Wirklich ballastoffarm und nicht ballaststoffreich? Ja. Ärzte und Ernährungswissenschaftler raten immer wieder zu einer ballaststoffarmen Ernährung bei Menschen, die nicht mit einem Darm leben, der sie sorgenfrei macht. Andere wollen ballaststoffarm essen, weil Sie schon von einem Apfel statt eines Bauchs ein Ballon bekommen oder glauben zu bekommen. Oft soll man vor einer Darmspiegelung schon Tage zuvor ballaststoffarm essen.
24.01.2011
Nora D. Augustin
Ballaststoffarme Nahrungsmittel gibt es gar nicht so viele
- Vermeiden Sie pflanzliche Nahrungsmittel, da Ballaststoffe (Polysaccharide, demnach Kohlenhydrate) überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Verzichen Sie auf romr Ernährung mit viel Getreideprodukten, vor allem Vollkornprodukten.
- Aber auch auf Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte, in denen Ballaststoffe als Zellulose reichlich vorhanden sind, sollten Sie reduzieren.
- In Obstkernen und Gemüse - etwa den Fäden bei Bohnen - kommt der Ballaststoff Lignin vor. Der Ballaststoff Pektin findet sich in Obst und Gemüse (besonders in Äpfeln und Quitten). Alginate, ebenfalls ein Ballaststoff, kommt in Agar und Karrageen vor.
- Wählen Sie in den einzelnen Sparten die Nahrungsmittel für Ihre Ernährung aus, die am wenigsten Ballaststoffe haben. Was die Getreide angeht, so hat polierter Reise etwa 2 g Ballaststoffe pro 100 g, Weizenkleide hingegen besteht zu ca. 50 Prozent aus Ballaststoffen und Roggen hat 13,4 g Ballaststoffe pro 100 g, Weizenmehl (Type 405) 3,2 g und Roggenmehl (Type 815) etwa 6,5 g pro 100 g.
- Unter den Gemüsesorten sollten Sie die Gurke bevorzugen, sie hat nur 0,9 g pro 100 g Ballaststoffe und ist damit recht ballaststoffarm. Rosenkohl liegt recht weit oben, was den Ballaststoffgehalt von Gemüse angeht, nämlich bei 4,4 g pro 100 g.
- Mit Wassermelonen essen Sie sehr wenig Ballaststoffe, nur 0,2 g pro 100 g, mit Heidelbeeren hingegen sogar fast 5 g, was für Obst recht viel ist. Ein Apfel hat etwa 2,5 g Ballaststoffe pro 100 g. Trockenobst hat natürlich mehr Ballaststoffe als frisches Obst.
- Unter den Nüssen erreicht die Mandel mit fast 10 g pro 100 g einen relativ hohen Ballaststoffanteil.
- Joghurt, Kefir und Buttermilch sind ballaststoffarm. Mit Milchprodukten gelingt es relativ leicht, eine ballaststoffarme Ernährung zu gewährleisten.
- Und auch Brühe und Gemüsesuppen sind geeignet für eine ballaststoffarme Ernährung.
Was Sie noch wissen sollten bei Ernährungseinschränkungen
- Wenn Sie es haargenau wissen wollen, dann finden Sie im sogenannten Bundeslebensmittelschlüssel die Inhaltsstoffe von 15 000 Lebensmitteln - und auch den Ballaststoffanteil - datenreich aufgeschlüsselt. (Googeln Sie mit den Suchworten "Inhaltsstoffe Lebensmittel".) Sie erfahren zum Beispiel, wie viele Ballaststoffe Honig hat: Honig enthält 0 mg Poly-Pentosen, 0 mg Poly-Hexosen 0 mg Poly-Uronsäure, 0 mg Cellulose, 0 mg Lignin, 0 mg wasserlösliche Ballaststoffe 0 mg wasserunlösliche Ballaststoffe.
- Es gibt wasserlösliche Ballaststoffe wie Pektin, Dextrine und Johannisbrotkernmehl und Ballaststoffe wie Cellulose, die sich nicht in Wasser auflösen.
- Ballaststoffe können sehr viel Wasser aufnehmen: das bis zu Hundertfache ihres Gewichts.

