Was Sie benötigen:
  • einen guten Diagnostiker

Ein Beckenschiefstand kann im Grunde als normal gelten; fast 90 Prozent aller Erwachsenen haben ein nicht normgerecht stehendes Becken. Das heißt aber nicht, dass es unproblematisch ist, wenn das Becken schief steht. Eine Vielzahl an Symptomen und Schmerzen an verschiedensten Orten kann aus einem Beckenschiefstand resultieren. Die vernünftigste Methode der Behandlung ist daher, die Ursache zu finden und diese, wenn möglich, zu beseitigen.

Ein Beckenschiefstand kann unzählige Ursachen haben

Wenn Sie zum Beispiel unter Kopfschmerzen, Schmerzen in einem Bein, Rückenproblemen, Migräne, Schwindel oder einer schiefen Wirbelsäule leiden, kann der Grund immer auch ein Beckenschiefstand sein. Kann, muss aber nicht.

  • Um herauszufinden, ob Ihr Becken eigentlich wirklich gerade steht, sollten Sie sich zu einem Diagnostiker begeben, der sich mit dem Bewegungsapparat auskennt. Das sind am ehesten Physiotherapeuten, Osteopathen, Manualmediziner oder Orthopäden. Nur die können die vielfältigen Ursachen und Auswirkungen eines Beckenschiefstandes wirklich erkennen und Ihnen sagen, woran es liegt und ob an der Beckenstellung irgendwas geändert werden kann oder muss.
  • Einige der vielfältigen möglichen Ursachen für einen Beckenschiefstand sind: Beinlängendifferenzen, Fehlstellungen in den Gelenken des Beckens, Muskelverkürzungen, Wirbelsäulenfehlstellungen, Schonhaltungen, angewöhnte Fehlhaltungen. Wie Sie hier schon sehen können, ist es nicht so einfach, wie es scheint. Zumal bei den Ursachen geklärt werden muss, ob diese habituell sind oder funktionell.

Beispiel: Beinlängendifferenz und ihre Auswirkungen

  • Wenn Sie zwei unterschiedlich lange Beine haben, wird Ihnen sicher einleuchten, dass das Becken dann schief stehen kann. Die erste Idee ist daher vermutlich, das kurze Bein zu verlängern oder das lange Bein zu verkürzen. Ersteres ist bei kleinen Beinlängendifferenzen oft gut mit Schuherhöhungen möglich. Letzteres müsste immer operativ geschehen. Dieses Vorgehen kann richtig sein, aber nur dann, wenn die Beine tatsächlich unterschiedlich lang sind. Das wäre eine habituelle Differenz.
  • Oftmals ist eine Beinlängendifferenz aber funktionell, also die eigentlich gut gemeinte Antwort des Körpers auf ein Problem an anderer Stelle im Körper. Hier ist es oft eine Fehlstellung im Iliosacralgelenk, ein Gelenk zwischen zwei Knochen, die unter anderem das Becken bilden. Ist diese Gelenkstellung nicht korrekt, kann eine Folge ein scheinbar verkürztes Bein sein, das wiederum ein scheinbar schiefes Becken produziert. In diesem Fall wäre eine Schuherhöhung nicht sinnvoll, eher schädlich. Wenn das Problem im Iliosacralgelenk nämlich aufgehoben ist, verschwindet die scheinbare Beinlängendifferenz und damit auch der Beckenschiefstand von allein.

Eine saubere Diagnostik ist also immer wichtig, wenn es gilt, einen Beckenschiefstand abzuklären und den richtigen Behandlungsweg zu finden. Allerdings muss nicht jeder Beckenschiefstand unbedingt korrigiert werden. Unter Umständen kann es hilfreicher sein, einen gut eingespielten und kompensierenden Bewegungsapparat nicht zu stören. Das ist immer eine sehr individuelle Entscheidung, die sorgfältig abgeklärt und erwogen werden muss.

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