Aus dem Gedanken des Arbeitsschutzes heraus folgen im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Konkretisierungen für die Ausgestaltung der zeitlich zu leistenden Arbeit. Als Arbeitnehmer dürfen Sie nicht zu einer Arbeitsleistung gezwungen werden, die letztendlich an die Gesundheit geht. 

Das Arbeitsrecht legt Arbeitszeitgrenzen fest

  • Nicht nur im Strafgesetzbuch finden Sie Straftatbestände und die damit verbundenen Strafandrohungen. Auch das ArbZG enthält neben Bußgeldvorschriften in § 23 auch Strafvorschriften. Dies zeigt, welche hohe Geltung der Gesundheitsschutz im Arbeitsrecht hat - zumindest in der Theorie.
  • Schichtarbeit kann gesundheitlich besonders belastend sein. Wer in Wechselschicht arbeitet, muss sich immer wieder auf einen neuen Arbeits- und Freizeitrhythmus einstellen. Und wenn Sie in Nachtschichten arbeiten müssen, dann sind Sie gezwungen, entgegen eines normalen Tag-/Nacht-Rhythmus zu leben. 
  • Für Nacht- und Schichtarbeit enthält § 6 ArbZG besonderen Regelungen. Grundsätzlich darf die werktägliche Arbeitszeit bei der Nachtarbeit acht Stunden nicht überschreiben, § 6 Abs. 2 S. 1 ArbZG. Nachtschichten dauern allerdings oft länger.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Ausdehnung der Arbeitsleistung auf bis zu zehn Stunden möglich. Dann nämlich, wenn innerhalb eines Kalendermonats bzw. von vier Wochen ein Ausgleich stattfindet, der dafür sorgt, dass eine durchschnittliche, werktägliche Arbeitszeit von acht Stunden eingehalten wird. Arbeiten Sie nicht in Nachtschichten, beträgt dieser Ausgleichszeitraum sechs Monate bzw. 24 Wochen, s. § 3 ArbZG.

Auch Tarifverträge regeln Schichtarbeit

  • Regelungen zur Schichtarbeit finden sich auch in Tarifverträgen, beispielsweise in §§ 7ff. TVöD. § 7 Abs. 1 ArbZG sieht zudem vor, dass in Tarifverträgen Abweichungen von der starren Regelung des § 6 Abs. 2 ArbZG möglich sind.
  • So kann die zeitliche Arbeitsleistung durch Tarifvertrag über zehn Stunden hinaus verlängert werden, wenn sie auch Arbeitsbereitschaft und Rufbereitschaft enthält. Insbesondere für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ist diese Regelung wichtig.
  • Für die Kirchen und die kirchlichen Arbeitgeber - wie z. B. die Einrichtungen von Diakonie und Caritas - vereinbaren nur im Ausnahmefall Tarifverträge, häufiger sind hier Arbeitsvertragsregelungen anzutreffen, die in arbeitsrechtlichen Kommissionen ausgehandelt werden. Über § 7 Abs. 4 ArbZG ist die Öffnungsklausel des § 7 Abs. 1 ArbZG auch hier anwendbar.

Das Arbeitsrecht hat auch den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer im Blick. Daher ist die Erbringung von Arbeitsleistungen nicht zeitlich unbegrenzt zulässig.