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Beethoven: Die unvollendete Sinfonie - Wissenswertes über die Entstehung

Beethoven hatte trotz seiner Behinderung durch Taubheit nicht aufgehört, zu komponieren. Schon die 9. Sinfonie entstand nur in seiner Vorstellungskraft, er hat sie nie gehört. Aufzeichnungen lassen den Schluss zu, dass er bis zu seinem Tod an einer weiteren Sinfonie gearbeitet hat. Es sollte die "unvollendete" bleiben, und ihm und seinem Publikum nicht vergönnt sein, sie aufzuführen.

Jede Epoche hat ihre eigene Musik.
Jede Epoche hat ihre eigene Musik. © Raphael_Reischuk / Pixelio

Beethoven - eine tragische Figur

  • Als Sohn von Einwanderern aus Brabant in Bonn geboren, hat Beethoven doch den größten Teil seines Lebens in Wien verbracht. Er war Schüler bekannter Komponisten seiner Zeit, darunter auch Haydns. Seine besondere Genialität zeigte sich eindrucksvoll durch die Fähigkeit, hinreißende Improvisationen darzubieten. 
  • Beethoven war es gelungen, sich in illustren Kreisen zu etablieren, die für seine Musik auch zu zahlen bereit waren. Dadurch konnte er, im Gegensatz zu Mozart etwa, gut von seiner Musik leben. Diese Musik erhob sich über den Zeitgeschmack wegen ihrer neuartigen Ideen und sie sollte der Wegbereiter für die Epoche der Romantik werden.
  • Die Tragik seines Schicksals wurde besiegelt, als er, in der Blüte seines Lebens stehend, an fortschreitender Taubheit litt. Trotzdem rechnet man die Werke aus dieser Zeitspanne zum Besten, was Beethoven der Welt hinterlassen hat. Die sogenannte unvollendete Sinfonie wird dabei nicht als Werk anerkannt, weil sie eigentlich noch gar nicht existierte.

Die unvollendete Sinfonie

  • Im Grunde ist es nicht geklärt, ob die aufgefundenen Fragmente für eine neue, die 10. Sinfonie vorgesehen waren. Manche Musikexperten gehen davon aus, dass es durchaus sein kann, dass Beethoven andere Pläne damit hatte. Er notierte seine Aufzeichnungen gern in Skizzenblöcken, eine Arbeitsweise, die von anderen Komponisten nicht bekannt ist.
  • Es ist ein Verdienst des englischen Musikwissenschaftlers Barry Cooper, dass die letzten Arbeiten Beethovens einem breiten Publikum zugänglich wurden. Cooper hat aus den einzelnen hinterlassenen Fragmenten versucht, ein Ensemble zu formen, das seiner Meinung nach dem Geiste Beethovens entsprechen könnte. Seine Publikation erregte 1988 große Aufmerksamkeit.
  • Deshalb wird die sogenannte 10. Sinfonie offiziell auch nicht als Werk Beethovens geführt. Sie können sie aber hören und die Noten sind im Internet veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass der dritte Satz in zwei unterschiedlichen Fassungen vorliegt. Es bleibt ein Geheimnis, ob die Kompositionen von Beethoven so gewollt waren, für Musikliebhaber ist die unvollendete Sinfonie allemal etwas Besonderes.
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