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Ameisenkönigin im Flug - Informationen zum Schwarmflug

Sie werden oft übersehen und gehören doch zu den erfolgreichsten Tieren des Planeten: Insekten. Viele Menschen verbinden - völlig zu Unrecht - Ekel und Abscheu mit ihnen. Dabei sind Insekten nicht nur äußerst interessant, sondern auch perfekt an ihre Umwelt angepasst und können auf den zweiten Blick sogar wunderschön sein. Eines der großartigsten Schauspiele der heimischen Natur können Sie im Frühjahr beobachten, nämlich dann, wenn Ameisen zu ihrem Flug starten. Wie, die können doch nicht fliegen? Und ob! Zumindest die Ameisenkönigin. Königin? Noch nie gehört? Dann kommen Sie, und lernen Sie "Eure Majestät" kennen. Nein, nicht im Wald, sondern in diesem Artikel.

Startklar für den Hochzeitsflug: ein Geschlechtstier.
Startklar für den Hochzeitsflug: ein Geschlechtstier.

Der Flug der Ameisen

Der Flug der Ameisen ist ein Naturschauspiel, das Sie vor Ihrer eigenen Haustür alljährlich beobachten können.

  • Der Hochzeitsflug der Königinnen und Männchen ist stark abhängig von den Jahreszeiten. In Mitteleuropa vollzieht sich der Flug Anfang Mai, wenn die Temperaturen wieder wärmer sind.
  • Königinnen und Männchen suchen sich einen besonders geeigneten Punkt aus, der möglichst hoch liegt, zum Beispiel einen Grashalm.
  • Wie auf ein Zeichen beginnen alle Geschlechtstiere auszuschwärmen. Das betrifft nicht nur die Mitglieder einer Kolonie, sondern alle Angehörigen der Art. Wie sich die einzelnen Kolonien aufeinander synchronisieren, ist noch ungeklärt, möglicherweise bestimmt sich der geeignete Zeitpunkt aber aus einer Kombination von höheren Temperaturen, geeigneten Luftströmungen und einer bestimmten Tageslichtdauer.
  • Der eigentliche Hochzeitsflug dauert nur wenige Stunden an. Durch Sexualpheromone locken die Flieger ihre jeweils gegengeschlechtlichen Partner an und paaren sich dann mit ihm. Eine Ameisenkönigin kann dabei von 2 bis 40 Männchen umworben und begattet werden. Dabei empfängt sie Spermienpakete, die sie in einem speziellen Organ, dem Samensack (Receptaculum seminis), speichert. Ein Weibchen kann bis zu 100 Millionen Samenzellen aufnehmen. Mit diesem Vorrat kommt die Königin zeitlebens aus.
  • Die Männchen sterben kurz nach der Paarung, da ihre Aufgabe hiermit beendet ist. Ihre Leiber werden von den Arbeiterinnen ins Nest transportiert und dienen dort als Nahrung.
  • Die Königinnen verlieren nach der Paarung ihre Flügel, da sie diese nicht mehr benötigen. Einige Arten beißen sich die nun lästigen Flugorgane sogar selbst ab. Mit der Eiablage begründet die Ameisenkönigin nun eine neue Kolonie.

Familie Ameise und ihre geflügelte Verwandtschaft

Vielleicht sind sie beim letzten Waldspaziergang an einem Ameisenhügel der Roten Waldameise (Formica rufa) vorbei gekommen. Kaum vorstellbar, dass die winzigen Krabbler mit geflügelten Insekten verwandt sein sollen.

  • Man mag es darum kaum glauben, aber die Familie der Ameisen (Formicidae) wird von Zoologen zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) gerechnet, zu denen beispielsweise Bienen und Hummeln, aber auch Wespen gehören.
  • Die nächsten Verwandten der Ameisen sind tatsächlich die Wespen (Vespinae). Bei genauer Betrachtung lässt sich diese Verwandtschaft gut erkennen. Betrachten Sie eine Ameise, werden Sie schnell eine große Ähnlichkeit zu einigen Wespenarten erkennen können.
  • Vermutlich waren die Vorfahren der Ameisen ebenso geflügelte Insekten wie es Wespen heute noch sind. Ein Umstand, der sich dadurch erahnen lässt, dass nicht alle Ameisen flügellos sind.

Bestimmt fragen Sie sich, weshalb die Tiere ihre Flügel überhaupt verloren haben. Der Grund dafür ist simpel: Sie werden für ein Leben auf dem Boden nicht mehr benötigt und würden zum Beispiel im engen Bau nur stören.

Ameisenkönigin, Männchen, Arbeiterin - das komplexe Zusammenleben der Ameisen

Ameisen gehören zu den staatenbildenden Insekten. Dabei hat jede einzelne Ameise ihre besondere Aufgabe zu erfüllen. Anhand derer unterteilen Biologen den Ameisenstaat in unterschiedliche Kasten.

  • Die Ameisenkönigin ist meist deutlich größer als die übrigen Weibchen. Sie verlässt das Nest einzig zur Fortpflanzung und hat im Staat nur eine Aufgabe: die Eiablage. Bei vielen Ameisenarten gibt es nur eine einzige Königin im Staat. Bei manchen Arten erfüllen mehrere Weibchen die Aufgabe der Königin.
  • Der größte Teil des Ameisenvolkes besteht aus kleineren Weibchen, den Arbeiterinnen. Ihre Aufgaben sind mannigfaltig. Sie reichen von der Erkundung der Umgebung, der Beschaffung von Nahrung, der Aufzucht der Eier und Larven bis hin zur Verteidigung des Nestes.
  • Schließlich gibt es noch Männchen. Ihr Aufgabenfeld ist recht überschaubar, denn es umfasst allein die Befruchtung der Königinnen.
  • Während die Arbeiterinnen zeitlebens flügellos sind, besitzen Männchen und Königinnen Flügel, mit denen sie auch fliegen können.
  • Legt die Königin unbefruchtete Eier ab, so schlüpfen daraus männliche Ameisen, die nur mit einem einfachen (haploiden) Chromosomensatz ausgestattet sind.
  • Aus befruchteten Eiern schlüpfen weibliche Tiere mit einem doppelten (diploiden) Chromosomensatz. Ob sich daraus eine Königin oder Arbeiterin entwickelt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. So werden Königinnen zum Beispiel mit besonderem Futter versorgt und erhalten bestimmte Sekrete aus den Futtersaftdrüsen der Ammen-Arbeiterinnen. Aber auch das Klima spielt eine entscheidende Rolle.
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