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Altglas-Recycling - Wissenswertes zum Glaskreislauf

Altglas gilt als der wichtigste Rohstoff bei der Herstellung neuer Glasverpackungen. Bei jeder Flasche sind das rund 60 Prozent, bei einigen Farben weitaus höher. Das umfassende Recycling wird durch ein bundesweites flächendeckendes Sammel- und Rücknahmesystem ermöglicht. Für einen optimalen Verwertungskreislauf muss das Glas je nach Art getrennt gesammelt und verarbeitet werden.

Farbige Glasflaschen gehören in den Buntglassammelbehälter.
Farbige Glasflaschen gehören in den Buntglassammelbehälter.

In Deutschland gibt es über 300.000 Altglascontainer-Sammelstellen. Kaum ein Bürger, der sie nicht kennt und nutzt. So leistet jeder einen Beitrag für die Umwelt. Rohstoffe, Energie und Deponieraum werden eingespart.

Altglas-Recycling sichert ständige Wiederverwendung

  • Nicht die Hersteller von Glasverpackungen verwerten Altglas. Recycling und der Einsatz von Altglasscherben findet auch in den übrigen Glasbranchen Flachglas und Spezialglasindustrie statt, wo naturgemäß die eigenen Produktionsscherben verwertet werden.
  • Bei Flachglas liegen die Einsatzquoten bei etwa 20 Prozent (Wirtschaftsglas rund 40 Prozent). Bei Spezialglas ist der maximale Einsatz von Scherben an bestimmte Qualitätsanforderungen gebunden. Der Einsatz von Glasscherben macht sich beim Energieverbrauch der Glashersteller bemerkbar. Die Energieeinsparung liegt pro 10 Prozent Scherbeneinsatz bei 3 Prozent. 
  • Jedes Jahr werden in Deutschland rund 2,5 Millionen Tonnen verschiedener Altgläser gesammelt. Pro Kopf sind es knapp 25 Kilogramm, die jeder Bundesbürger zu den Sammelstellen bringt.
  • Bei Grün- oder Braunglas sorgt Altglas-Recycling für eine vollständige Marktabdeckung. Bei Weißglas braucht es immer Klarglasscherben. Teilweise lassen sich Verfärbungen mit speziellen Zusatzstoffen (Braunstein) aufhellen.

Glaskreislauf in einfacher Form

  • Vereinfacht stellt sich der Glaskreislauf als Sammlung und Transport zur Glashütte dar. Dort erfolgt eine grobe Vorsortierung. Holz, Draht und Kunststoffdeckel sowie Keramik und Steingut werden entfernt. 
  • Scherben werden dann zu Korngrößen von 1 bis 16 Millimeter gemahlen. Bevor alles in die Schmelzwanne kommt, entfernen Metalldetektoren Metallreste. 
  • In die Schmelzwanne kommt zum Glasmehl ein Gemisch mit Glasrohstoffen. Aus der Glasschmelze entstehen wieder neue Flaschen oder Flachglas.

Unterschiedliche Glasarten erfordern Trennung beim Sammeln

  • Altglassammelbehälter sind für Glasverpackungen in Form von Flaschen vorgesehen, ebenso Konservengläser, Parfumflakons und Medizinfläschchen. In den Restmüll oder Recyclinghof gehören Glasgeschirr, Spiegel, Fensterscheiben,Leuchtstoffrühren, Glühbirnen oder anderes Glasmaterial.
  • Diese Glasarten besitzen eine andere chemische Zusammensetzung. Die Vermischung macht Probleme in der Glasschmelze. Trotz spezieller Verfahren wird die Verwertung erschwert oder unmöglich.
  • Weißglassammelbehälter sind nur für völlig durchsichtige Glasverpackungen der richtige Ort. Selbst lediglich hell gefärbte Glasflaschen und andere Glasverpackungen gelten als Buntglas. Weißglas entfärbt Buntglas, dieses wiederum färbt farbloses ein.
  • Auch wenn die Industrie über einige Verfahren verfügt, um bestimmte Störstoffe wie Keramik, Porzellan oder Stein auszusortieren, gehören diese nicht in Glassammelbehälter. Metallreste sind kein Problem, da sich diese mithilfe von Magneten entfernen lassen.

Der richtige Platz für Pfandflaschen ist der Handel und nicht die Altglassammelbehälter. Immerhin können sie so wieder befüllt werden, was bis zu 60 Einweg-Verpackungen spart. Die Pfandrückgabe schont außerdem Ihren Geldbeutel.

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