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Apportieren - Schritt für Schritt den Hund trainieren

Apportieren - Schritt für Schritt den Hund trainieren 2:10
Video von Peter Oliver Greza2:10

Der absolute Alptraum eines jeden Hundebesitzers: der Vierbeiner findet beim Spazierengehen einen gefährlichen Gegenstand oder gar ein vergiftetes Stück Fleisch. Er frisst es und stirbt an den Konsequenzen. Doch es gibt Methoden, einen solchen Vorfall vorzubeugen: Sie könnten Ihrem Liebling zum Beispiel das Apportieren beibringen. Wenn er nämlich ans Bringen und Abgeben gewöhnt ist, können Sie ihn jederzeit herbeirufen, um ihm die Beute aus dem Maul zu nehmen. Wie lehren Sie Ihrem Hund aber am Geschicktesten zu apportieren?

Grundgehorsam: Vorraussetzung für das Apportieren

  • Ein Vierbeiner, der bereits an die Grundbefehle "Hier!", "Sitz!" und "Bleib!" gewöhnt ist, wird sich mit Sicherheit leichter tun das Apportieren zu erlernen als ein vollkommen untrainierter Hund. Ein bereits anerzogenes Grundgehorsam und die Akzeptanz des Hundeführers als Alpha-Tier wird dem Apportieren daher vorrausgesetzt.
  • Ein Hund, der seinen Führer nicht als Oberhaupt betrachtet, würde seine Beute- und nichts anderes ist der zu apportierende Gegenstand für ihn - niemals an seinen Besitzer abgeben.

Erste Schritte zum Apportieren: "Nimm!" und "Aus!"

  • Zwei der drei wichtigsten Befehle im Apportieren, können Sie dem Vierbeiner recht spielerisch vermitteln: das "Nimm!" und das "Aus!". Wann immer Sie beobachten, dass Ihr Hund erwägt Ihnen eines seiner Spielzeuge zu bringen und Sie zum Spielen aufzufordern, nähern Sie sich ihm. Sobald er das Spielzeug aufnimmt, befehlen Sie ihm in freundlicher Stimme: "Nimm!" und knüpfen anschließend ein überschwengliches Lob an Ihre Aufforderung. Auch kleine Belohnungen können helfen, das "Nimm!" mit dem Aufnehmen eines Gegenstandes zu verbinden.
  • Hat er sich erstmal an die Verwendung des "Nimm!" gewöhnt, liegt es an Ihnen, die Übung nicht mehr nach dem Hund selbst, sondern nach Ihnen zu richten. Nähern Sie sich also Ihrem Vierbeiner und bieten Sie ihm ein Spielzeug an, sobald er es annimmt, loben Sie ihn.
  • Um ihm schließlich das "Aus!" anzutrainieren, gehen Sie ähnlich vor und konzentrieren sich anfangs auf zufällige Situationen, in denen der Hund das Spielzeug abgibt.

Das Apportierkommando "Halten!"

  • Hat das Tier ein Gefühl für die Grundbedeutung der Befehle entwickelt, werden Sie die Kriterien für ein Lob oder eine Belohnung verschärfen. Versuchen Sie, den Hund vor sich sitzen und bleiben zu lassen.
  • Mit dem "Nimm!" bieten Sie ihm den zu apportierenden Gegenstand an, sobald er das Spielzeug aufnimmt unterstützen Sie ihn mit einem neuen Befehl: dem "Halten!". Um dem Tier die Bedeutung des neuen Begriffs klarer zu machen, können Sie das "Halten!" mit Zerrspielen verknüpfen, in denen Sie den Hund extra anstacheln, seine Beute zu verteidigen.
  • Hat Ihr Liebling das "Halten!" schließlich erlernt, trägt es dazu bei ihm zu lehren, das Spielzeug beim Apportieren nicht nur aufzunehmen und irgendwann wieder auf den Boden zu spucken, sondern solange fest zu halten, bis Sie ihn durch das "Aus!" erlösen und ihm den Gegenstand direkt abnehmen.
  • Ist Ihr Hund mithilfe des Klickertrainings grunderzogen worden, so können Sie das Klickern selbstverständlich mit der Übung verbinden.

Das Apportierkommando "Bring!"

  • Als letzer Schritt gilt es erneut, den Hund vorsitzen und bleiben zu lassen. Sie werfen schließlich den zu apportierenden Gegenstand, wobei Ihr Hund seine Position vor Ihnen erst dann verläßt, wenn Sie es ihm erlauben und ihn durch das "Nimm!" dem Gegenstand hinterher schicken.
  • Weil Hunden das Apportieren generell im Blut liegt, wird er den geworfenen Gegenstand wahrscheinlich aufnehmen und zurückbringen. Sie begleiten ihn dabei mit dem Befehl "Bring!", so dass er nach mehmaliger Wiederholung des Vorgangs ans "Bring!" als Kommando gewöhnt wird. Bei seiner Rückehr lassen Sie ihn erneut vorsitzen und bestimmen mit den Befehlen "Halten!" und "Aus!", wann er Ihnen den Gegenstand in die Hand gibt.
  • Sollte Ihr Hund das Spielzeug nicht automatisch zurückbringen, bietet es sich an, anfangs die Leine einzusetzen, um ihn sanft zur Rückehr zu zwingen.

Apportieren für Fortgeschrittene

  • Übung macht den Meister, daher sollten Sie das neu gelernte Apportieren circa 20 Minuten pro Tag trainieren.
  • Sobald Ihr Hund eine gewisse Sicherheit im Bringen entwickelt hat, können Sie den Schwierigkeitsgrad der Übungen steigern, indem Sie den zu apportierenden Gegenstand aus dem Wasser bringen lassen oder verstecken. Auch Hindernisse können in die Strecke eingebaut werden, um das Tier immer wieder neu herrauszufordern.

Letztendlich ist es am Wichtigsten, die neu erlernten Befehle nicht abnutzen zu lassen. Je öfter Sie ein Kommando geben, das der Hund missachtet und vor allem- je öfter Sie seine Missachtung ignorieren- desto sicherer wird er das Gelernte wieder vergessen. Versuchen Sie daher, sich immer durchzusetzen und wenden Sie die Apportier- aber auch Grundbefehle nie gedankenlos an, weil Sie sonst Ihre eigene Autorität untergraben.  

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