Alle Kategorien
Suche

Begonien: praktische Pflegetipps

Begonien sind unermüdliche Blüher. Sie gehören zu den beliebtesten Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen. Ihre Pflege ist allerdings etwas heikel.

Begonien sind sehr blühfreudige Pflanzen.
Begonien sind sehr blühfreudige Pflanzen.

Pflege von Begonien als Zimmerpflanzen

Die Pflanzengattung Begonie erfreut durch ein auffallend schönes Laub. Besonders Knollenbegonien blühen von April bis September in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Lediglich grüne, blaue und schwarze Blüten sind noch keinem Züchter gelungen.

Begonien brauchen einen hellen, aber nicht sonnigen Platz. Sie vertragen keine Temperaturen von unter 16 Grad und reagieren empfindlich auf trockene Heizungsluft. Ein Fenster, unter dem eine Heizung für Wärme sorgt, ist problematisch. Stellen Sie den Topf auf eine Unterlage aus Styropor, um ein Überwärmen der Wurzeln zu vermeiden.

Gegen trockene Luft hilft ein Luftbefeuchter. Sie können auch Schalen mit Wasser neben den Pflanzen aufstellen. Besprühen Sie die Blätter niemals mit Wasser, denn das führt zu einem Pilzbefall der Blätter.

Gießen Sie sofort, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Wenn Sie mit dem Daumen auf die Erde drücken und diese nicht daran haften bleibt, ist es Zeit zu gießen. Fügen Sie dem Gießwasser im Sommer alle 14 Tage Volldünger zu.

Wichtig: Begonien brauchen einen Pflanztopf mit einem Loch im Boden. Benetzen Sie die Blätter nicht mit Wasser und entfernen Sie nach einer Stunde das Wasser, das sich im Untersetzer oder Übertopf ansammelt. Am wohlsten fühlen sich Begonien übrigens an einem Nord- oder Ostfenster.

Die Pflanzen im Freiland versorgen

Nur wenige Spezialzüchtungen vertragen Sonne. Die meisten Arten dürfen in der Zeit von 10.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die Blätter verbrennen in der Sonne rasch.

Ferner brauchen Begonien einen luftigen Standort, an dem der Wind die Blätter schnell trocknet. Halten Sie deshalb einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern zwischen den Pflanzen ein.

Gießen Sie zwei- bis dreimal in der Woche und vermeiden Sie dabei die Knollen oder Blätter zu benetzen. Statt Flüssigdünger hat sich im Freiland Langzeitdünger bewährt. Vergraben Sie diesen im Frühjahr nahe bei den Pflanzen..

Wichtig: Die meisten Begonien sind nicht  winterhart. Graben Sie die Knollen aus, sobald die Pflanzen die Blätter verlieren. Lagern Sie diese in einem trockenen, lockeren Substrat in einem frostfreien Raum. Kübelpflanzen können Sie in einen kühlen Raum bringen, das Ausgraben ist nicht nötig.

Hinweis: Einige Arten bilden keine Knollen. Diese lassen sich, sofern Sie nicht winterhart sind, entweder im Kübel überwintern oder sind einjährig. Stellen Sie die Pflanzen an einen hellen und kühlen Ort.

Vermehrung der Pflanzen

Die Vermehrung der Begonien kann durch Teilung der Knolle, Kopfstecklinge, Blattstückstecklinge oder durch Aussaat erfolgen.

Bei Knollenbegonien ist die einfachste Art das Teilen der Knolle. Schneiden Sie diese mit einem scharfen sauberen Messer in zwei Teile. Achten Sie darauf, dass an beiden Teilen ein Auge ist. Pflanzen Sie die Teilstücke in den Garten oder einen Topf.

Schneiden Sie unterhalb des Blattknotens acht bis zehn Zentimeter lange Triebe ohne Blüte ab. Entfernen Sie das unterste Blattpaar und setzen Sie den Steckling in Anzuchterde. Decken Sie das Ganze mit Folie ab. Statt eines Triebes können Sie ein Blatt abschneiden, an dem Sie die Hauptblattader mit einem Messer anritzen.

Am schwierigsten und langwierigsten ist die Vermehrung durch Aussaat, da nur die Hälfte der Saat aufgeht. Säen Sie im März dünn aus und decken Sie die Saat mit einer Haube oder einer Scheibe ab. Begonien sind Lichtkeimer, die Samen müssen auf der Erde liegen.

Hinweis: Verwenden Sie Anzuchterde aus dem Fachhandel. Verwenden Sie bei den Stecklingen Bewurzelungspulver, um den Austrieb zu beschleunigen.

Krankheiten bekämpfen

Begonien sind sehr anfällig für Krankheiten. Sie neigen zu Mehltau, Grauschimmel, Blattläusen und Milben. Achten Sie auf einen weißen mehligen Belag beziehungsweise einen grauen Pilzrasen oder Anzeichen von Fäulnis an den Stängeln. Schneiden Sie betroffene Pflanzenteile sofort ab und entsorgen Sie diese.

Tauchen Sie das Messer nach jedem Schnitt in 96-prozentigen Alkohol, um es zu desinfizieren. So verhindern Sie eine Infektion gesunder Pflanzenteile.

Einen Befall mit Blattläusen erkennen Sie an klebrigen Blättern. Außerdem sind die grünen oder schwarzen Läuse gut zu erkennen. Setzen Sie Marienkäfer ein, um die Plage zu beenden.

Spinnmilben sind kaum zu erkennen, da die Tiere sehr klein sind. Dünne feine Gespinste an den Triebspitzen und den Blattunterseiten sind ein deutliches Anzeichen. Gegen diesen Befall helfen am besten Raubmilben.

Sprühen mit Hausmitten wie Schachtelhalmextrakten und Ölemulsionen ist problematisch, da Begonien keine nassen Blätter vertragen. Kaufen Sie Fungizide oder Insektizide im Fachhandel, wenn die genannten Maßnahmen nichts nützen.

Übersicht über die Pflege von Begonien

Maßnahme

Hinweise

Standort

hell, aber keine Sonne

Pflanzabstand

20 - 25 cm

Substrat

durchlässige Blumenerde

Gießen

regelmäßig, wenn Erdoberfläche trocken

Düngen

von April bis August alle 14 Tage Volldünger

alternativ Langzeitdünger im Frühjahr

Überwintern

als Knolle kühl und dunkel, im Topf kühl und hell

Vermehren

Samen, Stecklinge, Knollenteilung

Krankheiten

verschiedene Pilzerkrankungen

befallene Teile abschneiden und entsorgen

Spezialmittel aus dem Fachhandel

Schädlinge

Blattläuse mit Marienkäfern bekämpfen

Spinnmilben mit Raubmilben bekämpfen

Wenn Sie die genannten Tipps beachten, werden Sie schnell feststellen, dass die Pflege von Begonien nicht so schwierig ist, wie oft behauptet wird. Erfreuen Sie sich an den bunten Blüten in zahlreichen frischen Farben.

Teilen: