Anteilnahme - Text selbst gestalten

Gute Anteilnahme-Texte brauchen Einfühlungsvermögen. Gute Anteilnahme-Texte brauchen Einfühlungsvermögen.
Einen Anteilnahme-Text selbst zu gestalten ist nicht schwer, erfordert aber Einfühlungsvermögen. Mit ein wenig Vorbereitung gelingt es, immer die richtigen Worte zu finden.
Florence Schneider
22.03.2011 Florence Schneider
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Schriftlich sein Beileid zu äußern in Form eines Anteilnahme-Textes fällt vielen Menschen äußerst schwer. Man kann diese Textform eben nicht mit anderen Briefen vergleichen.

Gute Anteilnahme-Schreiben berücksichtigen die Lage des Adressaten

  • Sie müssen sich, so unangenehm es auch sein mag, genau in die Situation und Lage des oder der Betreffenden versetzen - jeder Trauerfall ist anders. Es macht einen riesen Unterschied, ob Sie einen Anteilnahme-Text für die Angehörigen eines älteren Menschen verfassen oder eines jungen Menschen, eines verstorbenen jungen Elternteils oder gar eines Kindes.
  • Halten Sie sich in besonders schlimmen Fällen bloß nicht an die herkömmlichen Trauerfloskeln.
  • Die Zeit, die Sie beim Tode eines bekannten Menschen investieren, ist niemals verschenkt. Sie geben mit einem guten Anteilnahme-Text den Trauernden Trost und Hilfe und sich selbst ein gutes Selbstwertgefühl.
  • Die Auseinandersetzung mit dem speziellen Tod der betroffenen Person hilft einem auch selbst weiter, wenn sich ähnliches wiederholt.
  • Machen Sie nie den Fehler, mit besonders großen Worten und viel Emotionalem die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und zu zeigen, was für ein guter Mensch sie sind. Selbstdarstellung ist völlig fehl am Platz.
  • Wenn einem gar nichts einfällt, lieber wenige natürlich formulierte Sätze schreiben als die üblichen Formeln.
  • Rücksichtsnahme auf die Gefühle der Trauernden ist oberstes Gebot. Zur Empathie in einem solchen Fall gehört auch, dass man nicht schon auf die Zukunft und auf bessere Zeiten verweist, dies wird dem Verstorbenen nicht gerecht.
  • Trauer gehört zum Leben dazu und in einem Anteilnahme-Text muss man den Trauernden zeigen, dass es in Ordnung ist, für eine Weile in schlechter Stimmung zu sein und alle negativen Gefühle zuzulassen.
  • Aufmunterndes bewirkt oft das Gegenteil: Die Trauernden wollen den Todesfall verarbeiten und nicht schon an Vergnügliches denken.
  • Sie sehen: Einen guten Anteilnahme-Text zu schreiben, ist auf den ersten Blick recht kompliziert, wenn man sich aber einmal intensiv mit der Thematik befasst hat, kann man immer wieder gute Anteilnahme-Texte schreiben.

Was soll man in einem guten Beileids-Text schreiben?

  • Diese Frage ist das größte Problem für die meisten Schreiber. Doch die Antwort ist gar nicht so schwer: Schreiben Sie persönlich!
  • Gehen Sie auf den Verstorbenen ein. Auch wenn es nur ein entfernter Bekannter war, interessiert es die Angehörigen, wie der Verstorbene von nahen und fernen Bekannten wahrgenommen wurde.
  • Gehen Sie sanft mit den Schwächen des Verstorbenen um. Ein Anteilnahme-Text ist natürlich nicht die Gelegenheit, Rache zu nehmen, sondern gütig mit den Fehlern des Menschen umzugehen.
  • Teilen Sie den Trauernden mit, wie sie den Verstorbenen erlebt haben und schildern Sie Ihnen Situationen, in denen er sich bewährt hat oder seinen besonderen Charakter gezeigt hat.
  • Wenn Sie mit dem Verstorbenen näher befreundet waren, erzählen Sie von gemeinsamen Erlebnissen. Bleiben Sie aber sensibel, damit Sie nicht den Verlust eines besonders lieben Menschen betonen. Versuchen Sie lieber, den Verstorbenen noch einmal zu würdigen und zu ehren. Das macht die Angehörigen stolz.
  • Lassen Sie alles Formelhafte beiseite und schreiben Sie in Ihrem natürlichen persönlichen Stil, vermeiden Sie aber emotionale Übertreibungen.
  • Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, werden die Trauernden Ihren Anteilnahme-Text stets in positiver Erinnerung behalten.
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