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Alte Häuser sanieren - Tipps und Informationen zu Fachwerkhäusern

Beim Sanieren von alten Häusern bzw. Fachwerkhäusern kann man Einiges falsch machen, da diese meist nach anderen Standards errichtet wurden, als sie heute die Regel sind. Fehler können hier große Schäden wie Pilzbefall, Fäulnis und Schimmel zur Folge haben.

Beim Sanieren alter Häuser ist vieles zu beachten.
Beim Sanieren alter Häuser ist vieles zu beachten.

Was Sie benötigen:

  • natürliche Dämmmaterialien
  • Biozide bei Schädlingsbefall des Holzes

Was Sie bei der Dämmung alter Häuser beachten sollten

  • Besitzer von Fachwerkhäusern haben die Möglichkeit, sich ganz oder teilweise von den relativ strengen Vorgaben der Energie-Einspar-Verordnung befreien zu lassen. Während moderne Häuser heutzutage stark gedämmt sind, gestaltet sich das bei alten Häusern wesentlich schwieriger. Die spezielle Konstruktion von Fachwerkhäusern hat sich über viele Jahre bewährt, hat aber auch einige Nachteile. Die Wände verfügen häufig über Risse, da das Material, wie beispielsweise das Holz, arbeitet. 
  • Ein altes Haus kann beim Sanieren sowohl von innen als auch von außen gedämmt werden, wobei das Fachwerk und somit der Charakter des Hauses meist von außen sichtbar bleiben soll. Bei einer Innendämmung besteht die Gefahr, dass sich der Taupunkt verschiebt und sich die Wohnfläche verringert. Hierbei müssen Sie vor allem auf die richtige Ausführung und die richtigen Materialien achten. 
  • Um Fachwerkhäuser in ihrer ursprünglichen Substanz zu erhalten bzw. zu sanieren, sollten Sie für die Innendämmung weder Mineralfasern noch Kunststoffe verwenden. Die Dämmstoffe sollten unbedingt feuchtigkeitsdurchlässig sein. Besonders für die Kombination mit Lehmputz geeignet sind Hanfplatten, Holzfaserplatten sowie andere natürliche Dämmmaterialien. Besonders hilfreich kann auch der Einbau einer umweltfreundlichen Heizanlage sein.

Schutz des Holzes beim Sanieren von Fachwerkhäusern

  • Der Schutz des Holzes spielt beim Sanieren alter Häuser speziell bei Fachwerkhäusern eine besonders wichtige Rolle. Wichtig hierbei ist, dass ein guter Ablauf des Regenwassers immer gewährleistet sein muss und Staunässe unbedingt vermieden werden sollte. Besonders wichtig ist der Schutz an der Wetterseite. Hier sind überstehende Dächer besonders vorteilhaft. Das Holz an Fachwerk sollte nie mehr als 20 % Feuchtigkeit enthalten. 
  • Ist der Feuchtigkeitsgehalt bei derartigen alten Häusern höher, können sich Pilze ansiedeln, die das Holz im Laufe der Zeit zersetzen. Auch Insekten, die ihre Eier in das Holz ablegen, können gravierende Schäden hervorrufen. Bei einem Schädlingsbefall ist der Einsatz von Bioziden meist unvermeidbar. 
  • Gesundes Holz müssen Sie nicht mit Holzschutzmitteln behandeln. Ist das Holz geschädigt, sollten Sie zunächst die Holzkonstruktion gründlich überprüfen. Die Schäden können beispielsweise die Folge eindringender bzw. aufsteigender Bodenfeuchtigkeit sein. In diesem Falle ist es ratsam, Balken und Ständer aus Holz, die unmittelbar auf dem Mauerwerk aufliegen, mit Dichtungsbahnen vor Feuchtigkeit zu schützen. Um zu verhindern, dass sich Regenwasser ansammeln kann, sollten die Fugen zwischen dem Putz und dem Holz immer bündig sein.

Hinweise zum Ausfachen mit Lehm bei alten Häusern

  • Zum Sanieren alter Häuser bzw. von Fachwerk gehört unter Umständen auch das Ausfachen mit Lehm. Die Verarbeitung des Lehms sollte spätestens 4-6 Wochen vor dem ersten Frost erfolgen, da der Lehm erst dann beständig gegenüber Frost ist, wenn er komplett durchgetrocknet ist. Vollständig durchgetrocknet ist der Lehm nach etwa 12 Wochen. Bis dahin sollten Sie ihn mit einer Plane vor Regen schützen. 
  • Mit feuchtem Sackleinen, die Sie vor die Wand hängen, können Sie den Lehm bei heißer Witterung vor einem zu schnellen Austrocknen und damit vor Spannungsrissen schützen. Ideal zur Verarbeitung von Lehm ist feuchte Witterung und keine Sonne. 
  • Liegt der Tonanteil im Lehm über 20 %, können Sie diesen durch Zugabe von scharfem Sand auf 10 % reduzieren. Die Zugabe von gehäckseltem Stroh kann Spannungsrissen vorbeugen. Wichtig ist, vor der Verarbeitung alles gut durchzumischen. 
  • Bevor Sie sich an das Sanieren eines Fachwerkhauses heranwagen, sollten Sie sich über entsprechende Literatur informieren oder sich von Fachleuten beraten lassen, um folgenschwere Fehler zu vermeiden.
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