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Aphorismen - eine Definition

Theodor Fontane sagte einmal zum Thema "Aphorismen": Ein Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz." Obwohl dieses Zitat das Wesen einer solchen Sentenz gut beschreibt, ist es natürlich noch keine vollwertige Definition. Wie könnte eine solche aussehen?

Aphorismen sollen erhellend wirken.
Aphorismen sollen erhellend wirken.

Die Definition eines Aphorismus

  • Gemeinhin handelt es sich bei einem Aphorismus um einen kurzen Sinnspruch, der seinem Leser eine (subjektive) Erkenntnis offenbart. Es ist allerdings zu beachten, dass die Kürze - meist handelt es sich um einen einzelnen Satz - zwar der Normalfall, aber nicht zwingend ist. 
  • Eine Definition des Begriffs muss des Weiteren die immanente Gegensätzlichkeit jenes Prosafetzens aufgreifen: Aphorismen versuchen, auf engsten Raum verknappt, einen durchaus komplexen philosophischen Gedankengang so zu präsentieren, dass er sich im Leser entfalten kann. Die Reduzierung ist also nur scheinbar und findet ausschließlich auf der äußeren Ebene statt.
  • Aphorismen bedienen sich oft verschiedener Stilmittel, die mittels Ironie und Widersprüchlichkeit die Allgemeingültigkeit der gerade getroffenen Aussage infrage stellen. Interessant ist dies vor allem deshalb, weil Aphorismen eigentlich per Definition einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzen, diese auf derart kurzem Raum aber eigentlich nicht mit akademischen Mitteln hinterfragt werden könnte. Diese Aufgabe übernehmen stattdessen besagte Stilmittel.

Beispiele für Aphorismen

Es gibt unzählige Aphorismen, die es auch oft in Sammelbänden zu kaufen gibt. Die Qualität jener Sentenzen und der ihnen innewohnende Erkenntnisgewinn sind jedoch stark schwankend. Wenn Sie das Wesen von Aphorismen verstehen wollen, werden Sie aber nicht darum herumkommen, sich einige Vertreter der Gattung durchzulesen:

  1. Francis Bacon: "Aphorismen, da sie ein gebrochenes Wissen darstellen, laden die Menschen ein, weiter zu forschen."
  2. Dalí: "Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung."
  3. Jean Paul: "Der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat."
  4. Voltaire: "Wenn es Gott nicht gäbe, man müsste ihn erfinden."
  5. Schopenhauer: "Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt."
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