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Animismus bei Piaget - Erklärung

Die Entwicklungstheorie von Jean Piaget prägte die pädagogischen Theorien bis zur Gegenwart. Entsprechend werden Sie Elemente daraus auch im Studium oder vor allem in der Pädagogik finden. Ein zentrales Element der Entwicklung ist dabei der sogenannte Animismus.

Die kindliche Entwicklung lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen.
Die kindliche Entwicklung lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen.

Die kognitiven Entwicklungsstufen Piagets

  • Bei den kognitiven Entwicklungsstufen handelt es sich um ein Modell zur Veranschaulichung der kindlichen Entwicklung. Dieses wurde von Piaget geprägt und genießt eine gewisse Akzeptanz seitens der Lehr- und Lernforschung.
  • Wesentlich ist hierbei die Unterteilung in vier verschiedene Phasen. Bis zum zweiten Lebensjahr ist etwa die Phase der sensomotorischen Intelligenz maßgeblich.
  • Daran schließt sich bis zum 7. Jahr die Phase der präoperationalen Intelligenz an. Bis zum 12. folgt das Stadium der konkret-operationalen Intelligenz und im Anschluss daran das Stadium der formal-operationalen Intelligenz.
  • Wichtig dabei ist, dass es sich um ein normalbiographisches Modell handelt. Das heißt, dass Abweichungen natürlich möglich sind.
  • Problematisch dabei kann jedoch sein, dass diese Abweichungen als nicht normal aufgefasst werden. In Einzelfällen sollten also weitere Rahmenbedingungen herangezogen werden, um den tatsächlichen Entwicklungsstand eines Kindes zu erheben.

Der kindliche Animismus

  • Der sogenannte Animismus fällt bei dem Modell von Piaget in die zweite Phase des präoperationalen Denkens. Weitere Bestandteile dieser sind übrigens der Artifizialismus und der Realismus.
  • Animismus bedeutet zunächst, dass jedem erfahrbaren Gegenstand oder unbewussten Sachverhalt, also etwa Wolken oder Träumen, ein Bewusstsein zugesprochen wird. Die Ursache ist hierbei ein starker Egozentrismus, der erst später logischen Verständnissen weicht.
  • Die sich bildende logische Struktur und eine Abkehr der präoperationalen Erkenntnismuster lässt sich hinsichtlich des Animismus ebenfalls in vier Phasen unterteilen. Zuerst steht dabei das Verständnis der Belebtheit aller Dinge.
  • Danach folgt der Glaube, dass nur Dinge belebt sind, die sich bewegen, wie beispielsweise Wolken. Dies weicht schließlich dem Glauben, dass nur Dinge, die sich ohne erkennbare Außenwirkung bewegen, wie Maschinen, belebt sind und schließlich der Vorstellung, dass nur Menschen, Pflanzen und Tiere lebendig sind.
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