oder sogar eine Unterlage unterzulegen, um das Blech nicht einzudrücken.
  5. Sobald die Teile getrocknet sind, können Sie den mitgelieferten Kleber auf die Module geben und Sie fest ans Dach des Wohnmobils drücken. Wenn der Kleber beginnt, an den Rändern der Module hervorzuquellen, sollte die Konstruktion fest genug sein. Für ein schöneres Bild können Sie den hervorquellenden Kleber zusammen mit ein wenig Lauge an den Seiten verstreichen. Bevor Sie mit dem Einbau der Elektrik weitermachen, sollten Sie den geklebten Teilen genug Zeit zum Trocknen lassen - am besten 12 bis 24 Stunden.

Elektrik der Solaranlage am Wohnwagen anbringen

  1. Ist der Kleber getrocknet, müssen Sie für den Einbau der Elektrik zunächst das vom Dach hängende Kabel mit der Batterie verbinden. In Ihrer Lieferung sollte ein Kabel für den Innenbereich enthalten sein, das in diesem Sinne nun verwendet werden kann und mit dem Kabel vom Dach durch eine Klemme verbunden und am Solarregler angeschlossen werden muss. Grundsätzlich ist es besser, eine Elektrik ins Wohnmobil einzubauen, die statt einer Batterie aus zweien besteht, weil die leichter verbaut werden können, während eine mit der nötigen Kapazität meist zu groß ist und nicht in die vorgesehenen Halterungen passt. Haben Sie sich also für 2 Batterien entschieden, so platzieren Sie sie einfach an den gedachten Stellen und verbinden Sie parallel mit breiten Kabeln. Sind die beiden Teile verbunden, können Sie an den Solarregler angeschlossen werden.
  2. Falls Sie sich gegen eine zweite Batterie entschieden haben, können Sie den Solarregler direkt an die zentrale Elektrostation des Wohnmobils anschließen, um keine zusätzlichen Kabel zur Batterie legen zu müssen und zudem die serienmäßige Wohnmobilanzeige nutzen zu können. Wenn Sie auch die Starterbatterie durch die neue Solaranlage betreiben wollen, so müssen Sie die beiden Teile mit einem weiteren Kabel in Verbindung bringen. Der Temperaturfühler für die Batterie, der generell die Umgebungstemperatur angeben und den Idealladestrom einstellen soll, muss von Ihnen nun auf einen unbelegten Minuspol an der Bordbatterie geschraubt und anschließend am Solarregler angebracht werden.
  3. Zuletzt gilt es, den Batteriecomputer zu installieren, der schließlich anzeigen soll, wie viel Energie noch vorhanden ist. Grundsätzlich sollten Sie das Display nahe der originalen Strom- und Wasseranzeige des Wohnmobils platzieren und festschrauben. Die zweite Einheit des Batteriecomputers muss schließlich mit dem dafür in der Lieferung enthaltenen Kabel verbunden werden. Zwischen die Bordbatterie und den Verbraucher gilt es, eine Messeinheit, einen sogenannten Shunt, zu bauen, sodass an der Bordbatterie bezüglich der Verbraucher keine Wohnmobils mehr vorhanden sein sollten, weil sie statt dessen an den Shunt geklemmt werden.

Im Großen und Ganzen sollte die Solaranlage am Wohnmobil nun betriebsfähig sein. Sie sehen also: Das Anbringen der Anlage selbst sollte nicht das Problem sein, wenn Ihnen etwas den Einbau erschwert, dann ist es die Elektrik, weil Sie selbstverständlich auch auf Sicherungen zwischen den Einzelteilen achten müssen. Kennen Sie sich mit Elektrik also überhaupt nicht aus, dann sollten Sie diesen Teil des Einbaus vielleicht lieber dem Profi überlassen.

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