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Beim Kirchenaustritt die Nachteile richtig abwägen - so geht's

Bestimmte private als auch berufliche Nachteile bei einem Kirchenaustritt, sollten normalerweise niemanden davon abhalten, seiner inneren Überzeugung zu folgen. Dennoch schrecken viele vor einem solch radikalen Schritt zurück. Sei es um ihren Kindern bestimmte Nachteile zu ersparen oder aber um kirchlich heiraten zu können. Auch können Überlegungen, aus der Kirche auszutreten, mit Gedanken an bestimmte berufliche Ziele im sozialen Bereich verbunden sein.

Nach dem Kirchenaustritt der Eltern, ist eine kirchliche Taufe des Kindes nicht möglich.
Nach dem Kirchenaustritt der Eltern, ist eine kirchliche Taufe des Kindes nicht möglich.

Wie gravierend sind denn die Folgen eines Kirchenaustrittes nun wirklich? In einem Land, in dem Religions- und Glaubensfreiheit herrscht, sollte die Religionszugehörigkeit eigentlich überhaupt kein Thema sein. Tatsächlich sind jedoch zahlreiche wichtige Institutionen in kirchlicher Hand. Darüber hinaus halten viele Menschen an tief verankerten Traditionen fest und wollen, trotz ihres Wunsches nach einem höheren Nettoeinkommen, auf diese nicht verzichten.

Befinden Sie sich ebenfalls in so einer Zwickmühle, da Sie nicht genau wissen, welche Folgen der Austritt aus der Kirche mit sich bringt? Möglicherweise kann Ihnen dieser Beitrag die Entscheidung etwas erleichtern.

Der Kirchenaustritt und seine Folgen auf privater Ebene

  • Mit dem Austritt aus der Kirche, den Sie persönlich bei Ihrem zuständigen Standesamt oder bei einem Notar, gegen eine Gebühr von etwa 10 - 60 Euro beantragen müssen, wird Ihre Teilnahme am kirchlichen Leben logischerweise stark eingeschränkt.
  • Sind beide Elternteile keine Kirchenmitglieder mehr, so kann das Kind nur getauft werden, wenn ein Christ sich dazu verpflichtet, es in die Kirchengemeinschaft aufzunehmen und zu begleiten.
  • Ist das Kind nicht getauft, so kann es nicht an Kommunion oder Firmung teilnehmen, was besonders in ländlichen Gegenden von Kindern als besonders nachteilhaft empfunden wird.  
  • Sollten Sie den Wunsch haben, Taufpate zu werden, so wird ihnen dieser als Nicht-Mitglied der Religionsgemeinschaft in den meisten Fällen verweigert. 
  • Selbstverständlich ist für Sie, nach einem Kirchenaustritt, eine Hochzeit in der Kirche ausgeschlossen. Dieser Punkt ist besonders für Frauen sehr schmerzvoll, da die Traumhochzeit in einem weißen Kleid immer noch zur Wunschvorstellung vieler gehört.
  • Viele Menschen, die sich Gedanken über einen Kirchenaustritt machen, machen sich Sorgen um ihre Beerdigung. Tatsächlich ist eine kirchliche Bestattungszeremonie nur Kirchenmitgliedern vorbehalten. Dennoch muss keiner auf einen Friedhofsplatz oder eine Trauerrede verzichten. Es gibt außer kirchliche, auch kommunale Friedhöfe und für Trauerfeiern können Sie jederzeit einen nichtkirchlichen Trauerredner engagieren.

Berufliche Nachteile eines Austrittes aus der Kirche

  • Kirchliche Einrichtungen unterliegen einem sehr strengen Sonderarbeitsrecht. Demzufolge ist die Abwendung vom christlichen Glauben oder ein unchristlicher Lebensstil bereits Anlass für eine fristlose Kündigung.
  • Sind Sie bei einem kirchlichen Arbeitgeber beschäftigt, ist der Kirchenaustritt Grund genug für eine sofortige Entlassung. Sogar mit dem Arbeitsamt könnten Sie Probleme bezüglich des Arbeitslosengeldes bekommen, wie in einem Fall vor dem Landessozialgericht Rheinland-Pfalz geschehen. Erst mit dem Gang zum Bundessozialgericht konnte die Krankenhausangestellte nach ihrer Kündigung eine nachträgliche Aufhebung der Sperrzeit bewirken.

Wie Sie sehen, kann die Unterzeichnung der Austrittserklärung wirklich schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Wie bei den meisten Entscheidungen im Leben, müssen Sie mit bestimmten Vor- und Nachteilen rechnen. Wenn es sich bei Ihnen um eine Glaubensentscheidung und nicht um eine rein finanzielle Überlegung handelt, sollten Sie versuchen, eine Entscheidung aus vollem Herzen zu treffen. Es gibt immer Alternativen, wenn Sie etwas wirklich wollen. Schwierig ist es nur, die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, wenn Sie nicht den Mut haben, für Ihre Ideale mit voller Überzeugung einzustehen und diese auch an Ihre Kinder entschlossen weiter zu geben.

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