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Amerikanische Dampflokomotiven - Wissenswertes

Man möchte meinen, dass die Verkehrsmittel in den USA fast nur auf Flugzeuge, einige Schulbusse und Autos beschränkt sind. Jedoch gab es sogar eine ganze Ära, die durch amerikanische Dampflokomotiven geprägt wurde.

Dampflokomativen dienen heutzutage fast nur noch zu Show-Zwecken.
Dampflokomativen dienen heutzutage fast nur noch zu Show-Zwecken.

Die Geschichte amerikanischer Dampflokomotiven

Bereits im 18. Jahrhundert wurden die ersten Vorläufermodelle der Lokomotiven gebaut. Im Laufe der letzten 200 Jahre konnte sich die Erfindung durchsetzen und zählt heutzutage zu den wichtigsten Transportmitteln überhaupt.

  • Oberst John Stevens führte im Jahre 1826 erstmals in den USA ein Lokomobil, das mit Dampf betrieben wurde, vor. Dies geschah in aller Öffentlichkeit in New Jersey und zählt damit als Premiere einer lang währenden amerikanischen Dampflokomotiventradition.
  • Bereits vier Jahre später baute man die erste öffentliche Eisenbahn. Als der Ingenieur dieser Lok darf sich Peter Cooper bezeichnen.
  • Die erste amerikanische Dampflokomotive, die nach einem Fahrplan fuhr und 1831 eingeweiht wurde, fuhr zwischen Albany und Schenectady auf und ab. Diese hieß DeWitt Clinton und zählt als Meilenstein der amerikanischen Infrastruktur.
  • Zwar wurde die John Bull in England fabriziert, jedoch muss sie zu den amerikanischen Dampflokomotiven gezählt werden, da sie sogar noch 150 Jahre nach ihrer Erstfahrt noch verwendet wurde.

Das machte amerikanische Loks besonders

  • Die in den USA verwendeten Schienenwege waren ohne große Bemühungen angelegt worden. Es mangelte an sorgfältig angebrachten Laschen, die die Schienenwege zusammenhalten sollten. Dass die Züge enorm unruhig liefen, ist nicht verwunderlich. Das lag allerdings besonders daran, dass man die Bauweise der Engländer übernommen hatte, also ein vierrädriges starres Fahrgestell.
  • Um dem vorzubeugen, hatte Henry Roe Campbell bereits 1836 eine Idee: Er baute unter die Lok zwei Laufradsätze vorne, während er dahinter zwei gekuppelte Radsätze baute, die antrieben. Dieses System nannte man bei den Amerikanern 4-4-0 oder auch Achsfolge 2'B. Damit war gewährleistet, dass die Treibräder immer guten Kontakt zu den Schienen hatten.
  • Im Laufe der Zeit wurden Gewichte, Geschwindigkeiten größer und auch die Bauteile der Dampflokomativen mussten entsprechend angepasst werden. Die Bauweise, auch bekannt als "American", wurde bei fast allen Loks in den USA während des 19. Jahrhunderts verwendet.
  • Erst als George Westinghouse Luftdruckbremsen mit deutlich verbesserter Bremsleistung erfand, ging es mit der Ära der "American" bergab: Die immer schwerer werdenden Loks konnten nicht mehr nur auf vergrößerten 2`Bs gebaut werden, sondern mussten grundlegend umgebaut werden. Es gab nun fast ausschließlich drei- und vierfach gekuppelte Radsätze.

Die amerikanischen Dampfloks erhielten zumeist auch ein besonderes Beiwerk, einen pflugähnlichen Kuhfänger, der vorne montiert wurde. Dieser sorgt auch heute noch, wie der Name schon vermuten lässt, dafür, dass Gegenstände auf den Gleisen aus dem Weg geräumt werden, und garantiert so eine sichere Fahrt. In Europa ließen sich damals solche Aufbauten auch finden, aber nicht in jener Größenordnung.

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