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Als Physiotherapeut Gehalt richtig verhandeln

Physiotherapeut zu sein, ist ein schöner Beruf, leider jedoch nicht gut bezahlt. Es gibt aber einige Möglichkeiten, sein Gehalt zu erhöhen, wenn man weiß, welches die Argumente sind, die beim Arbeitgeber zählen.

Die richtigen Argumente bringen mehr Gehalt.
Die richtigen Argumente bringen mehr Gehalt.

Was Sie benötigen:

  • Zusatzqualifikationen
  • Verhandlungsgeschick

Wenn Sie Physiotherapeut werden wollen, müssen Sie in Deutschland eine dreijährige schulische Ausbildung durchlaufen, nach deren Ende Sie eine staatliche Prüfung absolvieren müssen. Wenn Sie diese bestehen, bekommen Sie die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung. Seit dem Wintersemester 2010/2011 ist es das erste Mal in Deutschland auch möglich, primärqualifizierend Physiotherapie zu studieren. In den nächsten Jahren wird der Arbeitsmarkt für Physiotherapeuten aufgrund der gewollten Akademisierung und der parallel laufenden Gesundheitsreformen stark in Bewegung bleiben.

Die Arbeitsstelle bestimmt die Vergütung eines Physiotherapeuten

  • Wenn Sie als Physiotherapeut eine Stelle in einer Einrichtung begehren, die sich über Pflegesätze oder Fallpauschalen finanziert, dann haben Sie wenig Chancen auf eine Gehaltsverhandlung. Die Arbeitsverträge sind in der Regel tariflich vorgegeben oder lehnen sich an bestehende Tarifverträge an. Es gibt aber immer noch vereinzelt Häuser, in denen man für berufliche Fortbildungen freigestellt wird oder die Kosten dieser ganz oder teilweise übernommen werden. Das ist zwar keine direkte Gehaltserhöhung, kann sich finanziell aber durchaus lohnen.
  • Arbeiten Physiotherapeuten in freien Praxen, ist das Gehalt freier verhandelbar. Wenn Sie wissen, wie viel Geld der Praxisinhaber mit Ihren Behandlungen einnimmt, wird auch schnell klar, wo der Gehaltsrahmen anfängt und aufhört. Alle Institutionen, die die Kosten für Heilmittel, also auch Physiotherapie, übernehmen, verhandeln als Verbund die Preise mit den Verbünden der Leistungserbringer. Aufseiten der Physiotherapeuten ist einer der großen Verbände der ZVK (Deutscher Verband für Physiotherapie), aufseiten der Kostenträger zum Beispiel die Kassen der RVO und des Vdek. Für geleistete Behandlungen in den Praxen überweisen die Kostenträger nach Einreichen des Rezeptes Geld. Je nach Bundesland, Verband und abgerechneter Position liegt diese Summe für eine Einheit Physiotherapie zwischen 10 und 14 Euro. Zusatzverordnungen werden extra vergütet, zum Beispiel Wärme, Fangopackungen oder Eis. (Alle Angaben: Stand Mai 2011)

Das Gehalt erhöht sich mit den Abrechnungspositionen

  • Es gibt einige Positionen innerhalb der Physiotherapie, die eine gesonderte Leistungsziffer haben und mit einem höheren Entgelt vergütet werden. Das sind meist Behandlungen mit Bobath für Kinder, Bobath für Erwachsene, PNF, Vojta, Manuelle Lymphdrainage und Manuelle Therapie. In einigen Bundesländern kommen auch Behandlungen nach Brügger hinzu. Um die Erlaubnis zur Abrechnung dieser Positionen zu bekommen, müssen die Therapeuten gesonderte Fortbildungen besuchen und diese mit einem Zertifikat abschließen. Erst dann kann man, wenn sie verordnet sind, diese Therapieformen auch abrechnen. Für den Praxisinhaber bedeutet das bei ähnlichem Zeitaufwand mehr Umsatz. Auch Hausbesuche werden mit einem Wegegeld zusätzlich vergütet, was sich finanziell lohnt, wenn die Hauspatienten ohne erheblichen Zeit- und Fahrtaufwand erreicht werden können.
  • Wenn Sie über ein höheres Gehalt verhandeln wollen, dann ist die beste Methode, dies nach dem Zertifikat in einer der oben genannten Therapierichtungen zu tun. Auch können Sie über die Bereitschaft, mehr Hausbesuche anzubieten, Ihr Gehalt erhöhen. Sollten Sie übermäßig viele Zusatzverordnungen bei Ihren Patienten haben, ist auch dies ein Grund, nach mehr Gehalt zu fragen.
  • Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich vergüten zu lassen, wenn Sie konstant größere Mengen an Patienten für die Praxis akquirieren oder vermehrt Privatpatienten behandeln, da deren Behandlungssätze in der Regel höher liegen, als die der Patienten der gesetzlichen Krankenkassen.
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