Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise und angesichts der besorgniserregenden extremen Staatsverschuldungen möchten viele ihr Vermögen nicht in längerfristigen Geldanlagen anlegen. Auf Tagesgeldkonten ist es täglich verfügbar. Ein Tagesgeldkonto zu eröffnen ist nicht schwer.
- 14.07.2010 Nora D. Augustin
Was Sie benötigen
- Internetzugang
- gültiger Personalausweis
- Sie können entweder zu einer Filiale zu Fuß gehen und mit Ihrem Ausweis und Ihrer Unterschrift ein Tagesgeldkonto eröffnen. Aber nicht jede Bank unterhält eine Filiale in Ihrer Nähe. Am weg- und zeitsparendsten eröffnen Sie ein Konto im Internet. Vergleichen Sie die Tagesgeldangebote, indem Sie beispielsweise unter den Stichwörtern "Tagesgeld" und "Vergleich" suchen. Es gibt auch Vergleichsportale, bei denen Sie Ihren Anlagebetrag eintippen und herausfinden können, ab welcher Höhe ein höherer Zinssatz gezahlt wird, oder auch nach weiteren Angaben Vorgaben gezielter suchen können (etwa unter http://finanzcheck-tagesgeld.fazfinance.net/rechner/faz2). Ziehen Sie ggf. auch Fachzeitschriften wie etwa die Zeitschrift "Finanztest" zu Rate (in Berlin können Sie sie in Räumlichkeiten der Stiftung Warentest am Lützowplatz kostenlos einsehen).
- Achten Sie auf die Bedingungen des jeweiligen Tagesgeldkontos: Ist ein monatlicher (Gehalts-)Eingang erforderlich? Wie hoch ist die Mindestanlagesumme? Wie viel können Sie maximal anlegen? Gilt das Angebot nur für Neu- oder auch für Bestandskunden? Wie lange sind die angebotenen Tagesgeldzinsen gültig, etwa nur 3 Monate? Ist das kostenlose Tagesgeldkonto gekoppelt an die Eröffnung eines Depots, wobei dann Depotgebühren oder andere Gebühren anfallen?
- Sie sollten eine Anlage wählen, bei der Sicht-, Termin- und Spareinlagen, also damit auch Ihr Guthaben auf einem Tageskonto, gesichert sind. Gesetzlich geschützt sind in Deutschland 50. 000 Euro. Zusätzlich gibt es die freiwillige Einlagensicherung der privaten Banken und die Institutssicherung von Sparkassen, Genossenschafts-, Volks- und Raiffeisenbaken. Geschützt per Gesetz ist das Tagesgeld von Privatanlegern bei deutschen Banken, die das Einlagengeschäft in deutscher Rechtsform betreiben. Sie gehören dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken e. V. an. Das sind etwa 200 Banken. Ihr Guthaben ist dann bis zu einer Höhe von maximal 50 000 Euro geschützt. Die Bank of Scotland zum Beispiel gehört dem britischen Einlagensicherungsfonds an. Bei ausländischen Banken müssen Sie sich also immer eigens informieren, in welcher Höhe Ihre Einlagen gesichert sind. Wenn eine ausländische Bank - wie die Bank of Scotland - eine Filiale in Berlin eröffnet hat, dann bedeutet das nicht, dass sie auch einem deutschen Einlagensicherungsfonds angehört. Das macht es für Sie im Falle eines Bankrotts der Bank schwieriger, Ihre Rechte einzufordern, als wenn die Bank einem deutschen Einlagensicherungsfonds angehört. Sie finden die Angaben zur Sicherung der Einlagen in den AGB, die Sie auf den Websites der Bank finden können (meist als pdf-Dokument zu öffnen). Auch wenn Sie ein Tagesgeldkonto bei einer Sparkasse eröffnen, ist Ihr Vermögen durch verschiedene Einlagensicherungen geschützt (durch den Sparkassenstützungsfonds der regionalen Sparkassen- und Giroverbände, die Sicherungsreserve der Landesbanken/Girozentralen und den Sicherungsfonds der Landesbausparkassen).
- Surfen Sie auf die Homepage des ausgewählten Geldinstituts. Füllen Sie das Tagesgeldkontoeröffnungsformular aus. (Sie sollten ein Referenzkonto haben, d.h. ein Konto, von dem Sie Ihr Geld abbuchen lassen können bzw. auf das Sie Ihr Geld zurücküberwiesen bekommen können.) Drucken Sie das Formular aus. Sollten Sie keine Möglichkeit zum Ausdrucken haben, lassen Sie sich die Kontoeröffnungsunterlagen zusenden.
- Gehen Sie mit dem Kontoeröffnungsantrag (unterschrieben und ausgefüllt) zur Post und lassen Sie dort das sog. Postident-Verfahren durchführen, für das Sie Ihren Personalausweis benötigen und bei dem Sie vor den Augen des Postangestellten unterschreiben. Die Post sendet dann alle erforderlichen Unterlagen (für Sie kostenfrei) an die Bank zurück.
- Die Banken reagieren in der Regel recht schnell und Sie bekommen auch recht bald die nötigen Geheimnummern und mit separater die nötigen Dokumente ((i)TAN-Liste etwa) zugeschickt, je nachdem für welches Verfahren Sie sich entschieden haben.