- 25.01.2011 Leon Schwarz
Grundsätzliches zu der Wahl der Anrede
- Informieren Sie sich nach Möglichkeit über die Person, die Sie anschreiben wollen. So wäre es vorteilhaft, den Vornamen Ihres Adressaten in Erfahrung zu bringen. Somit haben Sie dann - sofern es sich nicht um einen besonders exotischen Namen handelt - Gewissheit, ob Sie die betreffende Person mit "Herr" oder "Frau" anreden müssen.
- Haben Sie keinerlei Informationen zur Hand, so können Sie notfalls "Sehr geehrte Damen und Herren" schreiben, wenn es der Anlass zulässt. Es hinterlässt aber immer einen besseren Eindruck, wenn Sie eine Person direkt ansprechen.
- Sprechen Sie mehrere Leute an, so erwähnen Sie unbedingt alle mit ihrem Namen, gegebenenfalls samt Ihrem Titel.
- Machen Sie sich den Grad der Ernsthaftigkeit bewusst, den Ihr Brief haben sollte. Richtet er sich an einen Freund, einen Arbeitskollegen oder Ihren Vorgesetzten oder Ihren Hochschullehrer? Ersterem können Sie natürlich eine fast vollkommen ungezwungene Anrede widmen, so wie Sie es auch in einem persönlichen Gespräch handhaben würden.
- Bei dem Hochschullehrer sollten Sie definitv darauf achten, die Titel in die Anrede einzubringen. Es wäre ein ziemlicher Fauxpas, diese zu ignorieren und würde dem Empfänger vermutlich Desinteresse signalisieren.
- Bei Ihrem Arbeitskollegen sollten Sie im Einzelfall abwägen, wie die Beziehung sich zwischen Ihnen gestaltet. Wenn Sie einander freundlich gesonnen sind und sich vielleicht des Öfteren über Privates unterhalten haben, so kann in der Anrede ein "Guten Tag" vollkommen genügen. Bewahren Sie aber auch hier Stil und werden Sie nicht umgangssprachlich.
- Schließen Sie die Anrede mit einem Komma ab und lassen Sie eine Zeile frei. Darauf sollten sie das erste Wort kleinschreiben, sofern es sich nicht um ein Nomen handelt. Die alte Schreibweise mit einem Ausrufezeichen am Ende ist mittlerweile veraltet, kann aber dennoch verwendet werden.
- Beenden Sie Ihre Schreiben mit einer Abschiedsformel. Universell hat sich für offizielle Belange "Mit freundlichen Grüßen" bewährt. Lassen Sie davor und danach eine Zeile frei und setzen Sie Ihren vollen Namen darunter. In der Formel sollten keine Satzzeichen verwendet werden.
Der Brief und die Beachtung von Titeln
- Wollen Sie als Student einen Ihrer Dozenten anschreiben, so informieren Sie sich über seine Titel. Haben Sie es mit einem Prof. Dr. Baumgarten zu tun, so wird nur der höhere Titel erwähnt und der Professorentitel muss ausgeschrieben werden. Ihre Anrede könnte wie folgt aussehen: "Sehr geehrter Herr Professor Baumgarten". Handelt es sich um den Professor eines Fachbereiches, so schreiben Sie beispielsweise "Professor Dr. med." und dann den Namen im Anschluss.
- Adressieren Sie Ihren Brief an eine Professorin, so berücksichtigen Sie das Geschlecht unbedingt: "Sehr geehrte Frau Professorin Wagner".
- Hat Ihr Empfänger 'nur' einen Doktortitel, so wird dieser nicht ausgeschrieben: "Sehr geehrter Herr Dr. Hevener" oder "Sehr geehrte Frau Dr. Dechert". Das Geschlecht wirkt sich hier nicht auf den Titel aus.
- Richtet sich Ihr Schreiben wiederum an einen Diplom-Ingenieur Wertmann, können Sie Ihn zur Sicherheit wie folgt anreden: "Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Wertmann".
Letztendlich gilt, seien Sie freundlich, sachlich und professionell - insbesondere, wenn es sich bei Ihrem Brief um eine Bewerbung handelt - und zeigen Sie dem Briefempfänger, dass Sie sich im Rahmen Ihres Kontakts für seine Person interessieren.