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Baumkrankheit richtig bestimmen und behandeln

Eine Baumkrankheit kann verschiedene Ursachen haben: Pilz- oder Milbenbefall, Schädlinge oder durch Bakterien verursachte Schäden.

Birnengitterrost wird nur jungen Bäumen gefährlich. Die Parasiten überwintern auf Wacholderarten.
Birnengitterrost wird nur jungen Bäumen gefährlich. Die Parasiten überwintern auf Wacholderarten.

Die Krankheit eines Baumes kann verschiedene Ursachen haben. Verursacher sind oft Schädlinge, Schäden entstehen aber auch durch unbehandelte Frost- und Sturmschäden. Sie eröffnen parasitären Organismen die Möglichkeit, sich anzusiedeln und den Baum zu schwächen. 

Baumkrankheiten an Obstbäumen

Fans von Süßkirschen kennen die kleinen weißen Maden, die ihre Gänge in die Früchte bohren und den Kirschgenuss schmälern. Der Übeltäter heißt Kirschfruchtfliege. Dieses Insekt fliegt Anfang Mai bis Anfang Juni und legt seine Eier auf die gerade gelb werdenden Kirschfrüchte.

Nach einigen Tagen schlüpfen Maden, die sich vom Fruchtfleisch ernähren. Die Früchte werden glanzlos und fallen häufig auch ab. Nach 30 Tagen sind die Larven ausgewachsen und verlassen die herabgefallenen Kirschen. Sie graben sich in der Erde ein und verpuppen sich, um im nächsten Jahr den Kreislauf aufs Neue zu beginnen. 

Auch der Apfelwickler ist ein Schädling, der vielen Obstbäumen zu schaffen macht. Betroffen sind nicht nur Apfelbäume, sondern auch Birnen, Aprikosen, Quitten, Pfirsiche, Pflaumen, Esskastanien, Kirschen und Walnussbäume. Der Falter legt seine Eier auf den Blättern und der Rinde der Bäume ab. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven und bohren sich in die Früchte.

Den Befall von Apfelwicklern können Sie leicht an den Fressgängen mit Kotrückständen in den Früchten erkennen. Die Larven sitzen meist in den Kerngehäusen des Obstes. Die Früchte fallen oft vorzeitig ab. Die ausgewachsenen Larven spinnen sich unter der Rindenborke am Stamm des Baumes ein und verpuppen sich.

Der häufig vorkommende Birnengitterrost (Birnenpockenmilben) macht sich durch unübersehbare, orangefarbige Flecken auf den Blattoberseiten des Birnbaums bemerkbar. Auch die Blattunterseiten weisen Verdickungen auf. Hier entwickeln sich die Sporen des Pilzes Gymnosporangium sabinae. Diese Pilzart wechselt zum Winter den Wirt. 

Der Pilz überwintert auf zwei Wacholderarten: dem Sadebaum und dem Chinesischen Wacholder. Die Sporen überwinden mithilfe des Windes Entfernungen bis zu 500 Meter. Die Wacholderpflanzen müssen also nicht einmal in demselben Garten stehen, damit die Wechselwirkung zum Tragen kommt. Besonders junge Birnbäume werden durch Birnengitterrost in ihrer Entwicklung geschädigt. 

Schäden an Laub- und Nadelbäumen

Die wohl bekannteste Baumkrankheit an Laubbäumen betrifft die Rosskastanie. Wenn Ihr Kastanienbaum bereits im Sommer braune Blätter zeigt, die herabfallen, ist die Rosskastanienminiermotte am Werk. 

Eine andere weitverbreitete Baumkrankheit ist der sogenannte Baumkrebs. Bei dieser Baumerkrankung handelt es sich jedoch nicht um eine Wucherung der Äste oder am Stamm, sondern der Baum ist von Pustelpilzen befallen. Betroffen sein können neben Obstbäumen unter anderem Rotbuchen, Eschen, Birken, Ulmen und Eichen. Besonders anfällig für diese Pilzart sind Bäume mit Frostschäden.

