Barocklyrik - so verfassen Sie ein Gedicht im barocken Stil

Mit einem Sonett über die Vergänglichkeit treffen Sie den Geist der Barocklyrik. Mit einem Sonett über die Vergänglichkeit treffen Sie den Geist der Barocklyrik.
Der absolute Klassiker der Barocklyrik ist das Sonett, für das Sie bei Petrarca, Shakespeare und Gryphius berühmte Vorbilder finden.
Katharina Schnack
14.02.2011 Katharina Schnack

Das Sonett als typische Form der Barocklyrik folgt einem bestimmten Aufbau mit Versmaß, Hebungen und Strophenform. Außerdem widmet sich die Dichtung dieser Zeit vorzugsweise bestimmten Themenfeldern, die Sie in Ihre Gedichte aufnehmen können, wenn Sie selbst Barocklyrik verfassen möchten.

Themen der Barocklyrik

  • Typisch für den Geist der Barocklyrik ist das Thema der Vergänglichkeit. Der Gegensatz zwischen dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit und dem Bedürfnis nach intensivem Leben ist ein Leitmotiv, das auf unterschiedliche Weise mehr oder weniger explizit umgesetzt werden kann. 
  • Um selbst ein Sonett zu schreiben, überlegen Sie sich zunächst eine Grundidee, mit der Sie beginnen. Während Sie schreiben, kann sich dieses Grundthema wandeln oder erweitern. Am Ende sollten Sie wieder einen roten Faden in Ihrem Gedicht haben, aber während der kreativen Phase integrieren Sie neue Ideen, statt sich von ihnen stören zu lassen.
  • Wie Sie Ihre Worte in die Form des Sonetts einfügen, ist Geschmackssache. Eine mögliche Vorgehensweise ist das Aufzeichnen des gesamten Musters in Form von Silbenplatzhaltern, die Sie beim Dichten ausfüllen. Lassen Sie bei der Silbenmaske genug Platz für Veränderungen, und verwenden Sie am Besten einen Bleistift zum Schreiben. 

Die Form des Sonetts

  • Ein typisches Sonett besteht aus vier Strophen. Die ersten beiden Strophen haben jeweils vier Zeilen, die zweiten beiden jeweils drei. Die Trennung zwischen den zweiten beiden Strophen wird häufig aufgehoben, indem der Satz über die Strophengrenze hinaus weitergeführt wird. 
  • Ein typisches Reimschema ist abba - abba - cdc - dcd. Es gibt allerdings auch in der Barocklyrik schon zahlreiche Varianten dieses Schemas, die Sie nach Belieben verwenden können.
  • Idealerweise behandelt die erste Strophe ein Thema, zu dem in der zweiten Strophe eine Dissonanz aufgebaut wird, die in den letzten beiden Strophen wieder aufgelöst wird. Ein Beispiel ist die Beschreibung einer Liebe, die in der zweiten Strophe verloren geglaubt wird und am Ende wieder zurückkommt.
  • Innerhalb der Strophen müssen Sie das Versmaß beachten, das heißt die Anzahl der Silben innerhalb einer Zeile und deren Betonung.
  • Als Versmaß für das Sonett können Sie einen sechshebigen Jambus verwenden, das heißt, Ihr Silbenrhythmus geht unbetont - betont, unbetont - betont (x 'x x 'x) und Sie verwenden in einer Zeile sechs Betonungen, also zwölf Silben.
  • Im Idealfall gibt es innerhalb der Zeilen jeweils nach der sechsten Silbe einen Einschnitt in Form einer kleinen Pause.
Diese Anleitung
Leser-Tipps Ihren Tipp zur Anleitung schreiben

1400 Zeichen verbleibend.