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Ameisen - die Flügel bei den Insekten erklären sich so

Zu einer bestimmten Zeit im Jahr ist das Phänomen der fliegenden Ameisen überall zu beobachten. Plötzlich erheben sich zeitgleich unzählbar viele Ameisen in die Luft und schwärmen aus. Doch woran liegt das? Warum haben einige Ameisen Flügel? Antworten auf Ihre Fragen finden Sie hier in diesem Text.

Normalerweise haben Ameisen keine Flügel.
Normalerweise haben Ameisen keine Flügel. © JPW.Peters / Pixelio

Wie ein Ameisenstaat aufgebaut ist

Ein Ameisenstaat besteht fast ausschließlich aus weiblichen Ameisen. Männliche werden nur für die Paarung mit den Jungköniginnen benötigt. Innerhalb eines Ameisenstaates sind die Aufgaben unter den Ameisen streng geteilt und zugeordnet.

  • Die Ameisenkönigin hat nur die Aufgabe, Eier zu legen, um sie für das Wachsen eines neuen Ameisenstaates zu sorgen und den Bestand zu erhalten. Sie können bis zu 30 Jahre alt werden. Ameisenköniginnen haben einen stark vergrößerten Hinterleib, Ihr Hirn hingegen ist auf den Bereich der Reproduktion zurückreduziert.
  • Die männlichen Ameisen schwärmen mit den Jungköniginnen aus und versuchen, diese zu befruchten. Danach sterben Sie ab. Viele kommen bei ihrem Jungfernflug gar nicht so weit und werden von den weiblichen Ameisen als Futter betrachtet.
  • Die weiblichen Ameisen sind Arbeiterinnen mit streng geteiltem Aufgabenbereich. Die Wächterinnen haben nur die Aufgabe, den Ameisenbau zu bewachen, vor Eindringlingen zu beschützen. Andere Ameisen sind nur für die Brutpflege zuständig. Sie bewachen die Eier, halten diese warm und helfen den Larven beim Schlüpfen. Die geschlüpften Larven wiederum werden dann von diesen Arbeiterinnen gefüttert. Ein weiterer Teil der Ameisen ist nur für die Futterbeschaffung zuständig, andere für die Reparaturarbeiten am Nest. Natürlich gibt es auch noch bestimmte Ameisen, die die Königin füttern und die gelegten Eier in die Brutkammern transportieren.

Manche Ameisen haben Flügel

  • Nur wenige Ameisen haben Flügel, die frisch geschlüpften Jungköniginnen und die Männchen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt, meist im Spätfrühling oder Frühsommer, beginnen die Jungköniginnen ihre Bauten zu verlassen, um zu Ihrem Jungfernflug zu starten. Alle Männchen des Ameisenstaates folgen den Jungköniginnen. Dies geschieht bei allen Ameisenstaaten zur gleichen Zeit. Verantwortlich hierfür sind bestimmte Licht- und Temperaturverhältnisse. So wird auch eine Inzucht natürlich vermieden, weil es durchaus möglich ist, dass Jungköniginnen von Männchen aus anderen Ameisenstaaten befruchtet werden.
  • Die Jungköniginnen erheben sich mittels Ihrer Flügel in die Luft und Tausende von Männchen fliegen ihnen nach. Während dieses Jungfernfluges lassen sich die Königinnen mehrfach, bis zu 40 Mal, befruchten und sammeln in einem speziellen Sack eine sehr große Anzahl an Spermien. Diese überleben in diesen Säcken das ganze Königinnenleben lang.
  • Nach der Befruchtung landen die Königinnen und werden entweder von Arbeiterinnen in ihren Bau zurückgetragen oder beginnen, sich einen neuen Staat aufzubauen. Sie beißen sich ihre Flügel ab, wenn diese nicht schon von allein nach der Landung an einer vorgegebenen Sollbruchstelle abgebrochen sind, denn sie werden ihre Flügel ein Leben lang nicht mehr benötigen. Die Männchen haben ihre Aufgabe erfüllt und sterben. Viele werden von ihren Schwestern einfach gefressen.
  • Fliegende Ameisen sollten Sie nicht als Ungeziefer behandeln. Bedenken Sie, dass Sie den Bestand eines Ameisenstaates gefährden können, wenn Sie die Ameisen vor ihrem Jungfernflug abtöten. Warten Sie lieber ab, die große Anzahl an fliegenden Ameisen wird sich ganz plötzlich komplett in die Luft erheben und davon fliegen.
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