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Ballistische Gelatine - Interessantes

Sogenanntes Ballstik Gel wird verwendet, um die Wirkung von Schüssen in weichen Körperteilen zu simulieren. Im Prinzip handelt es sich dabei um herkömmliche Gelatine von einer bestimmten Gallertfestigkeit. Es ist möglich, ballistisches Gel auch mit Haushaltsmitteln nachzuahmen.

Mit Ballistik Gel können Sie die Schusswírkungen testen.
Mit Ballistik Gel können Sie die Schusswírkungen testen.

Gallertfestigkeit von Gelatine für Ballistik Gel

  • Die Gallertfestigkeit von Gelatine wird als Bloomzahl, auch Bloomwert genannt, angegeben. Ballistik Gel hat üblicherweise 250 Bloom. Im Handel gibt es Gelatine von 50 bis 300 Bloom.
  • Um die Bloomzahl von Gelatine zu ermitteln, müssen Sie eine 6,67 %-ige Gelatine/Wasser-Mischung herstellen. Sobald die Mischung geliert ist, muss Sie 17 Stunden ruhen und auf 10°C gekühlt werden.
  • Nun können Sie den Bloomwert messen, indem Sie einen Stempel von 0,5 Zoll Durchmesser durch Gewichtskraft 4 mm tief eindrücken. Das Gel darf dabei nicht reißen. Der Bloomwert entspricht der dafür benötigten Gewichtskraft in Gramm. Um also das Gel herzustellen, müssen Sie mit der Masse von 250 g drücken.
  • Normale Speisegelatine hat einen Bloomwert von 160. Daraus können Sie eigentlich kein Ballistik Gel herstellen, allerdings ein ähnliches Material, wenn Sie dieses mit weniger Wasser anrühren, sodass ein 250-g-Gewicht entsprechend 4 mm tief einsinkt. Ein solcher Block hat nicht ganz die entsprechenden Eigenschaften, meist fehlt es auch an der Transparenz. Trotzdem können Sie damit ballistische Experimente machen.

Herstellung des Gels für ballistische Experimente

  • Geben Sie 70 g Gelatine in 930 g kaltes Wasser. Rühren Sie dabei um, versuchen Sie aber Luftbeimengungen zu vermeiden. Die Mengen sind grobe Werte, denn wie erwähnt, es gibt Unterschiede in der Gallertfestigkeit. Heben Sie die Mischung nun für 2 Stunden bei 7°-10° C auf. In dieser Zeit verändert sich die Konsistenz der Gelatine.
  • Geben Sie nun das Gefäß mit der Mischung in einen Topf mit heißem Wasser. Schmelzen Sie also das Gel in einem Wasserbad, mischen Sie es aber nicht mit dem heißen Wasser. Achtung: Die Mischung darf nicht über 55°C erhitzt werden. Rühren Sie beim Schmelzen vorsichtig um. Vermeiden Sie es, Luft einzurühren, denn Sie brauchen später ein klares Gel ohne Blasen.
  • Gießen Sie die Mischung in eine Form, die Sie mit Silikonspray ausgesprüht haben, damit Sie den Block später gut aus der Form herausbekommen. Kühlen Sie die Mischung 36 Stunden auf 10°C. Testen Sie den Bloomwert wie beschrieben. Wenn er zu fest ist, können Sie den Block vorsichtig erwärmen und etwas Wasser hinzufügen. Das ist aber nur nötig, wenn Sie kein spezielles Ballistik Gel verwendet haben.
  • Der Vorteil von glasklarem Gel ist, dass Sie Schussbahnen genau sehen können. Sofern das Material beim Experiment nicht verschmutzt ist, können Sie es vorsichtig im Wasserbad einschmelzen und erneut zu einem Block gießen.
  • Beachten Sie, dass der Block während des Experiments nicht erwärmt werden darf. Heben Sie ihn wenn nötig in einem Isolierbehälter auf.

Daran sollten Sie denken

  • Das Material wird verwendet, um zu testen, wie sich ein Geschoss in weichem Körpergewebe bewegt. Für diese Untersuchungen ist nicht nur der Endzustand wichtig, sondern auch die Phasen zwischen dem Auftreffen des Geschosses und dem Ende der Schussbahn. Sie sollten das Experiment also mit einer Hochgeschwindigkeitskamera filmen.
  • Gelatine ändert die Gallertfestigkeit ganz erheblich bei Temperaturänderungen. Realistische Werte bekommen Sie nur, wenn der Block während der ballistischen Experiments die Temperatur von 10°C hat. Wenn er erwärmt wird, sinkt die Festigkeit, bei Kälte wird er härter, bei Frost brüchig wie Glas.
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