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Astronomie: Stern blinkt farbig - eine Erklärung

Sicher haben Sie das schon einmal beobachtet: Ein Stern funkelt nicht nur, sondern blinkt auch, manchmal sogar farbig. Dieses Phänomen gehört jedoch weniger in die Astronomie als in die Physik, denn die Erdatmosphäre ist schuld daran.

Der Stern "Sirius" ist für sein Blinken bekannt.
Der Stern "Sirius" ist für sein Blinken bekannt.

Ein Stern blinkt farbig

Besonders Sterne, die in der Nähe des Horizonts stehen, scheinen zu blinken und in den Farben des Regenbogens zu funkeln. Der Grund für dieses Phänomen sind Unregelmäßigkeiten der Dichte der Erdatmosphäre. Sie sitzen also nicht einer falschen Wahrnehmung auf, sondern sehen tatsächlich das funkelnde farbige Spiel des Lichts.

  • Sterne sind Sonnen, die bedingt durch ihren Abstand von der Erde als leuchtende Punkte am Nachthimmel erscheinen. Diese Sterne strahlen sehr regelmäßig. Ihr farbiges Blinken, Funkeln oder Glitzern beruht darauf, dass sich ihr Licht in den (kleinen) Dichteunregelmäßigkeiten der Atmosphäre bricht.
  • Ein ähnliches Phänomen können Sie beobachten, wenn die Sonne sengend herabbrennt. Wenn Sie an einem solchen Tag etwas weiter entfernte Gegenstände beobachten, dann scheint die Luft zu zittern. Sehr deutlich wird das über heißem Asphalt.
  • In diesen Fällen wird das Licht ein wenig aus seiner geradlinigen Bahn gebrochen und in einem raschen Wechsel in verschiedenste Richtungen abgelenkt. Der physikalische Grund ist, dass der Brechungsindex für unterschiedlich heiße oder auch dichte Luft variiert. Die Ablenkungen sind allerdings nicht groß, aber sie reichen aus, um den Gegenstand oder auch den Stern flimmern zu lassen.
  • Grob gesagt können Sie sich die Luftatmosphäre wie eine große Zahl winziger Linsen, die das Licht sammeln oder streuen, vorstellen. Auch Wellen auf einem nicht allzu tiefen See wirken so. Sie erzeugen ein helles und dunkles Farbspiel auf dem Grund.
  • Licht unterschiedlicher Farbe wird in der Erdatmosphäre unterschiedlich stark gebrochen und kann daher unterschiedliche Wege vom Stern zum Beobachter nehmen. Das Ergebnis sind Farbwechsel, die sich oft sehr rasch vollziehen.
  • Das Phänomen ist natürlich bei Sternen am Horizont viel ausgeprägter als bei Sternen im oberen Himmel. Denn im Horizontfall ist der Lichtweg durch die Atmosphäre weitaus länger und die Wahrscheinlichkeit, dabei auf Luftturbulenzen zu treffen, größer.
  • Bei großen atmosphärischen Störungen kann es vorkommen, dass der Stern nicht nur funkelt, sondern blinkt. Allerdings wissen Sie jetzt, dass er dabei nicht sein Licht ein- und wieder ausschaltet.

Übrigens: Der Stern Sirius ist dafür bekannt, dass er besonders schön blinkt. Sie können ihn während des Winterhalbjahres im Sternbild "Großer Hund" entdecken.

Das "Seeing" in der Astronomie

  • Beim Sternegucken faszinierend, in der Astronomie unerwünscht: Die Luftunruhe sorgt für das Glitzern der Sterne. Sie ist aber für genaue Beobachtungen mit Teleskop oder Fernrohr störend, da sie die Bilder verzerrt bzw. unscharf macht.
  • Um dem vorzubeugen, nutzt man für wissenschaftliche Teleskope in der Astronomie geeignete Standorte. Diese finden Sie auf hohen Bergen (z.B. Roque Muchachos auf La Palma) oder in Gebieten mit großer Luftruhe (Atacamawüste in Chile).
  • Der Hobbyastronomom muss geeignete Tage für seine Beobachtungen wählen, um ein gutes "Seeing" ohne allzu starke Luftturbulenzen zu erreichen. Gerade bitterkalte Winternächte sind besonders geeignet, wenn auch nicht beliebt.
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