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Amaryllis - eine Pflegeanleitung

Die Amaryllis belladonna (Belladonnalilie) ist eine seltene Erscheinung. Als Amaryllis bekannter und überall im Angebot ist der Ritterstern (Hippeastrum). Die Pflegeanleitung für Amaryllis zeigt die Besonderheiten auf. Viele Wochen werden in unscheinbarer Abwesenheit verbracht und dann beeindruckt diese Zwiebelpflanze für einige Zeit mit verblüffendem Blütenzauber.

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Eine Amaryllis begeistert bei optimaler Pflege mit ihrer Blütenpracht.
Eine Amaryllis begeistert bei optimaler Pflege mit ihrer Blütenpracht.

Grundsätzliches zur Amaryllis

  • In der Umgangssprache gelten Ritterstern und Amaryllis als ein und dieselbe Pflanze. Ursprünglich wurde der Ritterstern von einem Pflanzenforscher zur Gattung der Amaryllis dazugezählt. Korrekterweise müssen beide allerdings unterschieden werden, da der Ritterstern mittlerweile eine eigene Gattung ist, von welcher es etwa 70 Arten und mehr als 600 Zuchtformen gibt.
  • Die Amaryllis sind, wie beispielsweise auch Tulpen, Zwiebelblumen, die perfekt an die klimatischen Verhältnisse der Subtropen, ihrer Heimat, angepasst sind. Diese Verhältnisse müssen Sie bei sich zu Hause künstlich schaffen, damit sich die Pflanze wohlfühlt.
  • Ihre Amaryllis blüht im Winter, wächst im Frühling und Sommer und fällt dann in eine bis Dezember dauernde Ruhephase. Wenn Sie die Pflege der Amaryllis gemäß diesem Rhythmus gestalten, werden Sie lange Freude an ihr haben.
  • Amaryllis gibt es in der Regel zwischen Dezember und Januar zu kaufen, da sie dann in voller Blüte stehen. Stellen Sie sie an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung und achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur nicht über 20 Grad beträgt.
  • Beim Kauf von Amaryllis-Zwiebeln werden vielfach auf der Verpackung Pflegeanleitungen aufgedruckt, die jedoch nicht immer erfolgreich realisiert werden können. Einige Pflanzenanbieter möchten gern den Verkauf weiterer Zwiebeln absichern und sind so weniger an Langlebigkeit interessiert.
  • Die Pflegeanleitung, die Amaryllis nach dem Blühen eintrocknen zu lassen und dann diese im dunklen Keller aufzubewahren, ist ungeeignet. Durch die Blüte verbrauchte die Amaryllis alle Ressourcen. Zum Ausgleich dieser Defizite ist das Herauswachsen der Blätter verbunden mit optimaler Düngung im Frühjahr und Sommer entscheidend. Die Zwiebel ist so in der Lage, stetig den Umfang zu vergrößern, und schafft ideale Voraussetzungen für kräftige Blütenstiele. Wassergaben in der Kellerzeit sind notwendig.

Eine optimale Pflegeanleitung für die Amaryllis

  1. Sie möchten sicher in der Weihnachtszeit viel Freude an der Blütenpracht Ihrer Amaryllis haben. Im November beginnen für Sie die Vorbereitungen für die Pflege der Amaryllis entsprechend der Pflegeanleitung. Die Zwiebel wird in einem Blumentopf mit Pflanzgranulat oder Humussubstrat eingesetzt. Das Pflanzmaterial muss locker und wasserdurchlässig sein. Eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton verhindert Staunässe. Rund um die Zwiebel ist ein Abstand von 2 bis 3 cm zum Blumentopfrand ideal. Ebenso sollte die Zwiebel ungefähr ein Drittel aus der Pflanzerde herausschauen. Die Wurzeln müssen vorsichtig behandelt werden. Sie dürfen diese nicht abschneiden oder beschädigen.
  2. Der Blumentopf mit der frisch eingesetzten Amaryllis-Zwiebel wird nun in den kühlen und dunklen Keller verbannt. Wenn Tageslicht durch die Fenster flutet, dann behelfen Sie sich mit Hütchen-Abdeckungen. Minimale Wassergaben sind wichtig. 
  3. Bald treiben aus der Amaryllis-Zwiebel ein oder vielleicht sogar zwei Blütenknospen und kurze Blätter. Bei einer Trieblänge von gut 10 cm stellen Sie den Blumentopf in Ihren Wohnbereich. Nun mag diese Pflanze es hell bis sonnig und erfreut sich an Zimmertemperaturen bis 25 °C. 
  4. Jetzt benötigt die Amaryllis mehr Wasser, sie muss regelmäßig gegossen werden. Jedoch ist Staunässe zu vermeiden. Wenn Sie den Blumentopf regelmäßig drehen, wächst der Blütenstil gerade heraus. In drei bis vier Wochen steht die Pflanze in voller Blüte. Wenn Sie die Blütezeit von ungefähr zwei Wochen verlängern möchten, stellen Sie die Amaryllis kühler.
  5. Verwelkte Blüten schneiden Sie entsprechend der Pflegeanleitung für Amaryllis einzeln ab, wenn Sie keine Samenbildung erwarten. Abschließend kann der Stiel entfernt werden. Durch Düngergaben bekommt die Pflanzenzwiebel erneut Energie. Sie treibt im Zimmer nun lange Blätter. 
  6. Wenn im Mai die Eisheiligen überstanden sind, stellen Sie ruhig die Amaryllis an einen halbschattigen Platz im Freien. Die Knolle kann im Blumentopf bleiben oder wird fachgerecht im Garten eingepflanzt. Inmitten von Sommerblumen wirken die schlanken Amaryllis-Blätter sehr dekorativ, besonders bei kräftigen Pflanzen. Weiterhin ist regelmäßiges Düngen wichtig. Belaubte Pflanzen sollten Sie wöchentlich mit Blumendünger gießen.
  7. Nun wird die winterliche Blüte vorbereitet. So reduzieren Sie ab August die Gießeinheiten und im September vermeiden Sie das ganz. Ein Schutz vor Regen ist wichtig. Die Erde trocknet aus und die gelben Blätter werden einige Zentimeter oberhalb der Zwiebel abgeschnitten. In dem abgedunkelten und kühlen Keller wartet nun die Zwiebel auf den November und die folgende Weihnachtszeit. 

Noch ein paar Pflegetipps zum Schluss

  • Bei hohen Temperaturen kann sich ein unerwünschter Pilz, der Rote Brenner, ausbreiten. Rote punkt- oder strichförmige Flecken entdecken Sie dann auf der Zwiebel und den Blättern Ihrer Amaryllis. Leider ist die Bekämpfung dieses Pilzes kompliziert. Mit vielen Maßnahmen lässt sich der Befall nur reduzieren, jedoch nicht beenden.
  • Vorbeugend ist es wichtig, das Gießwasser nicht über oberirdische Pflanzteile laufen zu lassen. Optimal dosierte Grünkupferlösungen helfen etwas beim Kampf gegen diesen Pilzbefall. Wenn Sie in diese Situation kommen, lassen Sie sich bitte in einem Fachgeschäft professionell beraten bezüglich der Pflegeanleitung der Amaryllis.
  • Manchmal werden Sie an der Amaryllis-Zwiebel weitere kleinere entdecken. Mit diesen können Sie, wenn Sie sie in extra Töpfe einpflanzen, Ihre Amaryllis vermehren. Bis diese blühen, vergehen allerdings mehrere Jahre.

Weitere Autoren: Alexandra Forster, Mirjam Nowarra

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