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Arbeitszeugnis übersetzen - darauf sollten Sie achten

Ganz gleich aus welchem Grund Sie die Firma verlassen - als Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Und dies muss frei von missverständlichen Begriffen sein. Doch das Übersetzen der Formulierungen bringt oft anderes ans Tageslicht.

Beanstanden Sie falsche Arbeitszeugnisse sofort.
Beanstanden Sie falsche Arbeitszeugnisse sofort.

Was Sie benötigen:

  • Kündigung
  • Arbeitsvertrag
  • Zeugnis

Korrektes Arbeitszeugnis - was Sie wissen müssen

  • Die Gewerbeordnung (GewO) schreibt jedem Arbeitgeber vor, wie er ein Arbeitszeugnis zu erstellen hat: „Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen."
  • Viele Arbeitgeber bedienen sich wahrer Geheimcodes, die zu ernsten Missverständnissen führen können, wenn Sie sich mit einem unkorrekten Arbeitszeugnis bewerben.
  • Was positiv klingt, entpuppt sich oft als Negativbewertung.
  • Auch das bewusste Verschweigen von positiven Bewertungen kann zu fehlerhaften Zeugnissen führen, die nachzubessern sind.
  • Gleich ob aus Unwissenheit oder bewusster Benutzung bestimmter Klauseln - wer die Geheimsprache der Zeugniscodes nutzt und darin Falschaussagen verwendet, muss als Arbeitgeber mit Sanktionen bis hin zum Schadenersatz rechnen.

Ungefährlich klingende Klauseln: So übersetzen Sie Ihr Arbeitszeugnis

  • Arbeitnehmer sollten ihr Arbeitszeugnis sofort nach Erhalt prüfen, übersetzen und bei missverständlichen Äußerungen einen Anwalt, den Betriebsrat oder die Gewerkschaft einschalten und ein neues Zeugnis verlangen.
  • Denn beim Erstellen eines Arbeitszeugnisses werden oft Formulierungen verwendet, die negative Bedeutung haben und sich sogar in Schulnoten übersetzen lassen, wie folgende Beispiele zeigen.

Typische negative Geheimcodes

  • „Frau/Herr … bemühte sich, ... zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“ und „… hat unseren Erwartungen entsprochen...“  - das spricht für unzureichende Arbeitsleistungen.
  • „Frau/Herr… hat sich mit großem Eifer an ihre/seine Aufgaben herangemacht und war dabei erfolgreich“ kennzeichnet besonders schlechte Leistungen.
  • „Er/Sie bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden“ spricht für berufliche Unfähigkeit. 
  • „Er/Sie zeigte für ihre/seine Arbeit Verständnis“ kennzeichnet mangelnde Leistungsbereitschaft.
  • „Wegen ihrer/seiner Pünktlichkeit war … stets ein gutes Vorbild“ deutet auf fast vollständiges Versagen hin. 
  • „Frau/Herr ... hat sich im Rahmen ihrer/seiner Fähigkeiten eingesetzt“ erklärt, der Mitarbeiter war faul.
  • „Durch ihre/seine Geselligkeit trug sie/er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ bescheinigt dem Arbeitnehmer übertriebenen Alkoholgenuss.

Beispiele für Prädikat "Sehr gut"

  • "Herr/Frau arbeitete stets zuverlässig und genau“ und „…erzielte herausragende Arbeitsergebnisse".
  • "Ihre/Seine Leistungen haben in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung gefunden".
  • "Sie/er war im höchsten Maße zuverlässig".
  • "Er/Sie erledigte zugeteilte Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit".
  • "Die Aufgaben erledigte er/sie stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit".
  • "Herr/Frau wurde wegen seines freundlichen Wesens und seiner kollegialen Haltung bei Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr geschätzt".

Beispiele für Prädikat "gut"

  • "Herr/Frau erledigte die zugeteilten Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit" oder „…arbeitete stets zuverlässig und gewissenhaft."
  • "Wir waren mit ihren/seinen Leistungen immer sehr zufrieden."
  • "Sie/Er verfügt über umfassende Fachkenntnisse."
  • "Sie/Er hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen."
  • "Ihr/Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei."
  • „Herr/Frau zeigte stets Initiative, Fleiß und Ehrgeiz."

Beispiele für Prädikat "befriedigend"

  • "Er/Sie war verantwortungsbewusst und hat Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit erledigt."
  • "Frau/Herr arbeitete gewissenhaft und zuverlässig."
  • "Ihre/Seine Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war gut."
  • "Herr/Frau zeigte Engagement und Initiative."
  • "Er/Sie verfügt über solide Fachkenntnisse."

Beispiele für Prädikat "ausreichend"

  • "Er/Sie hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt."
  • "Ihre/Seine Arbeitsqualität entsprach den Anforderungen" oder „….Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen."
  • "Die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern verlief meist reibungslos."
  • "Herr/Frau hat unseren Erwartungen entsprochen."
  • "Sie/Er erledigte zugeteilte Aufgaben zu unserer Zufriedenheit."
  • „Er/Sie hat solides Basiswissen."

Beispiele für Prädikat "mangelhaft"

  • "Er/Sie hat die ihm übertragenen Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse durchgeführt."
  • "Frau/Herr entsprach im Allgemeinen den Anforderungen" oder „…bemühte sich im Allgemeinen den Anforderungen zu entsprechen."
  • "Er/Sie hat die Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt."
  • "Frau/Herr zeigte nach Anleitung Fleiß und Ehrgeiz."
  • "Er/Sie war stets um ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten bemüht."

Beispiele für Prädikat "ungenügend"

  • "Herr/Frau zeigte für ihre/seine Arbeit Verständnis und Interesse."
  • "Ihre/Seine Arbeitsqualität entsprach meist den Anforderungen."
  • "Er/Sie war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht" bzw. „…war bemüht, den üblichen Arbeitsaufwand zu bewältigen."
  • "Sie/Er hatte zu seinen Mitarbeitern ein weit besseres Verhältnis als zu seinen Vorgesetzten."
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