- 06.02.2012 Edith Leisten
Mit der Ernährung Pickel bekämpfen - so geht´s
Die für eine Akne typischen Hautveränderungen entstehen durch eine vermehrte Talgproduktion der Haut, Verhornungsstörungen der Haarfollikel und Veränderungen in der bakteriellen Besiedlung. Entzündungsprozesse führen dann zur Bildung von Pickel. Diese Veränderungen sind jedoch nicht rein hormonell bedingt, sondern können durch unsere typisch westliche Ernährung getriggert werden. Ein Hausarzt wird daher in erster Linie eine Ernährungsberatung durchführen, wenn es darum geht, den Ausprägungsgrad der Akne günstig zu beeinflussen.
- Reduzieren Sie den Konsum von Milch und Milchprodukten wie Joghurt, Frischkäse und insbesondere Molkeprodukten.
- Machen Sie ein Bogen um Lebensmittel, die einen hohen glykämischen Index haben. Dieser Index gibt an, wie stark Ihr Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines Lebensmittels ansteigt, und ist besonders hoch bei Kohlenhydraten wie Kartoffeln, Weizenprodukten und Reis, bei Cornflakes, Kartoffelchips und Süßigkeiten.
- Schränken Sie Ihren Konsum an tierischen Fetten ein, vor allem Arachidonsäure, die in Schweinefleischprodukten und auch in Eigelb in nennenswertem Umfang enthalten ist.
- Verzichten Sie konsequent auf Fast Food, welches Ihre Pickel zum Sprießen bringt.
- Halten Sie feste Mahlzeiten ein, also Frühstück, Mittag- und Abendessen, und verzichten Sie auf häufige Zwischenmahlzeiten und Pausensnacks, wie auch auf zuckerhaltige Limonaden.
- Einen günstigen Einfluss auf das Hautbild bei Akne haben Rohkost, Obst, Gemüse, blaue Beerenfrüchte, Sojaprodukte und Tomaten.
- Verzichten Sie auf Fertigmahlzeiten und bevorzugen Sie eigenes Kochen mit frischem Gemüse.
- Empfehlenswert sind auch Vollkornprodukte und Ballaststoffe mit einem hohen Faseranteil sowie Seefisch, wie zum Beispiel Thunfisch, Lachs, Hering und Makrele.
- Bei den Getränken sollten Sie sich an Mineralwasser, ungezuckerten schwarzen Tee und insbesondere grünen Tee halten.
Weitere Ratschläge vom Hausarzt
Die Ausprägung eine Akne kann man nicht nur durch eine Korrektur der Ernährungsgewohnheiten erzielen. Ihr Hausarzt wird Ihnen noch weitere Ratschläge geben.
- Bewegen Sie sich mehr, treiben Sie regelmäßig Sport und reduzieren Sie somit eventuelles Übergewicht.
- Auch das Rauchen trägt zur Ausprägung Ihrer Pickel bei. Der biochemische Mechanismus ist vergleichbar mit dem von Lebensmitteln mit einem hohen glykämischen Index.
- Sie sollten keine allzu intensive Hautreinigung durchführen, insbesondere nicht mit Gewalt versuchen, den Fettfilm der Haut gänzlich zu reduzieren, was zu Problemen bei der bakteriellen Besiedlung der Haut führt.
- Verwenden Sie zur Hautreinigung sanfte Syndets, die lediglich den Fettfilm der Haut etwas reduzieren, aber keinen Einfluss auf die Hautflora haben.
- Die Pickelbildung können Sie mit entzündungshemmenden Pflanzeninhaltsstoffen mildern. Hierzu gehören Kamille, Salbei und Eichenrinde.
- Wenn Sie beispielsweise Pickel im Gesicht haben, sollten Sie ein bis zweimal wöchentlich ein Kamillendampfbad vornehmen. Geben Sie drei Beutel Kamillentee zu 1l heißem, noch dampfendem Wasser in einen Topf und lassen das ganze 10min ziehen. Halten Sie dann den Kopf über die Dämpfe und bedecken Sie ihn mit einem Handtuch.
- Versuchen Sie auch einmal ein Salbei-Dampfbad, indem Sie statt Kamillentee 2-3 Stiele Salbei verwenden.
- Für die Zubereitung eines Eichenrindensuds kochen Sie zwei Esslöffel der zerkleinerten Eichenrinde 15min lang mit einem halben Liter Wasser. Nach dem Abkühlen wird durchgesiebt und die zurückbleibende Flüssigkeit verdünnt für Umschläge verwendet. Tauchen Sie einen Waschlappen in den Sud und drücken Sie ihn gut aus, bevor Sie ihn für 10-20min auf die entzündete Hautpartie auflegen.