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Anhänger mit Aufbauten selber bauen - eine Anleitung

Wer einen Anhänger für ganz spezielle Zwecke braucht oder Spaß daran hat, ein solches Fahrzeug mit Aufbauten selber zu bauen, muss einige Vorgaben beachten. Eine gute Planung ist deshalb Pflicht. Die folgende Anleitung bezieht sich auf einen einachsigen Anhänger.

Anhängeraufbauten - einmal nicht selbst gebaut.
Anhängeraufbauten - einmal nicht selbst gebaut. © chnurrli46 / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Achse, komplett mit Rädern und Federung
  • Zugstange mit Öse
  • Stahlprofile für den Rahmen und die Aufbauten
  • Bretter zur Beplankung
  • Plane
  • Rundstahl 10mm

Anhänger - mit oder ohne Betriebserlaubnis

  • Jedes Fahrzeug, das im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird, unterliegt den geltenden gesetzlichen Vorschriften. Die meisten davon stehen in der Straßenverkehrszulassungsordnung. Sie haben zu entscheiden, ob der Anhänger mit einer regulären Zulassung benutzt werden soll oder nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit hinter einem Minitraktor oder Ähnlichem laufen soll.
  • Die Anforderungen an einen Hänger hinter dem Pkw oder Traktor liegen verständlicherweise weit über denen für ein Fahrzeug, das nur bis 6 km/h schnell fahren kann. Für den Heimwerker gilt es, die Betriebssicherheit einschließlich der Aufbauten nachzuweisen, die dann von einem Sachverständigen der Zulassungsbehörde kontrolliert wird.
  • Dieser Fachmann für Fahrzeugbau, vielfach ein Ingenieur, begutachtet Ihre Konstruktion, die Sie bei einem Termin in Funktion vorführen müssen. Danach erhalten Sie eine Betriebserlaubnis oder eben nicht, wenn der Anhänger die geforderten Parameter nicht erfüllt.

Aufbauten betriebssicher anbringen

  1. Wollen Sie einen Anhänger für größere Lasten oder schwere Aufbauten nutzen, kommt u. U. nur ein gebremster Anhänger infrage. Erkundigen Sie sich beim TÜV oder bei der DEKRA über die Bestimmungen für Ihr Zugfahrzeug. Das Gleiche gilt für die Bestimmung der maximalen Geschwindigkeit und des maximalen Gesamtgewichts (Achslasten, Bremsleistung).
  2. Beginnen Sie mit dem Verbinden der Zugstange mit dem Rahmen. Die Schweißstellen sollten durch Knotenbleche verstärkt werden. Die Anlenkpunkte der Federung bzw. Achse dürfen nicht nur am Aufbau befestigt werden. Dafür verwenden Sie kräftige Stahlprofile, die mit dem Rahmen verschweißt werden.
  3. Einen Boden und den Kasten können Sie aus Brettern fertigen, die sich auch für andere Aufbauten vielfach eignen. Für die Plane genügt eine Konstruktion aus Leichtprofilen oder Rundstahl. Die Plane selbst lassen Sie nach Maß von einem Sattler anfertigen.
  4. Alle Aufbauten müssen so konstruiert sein, dass von ihnen keine Gefahr für den Straßenverkehr ausgehen kann. Bauen Sie also nicht zu leicht; Ihr Gefährt hat alle vorkommenden Belastungen, wie Bordsteinkanten, Schlaglöcher, Wedelbewegungen, Sturm von der Seite u.v.m. schadlos zu überstehen.
  5. Denken Sie auch daran, dass Aufbauten bei einem Crash nicht durch die Luft fliegen dürfen und so eine zusätzliche Gefahr für die Unfallbeteiligten darstellen. 

Holen Sie sich Rat bei Fachleuten, wenn Sie sich bei der Konstruktion nicht sicher sind. Verwenden Sie diagonale Spannseile zur Stabilisierung und lassen Sie nur geprüfte Schweißer an die Schweißnähte.

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