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Bei den Scheidungskosten den Streitwert ermitteln - so geht's

Außer den persönlichen negativen Umständen kommen bei einer Scheidung auch erhebliche Kosten auf die Parteien zu. Um die Scheidungskosten möglichst gering zu halten, muss der Streitwert niedrig gehalten werden.

Senken Sie trotz Scheidung den Streitwert.
Senken Sie trotz Scheidung den Streitwert.

Die Scheidungskosten stellen erhebliche Kosten dar

  • Die erste Bezugsgröße zur Ermittlung des Streitwertes ist das Netto-Einkommen. Dieses wird mit drei multipliziert. Verdient eine der Parteien 2.000 Euro monatlich, die Gegenseite 3.000 Euro monatlich, ergibt das zusammen 5.000 Euro. Die erste Berechnungsgrundlage für die Scheidungskosten sind also 15.000 Euro.
  • Für viele der folgenden Faktoren zur Ermittlung des Streitwertes zur Feststellung der Scheidungskosten gilt, dass viele Gerichte gar nicht danach fragen. So würde beispielsweise das Kindergeld dem Netto-Einkommen des Beziehers zugerechnet werden. 
  • Erziehungs- und Elterngeld wirken sich auf die Scheidungskosten erhöhend aus. Sozialhilfe und Hartz IV-Bezug werden dem gegenüber aber nicht angerechnet.
  • Die Frage nach dem Vermögen stellen viele Gerichte wiederum nicht. Angenommen, es befindet sich ein Eigenheim im gemeinsamen Besitz des Ehepaares mit einem Wert von 200.000 Euro. Die Restschuld beläuft sich auf 100.000 Euro. 100.000 Euro sind demzufolge dem Vermögen zuzurechnen. Nach dem Abzug des Freibetrages von 15.000 Euro pro Person verbleiben 70.000 Euro Vermögen. Daraus erhöhen fünf Prozent, also 3.500 Euro, den Streitwert.

Streitwert senken ist in beiderseitigem Interesse

  • Verbindlichkeiten werden dem Vermögen gegengerechnet, Zins-  und Tilgungsleistungen für Ratenkredite und Hypotheken mindern das Netto-Einkommen desjenigen, der die Leistungen erbringt. 
  • Wenn Sie das Beispiel von oben aufgreifen und eine monatliche Hypothekenrate von 700 Euro bei einer der Parteien zu Grunde legen, sieht der Streitwert wie folgt aus: 15.000 Euro auf der Grundlage des Netto-Einkommens zuzuüglich 3.500 auf die Immobilie, so das Gericht danach fragt, abzüglich 700 Euro Zins und Tilgung verbleiben 17.800 Euro. Darauf würden jetzt die Scheidungskosten anfallen. 
  • Für jedes Kind wird der Streitwert um 250 Euro gemindert.
  • Der Wert des Versorgungsausgleichs wird mit mindestens 1.000 Euro für den Streitwert angesetzt. Für jedes Anrecht erhöhen sich der Streitwert, und somit die Scheidungskosten, um 10% des dreifachen Netto-Einkommens der jeweiligen Partei.
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