Was ist eine Alliteration?

Jeder kennt die Alliteration aus dem Deutschunterricht: Sie tritt immer dann auf, wenn mehrere Wörter hintereinander mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnen. Eine bekannte und sehr lange Alliteration ist "Wir wählen Willy, weil Willy weiß, was wir wollen" aus dem Wahlkampf von Willy Brandt. Eine etwas kürzere stammt aus dem Lied der Sesamstraße: "Wieso, weshalb, warum?". Sie sehen also, dass Alliterationen immer leicht zu erkennen sind. Sie werden sowohl in Liedern als auch in Gedichten und Prosatexten verwendet. Aber warum eigentlich? Das lesen Sie im Folgenden.

Bedeutung und Funktion des Stilmittels

  • Versuchen Sie einmal, sich an die beiden oben stehenden Alliterationen zu erinnern. Dies wird Ihnen vermutlich ziemlich mühelos gelingen.
  • Hätte dort aber gestanden: "Wir geben Willy unsere Stimme, denn er achtet auf unsere Bedürfnisse", würde Ihnen die wortgenaue Wiedergabe vermutlich schwerer fallen. 
  • Sie sehen also: Alliterationen sind einprägsam, sie bleiben im Gedächtnis, setzen sich im Kopf fest. Das ist ihre Funktion. Deshalb sind sie für literarische Texte so beliebt: Ein Text, der im Kopf bleibt und den Leser nicht mehr loslässt, gilt meist als guter Text.
  • Alliterationen werden zudem als sehr angenehm empfunden, der Mensch findet einfach, dass sie sich gut anhören. Durch die gleichen Anfänge ergibt sich eine Harmonie, die den meisten Lesern gefällt.
  • Deshalb sind Alliterationen vor allem in lyrischen Texten sehr beliebt, wo sie einem den Lesefluss leichter machen.
  • In Prosatexten sind sie geeignet, um Textstellen hervorzuheben. Ein Beispiel: "Der komische, knochige, kleine Mann sah Oliver in die Augen". Der Leser wird sich die Attribute dieses Mannes nach dieser auffallenden Beschreibung eher merken, als hätte im Text gestanden "Der mickrige, seltsame, dünne Mann sah Oliver in die Augen".

Fazit: Es ist die Funktion von Alliterationen, aufzufallen und genau das sollen sie auch - das macht sie zu einem der beliebtesten Stilmittel.