Bekannte Baumkrankheiten - Übersicht
Bezeichnung Erscheinungsbild
Kirschfruchtfliege

von Maden angefressene, durchbohrte Früchte, die abfallen

Apfelwickler

Fressgänge in der Frucht

Maden sitzen im Kerngehäuse

Birnengitterrost

Blattoberseite mit orangen Flecken

Blattunterseite mit Beulen

Rosskastanienminiermotte Laub wird im Sommer braun und fällt ab
Baumkrebs Krustige Verdickungen an Stamm und Ästen

Behandlung von Baumkrankheiten

Bei der Bekämpfung von Schädlingen sollten Sie, zum Wohle der Natur, immer natürlichen Mitteln den Vorzug geben. Holen Sie den Rat eines Fachmanns für die Diagnose und die Bekämpfung ein. Mithilfe von Pheromonfallen, Schlupfwespenarten oder Nematoden können Sie oft auf umweltfreundliche Weise dem Schädlingsbefall des Baumes beikommen. Chemische Keulen schaden häufig Nützlingen, beispielsweise den Bienen.

Ausgedehnte Trockenperioden, Frostschäden oder Windbruch schwächen den Baumbestand. Auch das Einnisten von Parasiten wird dadurch begünstigt.

Alle Teile des Baumes können davon betroffen sein, beispielsweise die Wurzelregion durch einen Ameisenbau. An der Rinde und am Stamm tun sich Käfer und andere Insekten gütlich. Von Blättern und Früchten ernähren sich Schmetterlingslarven, Pilze und Milbenarten. 

Sie sollten deshalb Ihren Baumbestand nicht aus dem Blick verlieren und eventuelle Verletzungen des Stammes oder der Äste fachgerecht versorgen. Bei einem Pilzbefall hilft es meist, wenn Sie die befallenen Teile abschneiden oder bis ins gesunde Holz absägen.

Gegen Ameisen oder bestimmte Larvenarten helfen klebrige Baummanschetten, die um den Stamm gelegt werden. Informieren Sie sich über die günstigsten Zeiten und Strategien zur Bekämpfung beim Fachmann.

Baumkrankheiten und Behandlungsoptionen
Baumkrankheit Behandlung
Kirschfruchtfliege Pheromonfallen im südlichen Kronenbereich
Apfelwickler

Lockstofffallen im Baum,

Baummanschette gegen Larven

Birnengitterrost

erste befallene Blätter pflücken,

Befall der Winterwirte eliminieren

Rosskastanienminiermotte

Laub verbrennen,

spritzen mit Wirkstoff: Diflubenzuron vor der Blüte (ungefährlich für Mensch und Tier)

Baumkrebs Entfernung der befallenen Teile bis ins gesunde Holz

Vorbeugung von Krankheiten - Hinweise

Informieren Sie sich bereits während des Einkaufs beim Fachpersonal über besonders widerstandsfähige Baumarten. Die entsprechende Wahl der Sorte erspart Ihnen eine Menge Arbeit und Ärger. Baumkrankheiten beugen Sie auch vor, wenn Sie einen idealen Standplatz wählen. 

Informieren Sie sich, in welchen Bodenverhältnissen der Baum am besten gedeiht und sorgen Sie für eine optimale Nährstoffzufuhr. So hat Ihr Baum eine gute Chance, mit Plagegeistern aller Art fertigzuwerden. In langen Trockenperioden sind Bäume dankbar für eine ausreichende Wasserzufuhr. Ein regelmäßiger, fachgerechter Baumschnitt unterstützt ebenfalls die Gesundheit Ihres Baumes.

Die meisten Baumkrankheiten sind nur für junge Bäume beziehungsweise junge Triebe gefährlich. Ältere, robuste Bäume werden nur geschwächt, wenn der Befall über mehrere Jahre hinweg besteht. Für die meisten Baumkrankheiten gibt es inzwischen umweltverträgliche Bekämpfungsmethoden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Fachmann.  

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