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Auto: Starthilfe geben - wie geht das?

Auto: Starthilfe geben - wie geht das?2:33
Video von Bruno Franke2:33

Manchmal lässt einen das Auto im Stich, es will dann einfach nicht anspringen. Selten liegt es daran, dass kein Sprit im Tank ist, weitaus öfter ist eine verbrauchte Batterie die Ursache. Nun kommt es darauf an, dass man ein paar Utensilien für solche Notfälle selbst im Kofferraum zu liegen hat und dass man vor allen Dingen einen freundlichen Menschen findet, der einem hilfreich unter die Arme greift und Starthilfe gibt.

Was Sie benötigen:

  • ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange
  • ein Starthilfekabel
  • ein Warndreieck
  • einen Helfer mit eigenem Pkw
  • eventuell mehrere Helfer zum Anschieben

Eine Starthilfe zu geben ist auf verschiedene Art und Weise möglich. In jedem Fall müssen Sie eine Verkehrsfläche für Ihren Versuch auswählen, auf der Sie kein öffentliches Hindernis darstellen und keine Straße kreuzen müssen. Vereinbaren Sie vor Beginn der Aktion Handzeichen mit Ihren Helfern für „ok.“, „Halt“ usw. Stellen Sie, wenn erforderlich, ein Warndreieck auf.

Starthilfe geben mit Hilfe von Muskelkraft

  1. Die unkomplizierteste Möglichkeit ist das Anschieben durch Muskelkraft bei Schaltgetriebefahrzeugen. Das ist angebracht, wenn der Anlasser defekt oder die Batterie fast leer ist.
  2. Sprechen Sie wenigstens zwei kräftige Helfer an, setzen Sie sich in Ihr Fahrzeug, legen Sie den 2. Gang ein und drehen Sie den Zündschlüssel in Zündstellung.
  3. Um eine erfolgreiche Starthilfe zu geben, bringen die Helfer den Wagen nun durch Schieben in Schwung. Bei etwas Tempo kuppeln Sie kurz ein und geben etwas Gas. Springt der Wagen an, lassen Sie die Kupplung los und versuchen, den Motor am Laufen zu halten, damit diese Energie die Lichtmaschine auflädt. Klappt es beim ersten Versuch nicht, probieren Sie es nach kurzer Pause erneut.
  4. Achtung! Haben Sie ein Fahrzeug mit Katalysator (KAT), muss dieser kalt sein beim Anschieben, da sonst Kraftstoff in den heißen KAT laufen kann und diesen beschädigt.

Anschleppen durch einen anderen Pkw um Starthilfe zu geben

Eine weitere Möglichkeit ist das Anschleppen durch einen anderen Pkw. Das klappt auch bei völlig leerer Batterie.

  1. Verbinden Sie beide Fahrzeuge durch ein Abschleppseil oder eine –stange, schalten Sie die Warnblinkanlage ein.
  2. Das schleppende Fahrzeug fährt langsam an. Achten Sie darauf, dass das Seil gespannt ist und bremsen Sie nicht unnötig. Das kann zu Schäden am schleppenden Kfz führen. Fahren Sie vorsichtig, als hätten Sie rohe Eier geladen.
  3. Schalten Sie die Zündung ein, legen Sie den 2. Gang ein, kuppeln Sie kurz ein. Bei ca. 20-30 km/h lassen Sie die Kupplung los und geben vorsichtig Gas.
  4. Springt Ihr Wagen an, geben Sie dem Fahrer des schleppenden Kfz ein Zeichen, damit er anhält. Entfernen Sie das Abschleppseil. Lassen Sie den Motor laufen, damit die Lichtmaschine sich aufladen kann.
  5. Achtung! Automatikfahrzeuge können nicht angeschleppt werden. Bei Automatik-Fahrzeugen müssen Sie andere Möglichkeiten anwenden, um Starthilfe zu geben.

Ein Starthilfekabel verwenden, um Starthilfe zu geben

Ein Starthilfekabel ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit Hilfe eines fremden Fahrzeugs, Starthilfe zu geben

  1. Schalten Sie jeglichen Stromverbrauch (z.B. Radio) aus.
  2. Platzieren Sie beide Fahrzeuge so, dass die Batterien sich möglichst nah sind, sich die Karosserien aber nicht berühren. Das würde zu einem Kurzschluss, ggf. sogar Brand führen.
  3. Nun klemmen Sie das eine Ende des roten Kabels zuerst an den Pluspol Ihrer Batterie (Empfängerfahrzeug; Vorsicht! Berücksichtigen Sie später rotierende Teile.), danach das andere Ende an den Pluspol der Spenderbatterie. Ist die Batterie verschmutzt, erkennen Sie den Pluspol trotzdem, er ist dicker.
  4. Nun klemmen Sie ein Ende des schwarzen Kabels an den Minuspol (er ist dünner) der Spenderbatterie und das andere Ende in Ihrem Fahrzeug an ein massives Metallteil (keinesfalls an die Batterie!).
  5. Der Spender startet sein Fahrzeug und lässt den Motor laufen.
  6. Springt Ihr Motor bei einem Startversuch an, ist die Starthilfe geglückt und der Spender kann einen Motor abstellen. Falls nicht, muss er ihn noch eine Weile laufen lassen.
  7. Schalten Sie nun an Ihrem Fahrzeug einen „Stromfresser“ ein, um Ihre Elektronik vor eventueller Überspannung zu schützen.
  8. Wenn die Starthilfe geglückt ist, bauen Sie die benötigten Teile in dieser Reihenfolge von Ihrem Fahrzeug ab und beachten Sie, dass die eventuell heiß sein können:
  • als Erstes (!) das schwarze Kabel vom massiven Metallteil,
  • danach die restlichen Klemmen des Starthilfekabels.
  • Schalten Sie den „Stromfresser“ wieder aus.

Zum Aufladen der Batterie sollten Sie nun wenigstens eine Stunde lang fahren.

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