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Architektur um 1900 - Wissenswertes zum Stil der Jahrhundertwende

Das Jahr 1900 markiert in der Architektur den Übergang vom Historismus zur beginnenden Moderne. Eine kurzer Blick auf die Zeit der Jahrhundertwende verdeutlicht, welche Stilrichtungen hier vorherrschend waren.

Um 1900 entwickelte sich in der Architektur der Jugendstil.
Um 1900 entwickelte sich in der Architektur der Jugendstil.

Die Architektur unmittelbar vor der Jahrhundertwende

Bis zum Jahr 1900 dominierte in der Architektur die Stilepoche des Historismus. Die Gebäude und das Stadtbild aus dieser Zeit weisen eine Reihe grundlegender Gemeinsamkeiten auf.

  • Der Historismus, der sich bereits um 1840 herausbildete, griff Merkmale aus älteren Architekturstilen auf und ahmte diese nach. Da es dabei zu einem Nebeneinander verschiedener Stile kam, spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem Stilpluralismus. 
  • Dabei wurden nicht nur die klassischen Architekturstile der Antike kopierte, sondern auch auf andere kunstgeschichtliche Epochen zurückgegriffen, welche nun nicht mehr länger als minderwertig galten.
  • Die Architekturstile des Historismus sind leicht an ihren Bezeichnungen zu erkennen, da Sie in der Regel mit "Neu-" oder "Neo-" beginnen. So zählen zu ihnen unter anderem die Neugotik, die Neorenaissance, der Neobarock und der Neoklassizismus.

Das Jahr 1900 als Beginn des Jugendstils

Die letzten Jahre vor 1900 waren durch einen rasanten Wirtschaftsaufschwung geprägt, der sich neben der Entwicklung neuer Bauformen wie dem Eisenbetonbau nicht zuletzt auch auf die Architektur dieser Zeit auswirkte.

  • Der Stil, der sich in Folge dieses Wandels herausbildete, war der sogenannte Jugendstil der Architektur, in dem verschiedene Merkmale aus dem Klassizismus, dem Barock, der Wiener Secession und anderen Stilen miteinander verbunden wurden.
  • Beachten Sie, dass in anderen Ländern auch anderen Bezeichnungen für den Jugendstil verwendet wurden. So sprach man etwa in Frankreich um 1900 von der Art nouveau oder von Fin de siècle, in Russland vom Stil Modern und in Italien von Stile Floreal.
  • Kennzeichnend für die Gebäude aus der Epoche des Jugendstils ist vor allem eine gewollte Abkehr vom Historismus, der in einer asymmetrischen Bauweise sowie in Form von in dekorativer Weise geschwungenen Linien zum Ausdruck kommt. 

In programmatischer Hinsicht zielte die Architektur um 1900 auch auf Funktionalität, welche mit der Aufgabe einer symmetrischen Bauweise einhergeht. Die Funktion von Gebäuden sollte auch durch deren architektonische Gestaltung erkennbar sein. 

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