Die Frage nach der Weltmacht und die Bayreuther Festspiele

  • Im „Rheingold“, der ersten Oper von Wagners Opernzyklus, raubt der Nibelung Alberich den Rheintöchtern das Rheingold und lässt von seinem Bruder Mime einen Ring anfertigen, welcher dem Besitzer unbegrenzte Macht verleiht. Doch der Göttervater Wotan braucht diesen Ring, um damit bei den Riesen Fasolt und Fafner den Bau der Götterburg Walhall zu zahlen. Also zwingt er Alberich, den Ring herzugeben. Doch bevor Alberich den Ring Wotan überlässt, verflucht er diesen. Derjenige, der ihn besitzt, muss sterben. Natürlich ist Alberich selbst von dem Fluch ausgeschlossen. Alberichs Fluch zeigt sofort Wirkung. Im Streit um den Ring erschlägt Fafner seinen Bruder. Mit dem Einzug der Götter in Walhall wird das „Rheingold“ der Bayreuther Festspiele 2013 enden. 

  • Um den Ring wieder zurück zu bekommen, zeugt Wotan das Geschwisterpaar Siegmund und Sieglinde. Sein Lieblingskind ist aber die Walküre Brünnhilde. Da Siegmund und Sieglinde sich nach ihrer Geburt aus den Augen verlieren, wird Sieglinde mit Hunding verheiratet. Ohne zu ahnen, dass sie Geschwister sind, verlieben sich Siegmund und Sieglinde ineinander. Dies ist ein Ehebruch, für den Fricka, Wotans Frau und Hüterin der Ehe, Wiedergutmachung fordert. Siegmund muss im Kampf gegen Hunding fallen. Wotan sieht keine andere Wahl. Er gibt Brünnhilde den Auftrag, Siegmund zu töten. Doch Brünnhildes Liebe zu Siegmund ist größer als Wotans Anweisung. Sie beschützt Siegmund und wird zur Strafe auf einem Feuerfelsen verbannt.

  • Es war für Wotan kein Problem Siegmund sterben zu lassen. Er war lediglich ein „Bauernopfer“. Wotans Hoffnungen ruhen nun auf Siegfried, dem Sohn von Siegmund und Sieglinde. Tatsächlich gelingt es Siegfried Fafner, der sich in einen Drachen verwandelt hat, den Ring abzunehmen. Der Kampf zwischen Siegfried und Fafner ist sicherlich auch 2013 ein Höhepunkt der Bayreuther Festspiele und eine besondere Herausforderung für die Bühnentechnik. Leider ist Siegfried so naiv, dass er mit Ring und Weltherrschaft nichts anzufangen weiß. Ein Waldvogel berichtet ihm von Brünnhilde und Siegfried fasst den Entschluss, diese von ihrem Feuerfelsen zu befreien.

So endet die Geschichte um die Weltherrschaft 2013 

  • Mit der „Götterdämmerung“ beginnt die letzte Oper im Ringzyklus der Bayreuther Festspiele 2013. Brünnhildes Liebe kann Siegfried nicht halten, er braucht neue Abenteuer. Als Liebespfand schenkt er Brünnhilde Alberichs Ring. Siegfried gelangt an den Hof der Gibichungen, wo Alberichs Sohn Hagen lebt. Auch Hagen wurde mit der Absicht gezeugt, den Ring für Alberich zurückzuerobern. Durch Intrigen schafft es Hagen, dass sogar Brünnhilde der Ermordung Siegfrieds zustimmt, doch nach seinem Tod erkennt sie das wahre Ausmaß des Fluches, welcher an dem Ring haftet. Mit der Bitte, diesen von dem Fluch zu reinigen, gibt sie den Ring an die Rheintöchter zurück.

  • Doch selbst für Wotan und die anderen Götter ist es zu spät. Alberichs Fluch macht auch vor ihnen nicht Halt und somit enden die Bayreuther Festspiele 2013 mit dem Untergang von Göttern und Menschen.

Wagners Ringzyklus enthält in erster Linie eine ethische Botschaft. Er konfrontiert uns mit dem sinnlosen Streben nach Macht und führt dem Opernbesucher vor Augen, dass der Weg dorthin nur über Leichen führt.