Aggression bei Kleinkindern - so gehen Sie Schritt für Schritt vor

  • Zunächst einmal überlegen Sie, wann die Aggression Ihres Kleinkindes auftauchte. Beobachten Sie verschiedene Momente ganz genau. Wann reagiert Ihr Kind wie? Ist es vielleicht eine Trotzphase, die das Kind aggressiv werden lässt, weil es seinen Willen nicht durchsetzen kann? Oder ist Ihr Kind schon länger sehr aggressiv und ärgert Sie und andere Kinder immer wieder?
  • Versuchen Sie herauszufinden, warum Ihr Kind so reagiert. Sie können eine Liste anlegen und die verschiedenen Situationen dokumentieren. Schreiben Sie genau auf, wann Ihr Kleinkind wie reagiert und was der Auslöser war.
  • Beobachten Sie sich auch selbst sehr genau. Sind Sie konsequent genug? Oder hat Ihr Kind bisher immer seinen Willen durchsetzen können? Sind Sie selber oder ein anderes Familienmitglied aggressiv oder haben unkontrollierbare Aussetzer, die Ihr Kind nachspielt oder sich aneignet?
  • Sollten Sie in Ihrer Erziehung nichts verändert haben und auch angebracht konsequent sein, aber Ihr Kind zeigt dennoch plötzliches Aggressionsverhalten, dann können Sie einen Arzt aufsuchen. Mit ihm besprechen Sie die Situationen und Ihre Handlungen.
  • In der Erziehung von Kleinkindern ist es sehr wichtig, liebevoll und konsequent zu sein. Machen Sie sich bewusst, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeugt. Aggressionen müssen nicht zwangsläufig körperlich sein. Sie äußern sich auch, in dem Ihr Kind, Gegenstände herumwirft, laut schreit oder verbale, unangebrachte Äußerungen macht.
  • Fragen Sie sich, ob Sie Ihrem Kind genug Aufmerksamkeit schenken, gemeinsame Unternehmungen gestalten und es öfter in den Arm nehmen. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieb haben und es ein tolles Kind ist. Loben Sie es für die kleinen Fortschritte im Leben?

Weitere Schritte, um die Aggression von Kleinkindern abzubauen

  • Seien Sie Vorbild in der Erziehung Ihres Kindes. Wenn Sie Probleme in der Partnerschaft haben, dann streiten Sie leise und diskutieren Ihre Konflikte mit ruhiger, sachlicher Stimme. Vermeiden Sie es nicht, Probleme mit der Familie gemeinsam zu besprechen.
  • Nur wenn die Inhalte sich nicht um erwachsene Probleme, wie Bettgeschichten, Scheidung oder Krankheit drehen, dürfen Sie sich auch vor dem Kind über bestimmte Themen streiten. Streit gehört zum Leben dazu und die Kinder lernen, dass man Konflikte ruhig und sachlich lösen kann, ohne Anschreien oder körperliche Gewalt.
  • Meinungsverschiedenheiten wie über Versicherungen oder neue Anschaffungen können vor Kleinkindern besprochen werden.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es auch ohne Aggressionen geht.
  • Ihre Konsequenz sollte stetig und der Situation angemessen sein. Wenn Ihr Kind beim Einkaufen schreit, weil es den gewünschten Spielzeugtraktor nicht bekommt, dann nehmen Sie es liebevoll an die Hand und sagen Sie ihm: "Heute bekommst du nichts. Ich kann verstehen, dass dich das wütend macht, aber du kannst es dir zum Geburtstag oder Weihnachten wünschen!"
  • Inkonsequentes Verhalten wäre dann, wenn Sie Ihrem Kind etwas anderes kaufen oder doch den Traktor besorgen.
  • Sagen Sie genau, was Sie erwarten von Ihrem Kind und reden Sie über das Verhalten.Versprechen Sie nur das, was Sie auch einhalten, wollen und können.
  • Machen Sie sich klar, dass es keine Rolle spielt, wie andere Menschen auf das sture Verhalten Ihres Kindes reagieren. Sie haben Ihr Erziehungsziel und wollen erreichen, dass Ihr Kind liebevoll und achtsam umgeht. Den Weg dahin ebnen Sie als Eltern.

Wichtig für Kleinkinder ist ein geregelter Tagesablauf, gemischt mit frischer Luft, vielen gemeinsamen Erlebnissen und Regeln im Zusammenleben, die kontinuierlich sein müssen. Bockige Kinder können Sie auch mal lassen, und wenn sie sich beruhigt haben, dann besprechen Sie ganz in Ruhe die Situation und machen eine klare Ansage.